Alternative Traffic-Quellen: Orts- und Personensuchen

Das erwartet euch in diesem Artikel

  • Wie könnt ihr solche Dienste als Traffic-Quellen nutzen?
  • Welche Anbieter gibt es?
  • Was müsst ihr dabei beachten?

Oft reicht eine einfache Google-Suche nicht aus. Vielmehr wollen Nutzer ganz genau wissen, wer in ihrem Umkreis einen gewissen Service anbietet. Oder auch, was der spannende Mensch von der letzten Konferenz noch so zu sagen hat. Nicht immer sind dann herkömmliche Suchmaschinen oder soziale Netzwerke die richtige Anlaufstelle. Vielmehr könnt ihr euch in solchen Fällen auf Plattformen wie Kartendienste oder Karriereportale verlassen.

Und diese können euch nicht nur Sichtbarkeit an vielen Orten verschaffen, sondern performen auch als alternative Traffic-Quellen sehr gut. Denn wenn ihr euer Angebot an der richtigen Stelle platziert, hat für euch folgende Vorteile:

  • Der Nutzer ist an eurem Ort, kennt eure Dienstleistung oder kennt euch als Person. Ihr müsst also weniger Aufklärungssarbeit leisten.
  • Der Nutzer hat schon ein Interesse an eurem Angebot oder an euch als Person. Ihr müsst also weniger Überzeugungsarbeit leisten.
  • Der Nutzer ist allgemein schon deutlich tiefer im Funnel und damit einfacher zu überzeugen.

Ihr erhaltet von diesen Seiten also nicht so viel Traffic wie vielleicht aus der Google-Suche – der Traffic ist aber bereits deutlich qualifizierter. Damit lohnt es sich, diese Plattformen im Auge zu haben.

Ein einheitliches Bild ist der Schlüssel

Wichtig ist dabei, dass ihr einen hohen Wiedererkennungswert auf allen Plattformen habt. Wer euch oder euer Unternehmen findet, sollte direkt wissen, mit wem er es zu tun hat. Das bedeutet, dass ihr überall das gleiche Logo bzw. Bild einstellt und sich auch die Beschreibungen gleichen müssen. So macht ihr es den Nutzern einfach, euch als verlässliche Größe anzusehen. Darüber hinaus ist es auffällig, wenn ihnen auf mehreren Portalen direkt euer Bild ins Auge fällt.

Wichtig ist zudem, dass ihr eure Einträge aktuell haltet. Ansprechpartner und Dienstleistungen können sich ändern – aber es ist eure Aufgabe, in der Komminikation einheitlich und tagesaktuell aufzutreten. So erspart ihr euch peinliche Erklärungsversuche, weil jemand mit dem nicht mehr bei euch arbeitenden Kollegen über die längst ausgelaufene Dienstleistung sprechen möchte. So jemanden von einem anderen Angebot zu überzeugen dürfte schwierig werden.

Doch wo könnt ihr überall aktiv sein? Im Folgenden könnt ihr die wichtigsten Kartendienste und Karriereseiten kennenlernen.

Kartendienste: Wenn der Ort über die Conversion entscheidet

Zunächst einmal sind natürlich die Kartendienste der großen Suchmaschinen interessant. Nicht nur, weil sie Traffic bringen, sondern auch, weil die dort abrufbaren Inhalte auch für die Websuche immer wichtiger werden. Außerdem lassen sich für lokale Unternehmen immer direkt auch Rezensionen sammeln, die es nochmal einfacher machen, Interessenten zu überzeugen.

Es ist also auf jeden Fall den Aufwand wert, bei Google Maps und Bing Maps ein gutes Bild abzugeben. Denn wer von uns hat nicht schon einmal Google Maps benutzt, um ein neues Unternehmen zu finden?

Screenshot: Google Maps

Abb. 1: Jedes Unternehmen sollte bei Google Maps vertreten sein.

Auch AOL ist mit Mapquest unter den Kartendiensten vertreten – doch hier liegt der Fokus eher auf der Navigation den auf dem Finden von Dienstleistern. Wenn ihr also nicht gerade eine Tankstelle, eine Sehenswürdigkeit oder eine McDonalds-Filiale betreibt, dürfe der Wert für euch hier eher gering sein. Gleiches gilt für Viamichelin, den Routenplaner-Service des gleichnamigen Reifenherstellers. Auch dieser dürfte allerdings fast ausschließlich für notorische Google-Verweigerer interessant sein.

Screenshot: Die Startseite von Viamichelin

Abb. 2: Wer ein Restaurant oder eine Sehenswürdigkeit betreibt, kann auch hier Besucher abgreifen.

Darüber hinaus gibt es natürlich auch noch weitere Kartendienste mit unterschiedlichen USPs. So zum Beispiel HERE. Das Unternehmen wurde ursprünglich von Nokia gegründet und hat in den letzten Jahren eine verworrene Geschichte mit vielen Anteileignern hinter sich. So übernahmen im Jahr 2015 Audi, BMW, und Daimler je ein Drittel der Anteile. Seitdem wurden sukzessive Anteile an Unternehmen wie Intel, Bosch, Tencent und Continental veräußert.

Trotz dieser Bemühungen hat sich HERE noch nicht als DAS Navigationssystem für Autos durchgesetzt. Doch für den Nutzer gibt es einige spannende Spielereien wie das Versenden des aktuellen Standorts in den sozialen Netzwerken.

Dank der großen Namen unter den Besitzern bietet HERE fraglos großes Potential. Unternehmen können sich also ruhig schonmal eintragen und einen Link dalassen – schaden kann es sicher nicht.

Screenshot: HERE mit LEAP

Abb. 3: So sieht der Eintrag unserer Firma aus.

Ein weiteres interessantes Projekt ist OpenStreetMap. In diesem Open Source Projekt kann jeder seine Daten eintragen und auch eigene Karten erstellen. In den richtigen Projekten angewandt könnt ihr so sicher auch Traffic auf eure Website bringen. Ihr müsst nichts weiter tun, als die Herkunft der Karte zu nennen. Andere Restriktionen gibt es im Hinblick auf die Lizenzen nicht.

Personensuchen: Wer kann mein Projekt durchführen?

Manchmal suchen Menschen allerdings nicht nach einem Ort oder Unternehmen, sondern nach der einen Person, die etwas kann, was sie in den Moment benötigen. Und für solche Suchen gibt es ebenfalls die passenden Plattformen.

Ganz oben stehen dabei natürlich die Karrierenetzwerke. Als erstes kommen einem hier LinkedIn und die deutsche Variante XING in den Sinn. Hier könnt ihr als Unternehmen Traffic erhalten, indem ihr Jobs ausschreibt oder spannende Inhalte postet. Und auch für Freelancer gibt es hier viele Chancen, bei Auftraggebern, Kollegen und Gleichgesinnten bekannter zu werden. Am Ende hilft euch eure Präsenz auf diesen Seiten natürlich auch beim (Personal) Branding.

Traffic durch Jobanzeigen gibt es natürlich auch in den zahlreichen Jobportalen. Hier kann euch das neue Google for Jobs Markup ebenso helfen wie eine kontinuierliche Präsenz bei Indeed, Monster und Co. Wichtig ist allerdings, dass ihr auch wirklich spannende Jobs anzubieten habt. Denn ansonsten wird sich eure Zielgruppe wohl eher ärgern und euch wenig positiv im Gedächtnis verankern.

Screenshot: Die Startseite von Monster

Abb. 5: Hier finden euch sicher einige Menschen, die euer Thema spannend finden.

Und dann gibt es da natürlich auch noch die Plattformen, auf denen ihr eure Dienste anbieten könnt. Wenn ihr Texte schreibt, dann solltet ihr bei Textbroker aktiv sein. Als Designer hilft euch ein Account bei Fiverr. Und als IT-Experten solltet ihr eure Angebote unbedingt bei GULP schalten. Selbst, wenn ihr nicht immer den richtigen Kandidaten findet, so stärkt ihr doch eure Markenbekanntheit und zieht Leute auf eure Seite, die sich für genau euer Thema interessieren.

Traffic und Markenildung durch Präsenz auf mehreren Kanälen

Wie immer gilt es aber, abzuwägen. Niemand sollte dort aktiv sein, wo die Zielgruppe nicht zu finden ist. Denn im Endeffekt wollen wir ja nicht irgendwelchen Traffic, sondern wirklich qualifizierten. Schaut euch also ganz genau an, welche Plattformen von eurer Zielgruppe genutzt werden – und dann macht euch dort breit.

Neben der Traffic-Gewinnung könnt ihr so auch fraglos eure Marke stärken. Vor allem dann, wenn ihr diese Plattformen mit den anderen (für euch passenden) Netzwerken aus unserer Reihe zu alternativen Traffic-Quellen kombiniert. Denn ihr wisst ja: Diversifizierung ist das Zauberwort und ihr solltet beim Traffic niemals nur auf ein Pferd setzen.

Über den Autor

Oliver Engelbrecht

Chefredakteur
Nach meinem Studium der Politikwissenschaft (mit dem Schwerpunkt Diplomatie) habe ich zunächst das SEO-Portal aufgebaut und zuletzt als Chefredakteur geleitet. Nun bin ich bei der Agentur LEAP/ für das Marketing verantwortlich und koordiniere unser Magazin GrowthUp - wiederum als Chefredakteur.
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