Alternative Traffic-Quellen: Nachrichtenportale – mit News zu Traffic und Relevanz

Das erwartet euch in diesem Artikel

  • Welche Nachrichtenportale gibt es?
  • Welche Dienste haben den spannendsten USP?
  • Auf welche Portale könnt ihr verzichten?

Auch in einer Zeit, in der sich immer mehr Verleger fragen, wer für ihre redaktionelle Arbeit eigentlich bezahlen soll, sind wir doch alle weiterhin verrückt nach den neuesten Neuigkeiten. Doch unser Konsumverhalten der Nachrichten hat sich grundlegend gewandelt.

Früher gab es höchstens einmal pro Stunde die Radionachrichten. Ansonsten lasen wir Zeitung und schauten abends die Nachrichtensendung unseres Lieblingssenders. Doch heutzutage konsumieren wir die News praktisch in Echtzeit. Sobald etwas geschehen ist, wird es per Push-Notification, Browser-Addon oder Alert direkt auf unsere Bildschirme gebracht.

Vorbei also die Zeit, in der wir bis zum Abend oder gar bis zum nächsten Tag warten mussten, um über ein Event im Bilde zu sein. Die Verbreitung der Live-Ticker (je nach Thema Fluch oder Segen) tut ihr übriges, um uns immer auf dem Laufenden zu halten.

Viel Traffic möglich

Der News-Bereich hat also ein gehöriges Traffic-Potential. Natürlich können (und sollen) nicht alle Websites die neuesten Nachrichten anbieten, denn

  • nicht jede News muss an hunderten verschiedenen Orten stehen,
  • nicht jede Branche eignet sich für die regelmäßige Weitergabe von News und
  • nicht jeder Anbieter hat die Zeit, um Neuigkeiten zu recherchieren und aufzubereiten.

Aber nichtsdestotrotz sind die Chancen, die sich im News-Bereich bieten, wirklich großartig. Vor allem dann, wenn es in einer Nische bislang kein Nachrichtenportal gibt – oder zumindest keines in eurer Sprache – könnt ihr euch dort mit ein wenig Aufwand einen wirklich guten Namen machen.

Denn Menschen sind immer daran interessiert, jemanden zu unterstützen, der aus dem Ozean an neuen Nachrichten die herausfiltert, die für genau die eine wichtige Branche relevant sind. Wenn ihr derjenige seid, werden euch die Nutzer auf lange Sicht nicht nur als sehr positiv besetzte Marke sehen, sondern auch mit viel Traffic belohnen.

Doch wie können die Leser auf euch aufmerksam werden? Neben den offensichtlichen Wegen wie Social Media und Suchmaschinen gibt es auch zahlreiche Portale, die sich auf die Verbreitung von Neuigkeiten spezialisiert haben. Die spannendsten davon stellen wir euch nun vor – denn sicher wird es nicht jeder schaffen, mit einer App auf den Smartphones der Leser zu landen.

Newsportale der Suchmaschinen

Eine zentrale Anlaufstelle für aktuelle News sind mittlerweile die Nachrichtendienste der großen Suchmaschinen. Am bekanntesten ist da überraschenderweise Google News, aber auch Bing News kann euch einiges an Traffic bringen.

Screenshot:Google News

Abb. 1: Wer hier verlinkt wird, hat es geschafft.

Das Problem ist dabei, dass ihr eine relativ starke Qualitätskontrolle überstehen müsst, um überhaupt in den Kreis der zitierten Medien aufgenommen zu werden. Gerade bei Google News ist es heute unglaublich schwer, überhaupt ein Teil der Plattform zu werden.

Übt euch daher in Geduld und liefert erst einmal beständig Qualität ab, um eure Chancen zu erhöhen. Seid ihr erst einmal dabei – und liefert dann noch die Inhalte, die die Leser interessieren, habt ihr eine unglaublich reichhaltige Traffic-Quelle gefunden.

Die Feed-Reader

Während ihr bei den eben genannten News-Portal auch Nutzern vorgeschlagen werdet, die euch noch nicht kennen, setzen die Feed-Reader drauf, dass eure Leser immer eure neuesten Artikel konsumieren möchten. Zu diesem Zweck abonnieren sie dann euren guten alten RRS-Feed.

Screenshot: Netvibes

Abb. 2: So sah mein Feed-Reader gestern aus – viele tolle Inhalte.

Anbieter wie Feedly oder das von mir genutzte Netvibes helfen den Lesern dabei, all ihre Lieblingspublikationen im Blick zu behalten. Sie müssen nicht nachschauen, ob ihr etwas neues gepostet habt, sondern erhalten eure aktuellsten Beiträge automatisch in den Feed-Reader ihrer Wahl.

Wichtig ist also, dass ihr einen sauberen und funktionsfähigen RSS-Feed anbietet. Denn ihr wollt eure Leser ja dort abholen, wo sie sich befinden – und ihnen das Auffinden eurer Artikel so einfach wie möglich machen. Dann klappt es auch mit Traffic aus dieser Ecke.

Eigenständige Projekte mit spannenden USPs

Neben diesen beiden Varianten, die sicher einem Großteil der Nutzer bekannt sind, gibt es auch noch ein paar mehr oder weniger unbekannte Anbieter. Diese haben allesamt spannende Ansätze, die sie zu etwas besonderem machen.

So ist Rivva beispielsweise ein Projekt für den deutschsprachigen Raum. Dieser Aggregator schaut sich Blogs und soziale Netzwerke an, stellt Verbindungen zwischen den Beiträgen her und aggregiert mehrmals am Tag jene, die als besonders relevant eingestuft werden.

Screenshot: Rivva

Abb. 3: Was im Rivva-Ranking oben landet, ist in der jeweiligen Zielgruppe meist sehr relevant.

Mit einem eigenen Algorithmus werden diese in einem Ranking dargestellt. Somit zeigt Rivva ein tagesaktuelles Abbild der deutschen Medien- und Bloglandschaft. Es ist vor allem dann spannend, wenn Nutzer neueste Entwicklungen nachverfolgen wollen.

Ähnlich geht es auch bei 10000Flies zu. Hier landen die Artikel ganz oben, welche die meisten Likes, Shares und Kommentare bei Facebook, Verlinkungen bei Twitter und +1-Klicks bei Google+ erhalten. Die Plattform bildet also ab, was in den sozialen Medien die meisten Reaktionen hervorruft.

Das ist zwar sehr spannend, sorgt aber auch dafür, dass Artikel mit starkem Clickbait oft oben landen. Oder halt solche vom Postillon:

Screenshot: 10000Flies

Abb. 4: Clickbait ganz oben – und der Postillon regiert die Wochen-Rankings.

Anders geht Newstral vor. Der internationale Anbieter zeigt die jeweils aktuellsten Beiträge großer News-Publikationen und bereitet zudem neue Quellen und häufig genannte Keywords auf. So können sich Nutzer einen hervorragenden Überblick darüber verschaffen, was gerade bei den wichtigsten Nachrichtenquellen relevant ist.

Das Portal Digg hingegen setzt auf seine Nutzer. Diese stellen Artikel ein, welche dann gut performen, wenn sie von anderen Nutzern nach oben gevoted werden. Hier steht also der Aspekt der Community im Vordergrund, welche die Nachrichten mit Hilfe der Schwarmintelligenz kuratiert. Es kommen also viele Themen zum Vorschein, die man in den großen Medien vergeblich sucht – die Chance für Anbieter aus spannenden Nischen.

Wichtig ist immer die Aktualität

Ihr seht also: Es gibt ganz unterschiedliche Plattformen, auf denen ihr eure Nachrichtenbeiträge einstellen könnt. Im Endeffekt gibt es aber ein paar Voraussetzungen, ohne die ihr die Nutzer und Algorithmen sicher nicht von euch überzeugen werdet:

  • Ihr müsst wirklich aktuell sein und nicht der zehnte, der über eine News berichtet.
  • Ihr müsst gute, eigenständige Qualität liefern und nicht nur mittelmäßig kopieren.
  • Ihr solltet im Bestfall auch eigene Recherchen betreiben und nicht nur die Beiträge von anderen kuratieren.

Aber das sind ja eigentlich auch die Grundlagen des sinnvollen Journalismus, ohne die es eh nicht geht. Wie immer ist klar: von nichts kommt nichts. Wenn ihr nicht gewillt seid, erst einmal viel Arbeit zu investieren, dann wird eure News-Seite nicht durchstarten können.

Denn den Traffic zu erzeugen, ist eine Sache. Die viel größere Kunst ist es, eure Leser dann auch (mehrmals) täglich mit allen wichtigen News zu versorgen und sie so bei der Stange zu halten. Das geht nicht nebenbei und ist eine viel größere Aufgabe, als man von außen vielleicht denkt. Schafft ihr das aber, dann werdet ihr auch auf den hier genannten Traffic-Quellen gut performen.

Über den Autor

Oliver Engelbrecht

Chefredakteur
Nach meinem Studium der Politikwissenschaft (mit dem Schwerpunkt Diplomatie) habe ich zunächst das SEO-Portal aufgebaut und zuletzt als Chefredakteur geleitet. Nun bin ich bei der Agentur LEAP/ für das Marketing verantwortlich und koordiniere unser Magazin GrowthUp - wiederum als Chefredakteur.
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