3 Google-Probleme, wegen denen wir auf die Straße gehen würden

Das erwartet euch in diesem Artikel

  • Was ist Googlespeak?
  • Welche Nischen werden von Google übernommen?
  • Sing Google’s Antworten immer richtig?

Heute ist der 01. Mai. Der Tag der Arbeit. Und der Tag, an dem vor allem bei uns in Berlin viele Menschen auf die Straße gehen, um für mehr Gerechtigkeit zu demonstrieren.

Daher habe ich diesen Tag zum Anlass genommen, um mir zu überlegen, aus welchen Gründen SEOs wohl auf die Straße gehen würden. Und nachdem ich zahllose Hangouts mit John Mueller transkribiert und Nachrichtenbeiträge über Tweets von Gary Illyes und Co. geschrieben habe, ist mir klar, dass die meisten SEOs wohl am ehesten gegen gewisse Vorgehensweisen von Google demonstrieren würden.

Hier nun also drei Dinge, die in Mountain View besser laufen könnten – und für die wir auf der nächsten Konferenz eine (natürlich friedliche) Demonstration veranstalten könnten.

1. Googlespeak

Wie gesagt habe ich dutzende Hangouts mit John Mueller mitgeschrieben. Nach einer Weile war es so, dass ich manche Fragen schon beantworten konnte, bevor John sie überhaupt zu Ende vorgelesen hatte. Das liegt daran, dass Google-Verantwortliche bei gewissen Themen einfach keine Details nennen können, wollen und dürfen. An diesen Stellen schleicht sich dann immer „Googlespeak“ ein, mit dem in vielen Worten wenig gesagt wird.

Screenshot: John Mueller im hangout

Abb. 1: John Mueller von Google in einem seiner Hangouts.

Eine typische Aussage ist: „Nein, das hat keinen direkten Einfluss auf die Rankings, aber indirekt kann es schon einen Effekt haben.“ Damit kann man als SEO genau nichts anfangen, die Google-Mitarbeiter haben aber die Frage beantwortet, ohne etwas falsches gesagt haben zu können. Hinzu kommt außerdem die starke Intransparenz im Hinblick auf Ranking-Faktoren und vor allem Updates.

Aufgrund der vielen Fragen und der Historie, dass SEOs sich bietende Informationen gerne dazu verwenden, um Schlupflöcher ausnutzen, sind diese Aussagen zwar verständlich – aber trotzdem auf Dauer ziemlich anstrengend.

2.  Ganze Geschäftsmodelle direkt in den SERPs

Viele Webmaster haben sich ein einträgliches Leben aufgebaut, indem sie bestimmte Services anbieten. Dabei handelt es sich oft um Dinge, die schnell beantwortet sind. Und immer häufiger gibt Google solche Antworten direkt in den SERPs.

Sei es die Uhrzeit oder auch der User Agent, für all diese Dinge müssen Nutzer sich mittlerweile nicht mehr auf Websites durchklicken, was natürlich einige Geschäftsmodelle zerstört.

Hinzu kommen die Featured Snippets, in denen die Suchintention des Nutzers meist schon auf der Position 0 in den SERPs beantwortet wird. Ein Klick auf die Website ist dann oft nicht mehr nötig – und wenn man noch die AdWords-Anzeigen dazuzählt, fangen die organischen Ergebnisse auch erst ziemlich weit unten an.

Screenshot: Ein Featured Snippet

Abb. 2: Ein Featured Snippet in den SERPs.

Und schlussendlich drängt Google auch in immer mehr Branchen, in denen es sich bereits andere Player gemütlich gemacht hatten. Gerade Firmen wie Yelp oder Tripadvisor sind immer wieder begrenzt begeistert, wenn Google direkt in den SERPs Bewertungen oder Flüge & Hotels anbietet und diese auch noch deutlich über den Wettbewerbern platziert.

In einigen Fällen argumentiert Google sicher zurecht damit, dass die Antworten in den SERPs das Leben der Nutzer vereinfachen. Dennoch können SEOs nicht glücklich über diese Entwicklung sein, da es jederzeit jede Nische treffen kann. Man muss also schon am Anfang einer solchen Entwicklung kritisch sein.

3. Lustige bis schlimme Antworten

Natürlich kann auch Google nicht alle Fragen richtig beantworten. Manchmal sorgen Fehler in den SERPs vor allem für Lacher – wenn zum Beispiel Prominente mit falschen Bildern dargestellt werden.

Doch oft ist es gar nicht witzig, was Google so ausspuckt. So wurden lange Zeit bei Suchanfragen zum Holocaust Seiten ganz oben gerankt, die diesen leugnen. Und auch darüber hinaus gibt es immer wieder Ausrutscher – sowohl in der Websuche als auch in der Sprachsuche.

Dies zeigt, dass Google gerade bei den Featured Snippets sehr vorsichtig sein muss. Denn die dort stehenden Antworten werden oft ohne weitere Recherche für bare Münze genommen (auch wenn dann auf einmal die Erde flach ist).

Don’t be evil

Google tut also gut daran, seinen Claim „Don’t be evil“ groß an jede Wand der Unternehmenszentrale zu schreiben. Dazu gehört auch, dass Machine Learning Algorithmen weiterhin von Menschen überprüft werden und Webmaster nicht als Gegner, sondern als Mitstreiter bei der Weiterentwicklung des Web gesehen werden. Damit das passiert, muss man Google vielleicht manchmal unauffällig in die richtige Richtung stoßen – zum Beispiel mit einer traditionellen Demo.

Über den Autor

Oliver Engelbrecht

Chefredakteur
Nach meinem Studium der Politikwissenschaft (mit dem Schwerpunkt Diplomatie) habe ich zunächst das SEO-Portal aufgebaut und zuletzt als Chefredakteur geleitet. Nun bin ich bei der Agentur LEAP/ für das Marketing verantwortlich und koordiniere unser Magazin GrowthUp - wiederum als Chefredakteur.
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