Alternative Traffic-Quellen: Verkaufen auf den digitalen Marktplätzen

Das erwartet euch in diesem Artikel

  • Welche Marktplätze gibt es?
  • Was könnt ihr dort erreichen?
  • Welche Fragen müsst ihr euch stellen?

In der Welt der alternativen Traffic-Quellen haben wir uns mittlerweile einige Plattformen angeschaut, mit denen im Großen und Ganzen eigentlich jeder etwas anfangen kann. Denn andere Suchmaschinen, die verschiedenen sozialen Netzwerke und die zahlreichen Werbemöglichkeiten kann fast jeder Nutzen – egal, welche Dienstleistung oder welches Produkt angeboten wird.

Heute beginnen wir nun mit einer Reihe an möglichen Traffic-Lieferanten, bei denen sicher einige von euch als Nutzergruppe ausscheiden werden. Doch das ist aus mehreren Gründen kein Problem, denn

  • ihr solltet alles kennen, um zu wissen, was ihr nutzen wollt – und was nicht.
  • um etwas abzulehnen oder als nicht relevant zu klassifizieren, müsst ihr es ja trotzdem erst einmal kennen.
  • ihr wechselt ja vielleicht mal den Arbeitgeber und braucht dann neue Traffic-Quellen.

Daher solltet ihr auch dann nicht mit dem Lesen aufhören, wenn ihr euer Angebot nicht auf den zahlreichen Marktplätzen anbieten könnt, die wir euch heute vorstellen wollen.

Bild: Ein Marktplatz in Asien

Abb. 1: Auf den zahllosen analogen digitalen Marktplätzen wird fast alles angeboten, was das Herz begehrt (© Unsplash, Xavier Teo).

Viele Möglichkeiten für Anbieter

Das spannende bei den Marktplätze ist, dass sie mehrere Funktionen erfüllen können. Zunächst einmal müsst ihr dafür aber mithilfe SEO-Arbeit in den jeweiligen Suchen weit oben ranken.

Ist das geschafft, so könnt ihr dank clever im Angebot platzierter Links Traffic auf eure Seite ziehen. Aber damit nicht genug. Ihr könnt auch euer Branding stärken, indem ihr einem breiten Publikum eure Angebote präsentiert und in Q&A-Sparten einen hilfreichen Kundenservice anbietet.

Dazu kommen dann natürlich noch die zusätzlichen Verkäufe, die ihr über diese Plattformen abwickeln könnt. Da die meisten Nutzer einen Marktplatz vor allem dann betreten, wenn sie etwas kaufen wollen, erreicht ihr die User viel später im Funnel – und damit deutlich näher an der Conversion. Außerdem gehen viele potentielle Käufer, wenn sie ein Produkt suchen, gar nicht mehr zu Google, sondern direkt zum Marktplatz ihres Vertrauens.

Wenn ihr also ein Produkt anbietet, lohnt es sich zweifellos, auf einem oder noch besser mehreren Marktplätzen aktiv zu sein. Der einzige Nachteil ist dann, dass ihr dem Betreiber der Plattform für jeden Verkauf einen Anteil zahlen müsst. Doch besser einen Anteil eines Verkaufs abgeben, als gar keinen Verkauf zu tätigen. Und wenn euer Produkt überzeugt, könnt ihr die Käufer mit den richtigen Maßnahmen künftig vielleicht auch direkt in euren eigenen Shop lotsen und gewinnt so wiederkehrende Kunden.

Überlegt euch also einmal, welche der folgenden Shops eurem Umsatz zuträglich ein könnten. Wie immer haben wir die spannendsten Vertreter für euch herausgesucht und sie bereits vorsortiert.

Die Global Player: Amazon, Alibaba und Rakuten

Auch unter den Marktplätzen gibt es selbstredend ein paar richtig große Namen. Als allererstes fällt einem da natürlich Amazon ein, das sich binnen weniger Jahre zu einem der wertvollsten und innovativsten Unternehmen der Welt gemausert hat. Mittlerweile ist es dank Amazon Prime, Amazon Echo und dem Alexa Voice Service auch weitaus mehr, als nur der größte Marktplatz der Welt – Amazon ist einer der führenden technologischen Vorreiter unserer Zeit.

Bild: Der neue Amazon Echo

Abb. 2: Amazon ist mittlerweile weit mehr als nur ein Marktplatz (© Amazon).

Schauen wir uns aber die reine Marktmacht als Verkaufsplattform an, so gehören noch mindestens zwei andere zu den Global Playern. Zum einen der chinesische Gigant Alibaba, der vor allem im B2B-Geschäft erfolgreich ist. Hier könnt ihr von allen möglichen Produkten große Mengen zu kleinen Preisen erstehen –  und das Potential des chinesischen Marktes solltet ihr bekanntlich auf keinen Fall unterschätzen.

Screenshot: Deutschland bei Alibaba

Abb. 3: So völlig ohne Klischees werden bei Alibaba die deutschen Anbieter vorgestellt.

Der andere Global Player ist Rakuten aus Japan, der mittlerweile auch zu den zehn größten Internetkonzernen der Welt gehört. Und nicht nur das, er sponsert auch einen der größten Fußballvereine der Welt (der früher eigentlich mal aus Prinzip keine Werbung auf dem Trikot trug, aber das ist ein anderes Thema).

Bild: Lionel Messi mit dem Sponsor Rakuten auf dem Trikot

Abb. 4: Rakuten prangt mittlerweile auf der Brust von Lionel Messi und Co. (© Eurosport).

Im Unterschied zu anderen Marktplätzen verkauft Rakuten nicht selbst, sondern setzt für die Verkäufer eigene Untershops auf, um die diese sich dann in technischer Hinsicht nicht mehr kümmern müssen. Zudem bietet das Unternehmen Versicherungen für die Shop-Betreiber an, um sie gegen Zahlungsausfälle abzusichern. So könnt ihr sowohl das organisatorische als auch das finanzielle Risiko auslagern.

Ihr merkt also, bei den großen drei lohnt es sich auf jeden Fall, mit eurem Angebot präsent zu sein. Denn ein so großes Publikum werdet ihr auf eurem eigenen Shop wohl eher selten haben – und vielleicht lassen sich einige der User ja auch rüberziehen.

Kleinanzeigen und Versteigerungen: eBay, Craigslist, Markt.de, Taobao und Scout24

Kleinanzeigen und Versteigerungen sind im Internet ein Riesengeschäft. Seiten wie eBay, eBay Kleinanzeigen oder Craigslist sehen zwar fürchterlich aus, bringen aber nichtsdestotrotz Anbieter und Kunden zusammen. Gleiches gilt für kleinere Anbieter wie zum Beispiel Markt.de. Und genau darum geht es ja im Endeffekt. Hier könnt ihr eure Produkte direkt an den Mann und die Frau bringen – und euch einen Namen als seriöser Verkäufer machen. Und auch hier gilt: Wenn ihr den wachsenden chinesischen Markt im Auge habt, solltet ihr auf den Alibaba-Ableger und dortigen Marktführer Taobao zurückgreifen.

Screenshot: Die Berliner Startseite von Craigslist

Abb. 5: Schön geht definitiv anders – aber effektiv geht eben genau so.

Dazu kommt dann noch die aus Deutschland stammende Scout24 Gruppe. Diese hat nicht nur den unsäglichen Trend der „24“-Endung für alle möglichen Online-Shops gestartet, sondern betreibt auch zahlreiche extrem erfolgreiche Marktplätze.

Jeder, der eine Wohnung oder ein Auto sucht, landet beispielsweise irgendwann im Suchprozess fast unweigerlich bei Immobilienscout24 und Autoscout24. Wenn ihr solche Dinge verkauft oder vermietet, kommt ihr um diese Plattformen also nicht herum. Denn diese greifen in den meisten Fällen den Google-Traffic ab. Ihr könnt sie dann im nächsten Schritt als Zwischenlieferanten für eure Website nutzen.

Allgemein sind solche Portale also der perfekte Weg, um die potentiellen Kunden direkt anzusprechen und euer Angebot anzuteasern oder direkt zu verkaufen. Lasst euch die vielfältigen Möglichkeiten also nicht entgehen und sucht euch die heraus, bei denen euer Angebot perfekt reinpasst.

Screenshot: Die Startseite von Autoscout24

Abb. 6: Wer ein Auto kaufen oder verkaufen will, sollte sich bei Autoscout24 umschauen.

Die Aggregatoren: LadenZeile und andere Affiliates

Wenn ihr etwas verkauft, könnt ihr auch Affiliate-Programme nutzen. Wirklich lohnen tut sich das natürlich vor allem dann, wenn die Affiliates selbst schon einen großen Namen haben. Ein gutes Beispiel dafür ist LadenZeile. Und das gute ist: Diese Seiten verkaufen nichts selbst. Sie zeigen einfach nur euer Angebot und schicken den Nutzer dann sofort in euren Shop – und das bedeutet Traffic. Dann müsst ihr nur noch dafür sorgen, dass euer Shop so optimiert ist, dass die Nutzer auch konvertieren. Denn diese Arbeit nehmen euch Shops wie Rakuten natürlich ab.

Screenshot: Die Produktübersicht bei Ladenzeile

Abb. 7: Bei Ladenzeile führt jeder Klick auf ein Produkt direkt zum jeweiligen Shop.

Von Mensch zu Mensch: Kleiderkreisel und Co.

Und nun kommen die Influencer ins Spiel. Auf einer Seite wie Kleiderkreisel stehen keine Marken im Vordergrund, sondern Menschen, die ihre (gebrauchten) Klamotten loswerden wollen. Aber natürlich ist es fraglos möglich, mit geschickt platzierten Influencern euer Angebot ins rechte Licht zu rücken.

Das würde vielleicht nicht direkt für mehr Traffic sorgen, aber euer Branding ungemein stärken. Und das dürfte sich auf lange Sicht wiederum positiv auf eure Verkäufe und eure Besucherzahlen auswirken.

Screenshot: Eine Teilnehmerin bei Kleiderkreisel

Abb. 8: Der Kleiderkreisel ist ein guter Ort für Influencer.

Special Interest: Ruby Lane, Chrono24, DaWanda, Etsy, ventee-privee und Bonanza

Kommen wir nun zu Stores, die sich an spezielle Interessen richten.

Da gibt es zum Beispiel Ruby Lane für alle denkbaren Antiquitäten – von Möbeln über Schmuck bis hin zu Kunstwerken. DaWanda und Etsy für Handgemachtes, das meist direkt von den Erzeugern verkauft wird. Chrono24 (da haben wir es wieder) als größter Marktplatz für Luxusuhren. Vente-privee, wo es reduzierte Marken aus Lagerauflösungen und Schlussverkäufen zu kaufen gibt. Oder auch Bonanza für Kleidung, Haushaltsgegenstände und weitere Dinge, die immer einen Touch des ungewöhnlichen haben –  auch wenn man bei dem Namen vielleicht erst an etwas anderes denkt:

Generell sollte es für fast jedes Angebot auch einen Marktplatz geben. Ihr müsst nur den richtigen finden.

Die App-Stores: Google Play und iTunes

Und dann gibt es da natürlich auch die Marktplätze der digitalen Art. Also jene, in denen ihr eure Apps anbieten und verkaufen könnt. Da sich immer mehr Smartphone-Nutzer fast ausschließlich in Apps aufhalten, haben wir hier wieder eine Traffic-Quelle, die eigentlich jeden etwas angeht. Egal ob Tageszeitung oder Online-Shop, mit dem Erfolg in den Stores von Google Play und iTunes steht und fällt ein modernes Unternehmen.

Screenshot: Die Startseite des Google Play Store

Abb. 10: Wer hier landet, hat einen großen Schritt auf dem Weg zum Erfolg geschafft.

Und wenn ihr es erstmal auf das Handy der Nutzer geschafft und sie in eure App gelotst habt, dann müsst ihr nur noch eine gute Nutzererfahrung bieten – und schon habt ihr einen treuen User nachhaltig für euch gewonnen. Und zwar einen, der gar nicht erst Googled, sondern ich mit einem Klick in die von euch bereitgestellte Umgebung begibt. Nicht nur deshalb ist die App Store Optimierung mittlerweile eine absolute Königsdisziplin des Online-Marketing.

Fazit: Es gibt für fast alles den passenden Marktplatz

Diese Übersicht (die keinesfalls einen Anspruch darauf erhebt, auch nur annähernd vollständig zu sein) zeigt deutlich, dass es für fast jedes Angebot einen passenden Marktplatz gibt. Eure Aufgabe als Anbieter ist es dann, den Markt zu sondieren, die spannendsten Plattformen ausführlich zu testen und dann die zu bespielen, die sich für euch lohnen.

Auch hier ist es wieder wichtig, dass ihr euch an die jeweilige Sprache der einzelnen Plätze anpasst. Was bei Amazon funktioniert, kann bei eBay total nach hinten losgehen. Wenn ihr die einzelnen Marktplätze richtig nutzt, dann stehen einem Umsatzplus, einem positiven Branding und natürlich auch einer Traffic-Steigerung aber nichts mehr im Wege.

Über den Autor

Oliver Engelbrecht

Chefredakteur
Nach meinem Studium der Politikwissenschaft (mit dem Schwerpunkt Diplomatie) habe ich zunächst das SEO-Portal aufgebaut und zuletzt als Chefredakteur geleitet. Nun bin ich bei der Agentur LEAP/ für das Marketing verantwortlich und koordiniere unser Magazin GrowthUp - wiederum als Chefredakteur.
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