Alternative Traffic-Quellen: Werbeanzeigen – aber richtig

Das erwartet euch in diesem Artikel

  • Wo könnt ihr bezahlte Anzeigen schalten?
  • Welche Plattformen bieten welche Vorteile?
  • Welche Taktiken solltet ihr besser unterlassen?

Dass Google nicht alles ist, haben wir nun schon ausführlich besprochen. Aber genauso gilt, dass organischer Traffic nicht alles ist. Es kann nicht schaden, dazu noch eine schlaue Paid-Traffic-Strategie zu haben. Denn so könnt ihr euch von Algorithmusänderungen bei Suchmaschinen oder sozialen Netzwerken unabhängiger machen und euren Traffic weiter diversifizieren.

Das heißt aber nicht, dass ihr abertausende Euro in bezahlte Werbeanzeigen stecken und alles andere vernachlässigen sollt. Denn eines ist klar: Wenn die dahinter stehenden Landing-Pages und Websites nicht vernünftig aufgebaut und optimiert sind, hilft euch der ganze schöne bezahlte Traffic auch nichts – im Gegenteil wird er euch viel kosten und damit euer Budget auf den Kopf stellen.

Wenn ihr also eure Landing-Pages soweit optimiert habt, dass eine Paid-Kampagne erfolgreich laufen kann, dann stellt sich vor allem eine Frage: Auf welcher der zahlreichen Plattformen sollt ihr werben – und mit welchen Formaten? Dazu haben wir in diesem Teil unserer Reihe zu alternativen Traffic-Quellen einige Infos zusammengetragen.

AdWords – der Klassiker

Wer im Internet werben möchte, landet früher oder später bei Google AdWords. Das ist nicht verwunderlich, denn Dank der zahllosen Nutzer ist es ganz einfach sehr wahrscheinlich, dass auch eure Kunden bei Google unterwegs sind. Und da noch immer etwa die Hälfte der Nutzer keinen Unterschied zwischen den Werbeanzeigen und den organischen Ergebnissen macht, geht ihr euren potentiellen Kunden mit Werbung in den SERPs nicht einmal auf die Nerven.

Screenshot; Die SERPs mit Anzeigen

Abb. 1: Wir Marketer sehen sofort, was hier Anzeigen und was organische Ergebnisse sind. Aber viele Nutzer übersehen das kleine Label – oder es ist ihnen schlicht und einfach egal.

Wenn ihr also bezahlten Traffic auf eure Seite holen wollt, dann kommt ihr an AdWords kaum vorbei. Lasst aber um Gottes Willen einen Profi an euer Konto – denn mit schlecht optimierten Anzeigen, falschen Tageslimits oder sinnfreien Keywords werdet ihr keine Erfolge erzielen, sondern nur Geld verbrennen. Holt euch also Unterstützung von jemandem, der wirklich weiß, was er tut.

Facebook Ads – das beste Targeting

Wenn euch das Targeting bei Google nicht genau genug ist, dann kommt Facebook ins Spiel. Zwar gibt es hier deutlich weniger Nutzer, aber ihr könnt eure Zielgruppe viel genauer ansprechen.

Wenn euer neuestes Produkt also für Frauen zwischen 30 und 40 mit kleinen Kindern in Großstädten gemacht wurde, dann erlaubt euch Facebook, auch genau diese Frauen anzusprechen – eben nicht die 18 jährigen ohne Kinder auf dem Land. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ihr keine verschenkten Klicks erhaltet.

Entsprechend ist es auch immer mehr so, dass Werbebudget von Google zu Facebook verschoben wird. Im Endeffekt hängt es aber ganz klar von eurer Zielgruppe ab. Ist diese bei Facebook unterwegs, dann lohnt es sich, die vielfältigen Möglichkeiten zumindest einmal auszuprobieren.

Native Ads –  mehr als Outbrain und Taboola

Schön ist es doch auch, wenn ihr mit euren Anzeigen den Nutzer nicht mal stört, sondern ihm einen Mehrwert liefert. Genau das könnt ihr mit Native Advertising erreichen. Sei es eine Empfehlungsbox unter einem Beitrag oder der Beitrag selbst – wenn es gut gemacht ist, könnt ihr mit einer Native Ad viel erreichen.

Die Qualität ist allerdings von hoher Bedeutung. Denn erstens will doch eigentlich niemand Boxen wie die folgende auf einer Seite haben – und zweitens wird niemand mit einem Funken Grips auf einen dieser Links klicken:

Screenshot: Fürchterliche Native Ads

Abb. 2: Das beste Argument gegen Native Advertising sind solche Empfehlungsboxen.

Doch wenn ihr Native Advertising richtig betreibt – also nicht nur auf die Reichweite, sondern auch auf die Themenrelevanz achtet – dann kann es einer der mächtigsten Hebel im Paid-Bereich sein. Bedenkt dabei, dass es nicht nur Outbrain und Taboola gibt, sondern auch einige andere Anbieter, die ihre kleinere Reichweite auf anderen Gebieten ausgleichen.

YouTube – Bewegtbild für mehr Reichweite

Die zweitgrößte Suchmaschine der Welt – nach Google – ist YouTube. Entsprechend lohnt es sich nicht nur, hier Videos zu veröffentlichen. Auch das Schalten von Anzeigen vor und während anderen Videos sollte im Marketing-Mix nicht zu kurz kommen. Natürlich gibt es dabei ein paar Hürden:

  1. Video-Content ist teuer.
  2. Video-Content ist aufwändig.
  3. Kaum jemand hat Erfahrungen mit YouTube Ads.

Doch es gibt auch zahlreiche Vorteile, die ihr nicht außer Acht lassen solltet. Zum einen tummeln sich die verschiedensten Nutzer auf der Videoplattform. Es gibt nicht nur Teenager, die den neuesten YouTube-Star anhimmeln wollen (auch wenn diese natürlich ebenfalls eine gute Zielgruppe sein können) – auch Eltern sind viel auf YouTube unterwegs, um mit ihren Sprösslingen gemeinsam zu surfen. Ihr könnt hier also auch den CEO erreichen, der mit seinem Kind die Teletubbies oder andere tolle Kindersendungen guckt.

Screenshot: Werbung bei YouTube

Abb. 3: Wie oft ich schon dieses Video (mit mehreren Ads) gesehen habe … und Millionen andere auch.

Außerdem sind Ads bei YouTube noch immer extrem kostengünstig. Es lohnt sich also, mehr Geld in die Produktion der (Bewegtbild-)Anzeigen zu stecken um dann im Gegenzug billige Klicks zu bekommen. Ausprobieren lohnt sich auf jeden Fall.

Spotify, Twitter, Bing Ads und Co – Noch eine Nische

Auch beim großen Musik-Streamingdienst Spotify könnt ihr Werbung schalten – diese wird dann nur den Nutzern ausgespielt, die nicht für einen Premiumacccount bezahlen. Bislang ist es hier zwar so, dass das Targeting ziemlich schlecht zu sein scheint (ich höre Metal und erhalte Werbung für die neueste Hip Hop Playlist), aber das wird sich bestimmt mit der Zeit noch verbessern. Und wenn ihr ein Produkt habt, das zu der Zielgruppe von Spotify passt, dann lässt sich hier sicher etwas Traffic ziehen.

Gleiches gilt für Twitter. Im Gegensatz zu Facebook sind hier natürlich deutlich weniger Nutzer unterwegs und das Targeting ist nicht annähernd so granular – aber wenn es von der Zielgruppe her passt, kann Twitter auch im Paid-Bereich ein mächtiges Werkzeug sein. Gleiches gilt selbstverständlich auch für andere soziale Netzwerke wie Instagram. Achtet bloß immer darauf, dass ihr eure Sprache und die Nutzung von Medien der jeweiligen Plattform anpasst. Denn was bei einem Kurznachrichtendienst funktioniert, muss noch lange nicht bei einem Bilderdienst zielführend sein.

Und dann gibt es da ja noch andere Suchmaschinen. Zwar haben Bing, Yahoo und Co. nicht einmal annäherend so viel Traffic-Potential wie Google. Aber dafür ist hier auch die Konkurrenz kleiner. Und oft lassen sich auch die Kampagnen aus AdWords kinderleicht in die jeweiligen Werbekonten importieren. Es kann also nicht schaden, wenn ihr auch die Ad-Manager der anderen Suchmaschinen zu eurem Vorteil nutzt.

Banner – bitte nicht mehr

Es gibt also einige Möglichkeiten, um im Netz bezahlte Anzeigen zu schalten. Doch eine – komischerweise immer noch sehr beliebte – Möglichkeit solltet ihr besser nicht mehr in Betracht ziehen: Bannerwerbung. Und dafür gibt es einige gute Gründe:

  1. Banner sind extrem nervig – deshalb nutzen immer mehr User AdBlocker.
  2. Viele Klicks passieren, gerade auf mobile, nur aus Versehen.
  3. Viele User haben längst eine Banner-Blindness entwickelt und sehen eure Banner eh nicht mehr.

Und dies ist alles gar nicht verwunderlich. Denn wer auf die folgende Seite einer angesehenen Tageszeitung kommt, freut sich bestimmt nicht über die vielen spannenden Werbeangebote.

Screenshot: Mehr Banner als Content

Abb. 4: Beim Tagesspiegel hat sich der Content gut versteckt – dabei ist gar nicht Ostern.

Wen wundert es da, dass Nutzer alles dafür tun, um keine Werbebanner mehr sehen zu müssen. Tun wir ihnen den gefallen und setzen wir auf Werbeformate, die weniger aufdringlich sind und im Bestfall sogar thematisch passen. Dann freuen sich nicht nur eure Nutzer, sondern eure Werbung ist vielleicht sogar noch erfolgreich.

Paid Advertising funktioniert – wenn ihr es richtig macht

Ihr seht also, dass sich im Bereich Paid Advertising viele Möglichkeiten ergeben, um qualifizierten Traffic auf eure Websites zu ziehen. Allerdings nur dann, wenn ihr euch Mühe gebt und an den zentralen Stellen auch mal einen Experten zu Rate zieht.

Wichtig ist: Verärgert eure Nutzer nicht. Wenn eure Inhalte vor lauter Werbung nicht mehr zu finden sind, werdet ihr euch bald keine Gedanken mehr darüber machen müssen, wie ihr eure Inhalte finanzieren könnt – weil sie eh niemand mehr lesen wird. Setzt daher auf Ad-Formate, die dem Nutzer etwas bringen und ihn nicht nur stumpf nerven. Dann klappt es auch mit dem Traffic durch bezahlte Werbeanzeigen.

Über den Autor

Oliver Engelbrecht

Chefredakteur
Nach meinem Studium der Politikwissenschaft (mit dem Schwerpunkt Diplomatie) habe ich zunächst das SEO-Portal aufgebaut und zuletzt als Chefredakteur geleitet. Nun bin ich bei der Agentur LEAP/ für das Marketing verantwortlich und koordiniere unser Magazin GrowthUp - wiederum als Chefredakteur.
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