Amazon-SEO Teil 1: Mit diesen Tipps optimiert ihr das Ranking eurer Produkte

Das erwartet euch in diesem Beitrag

  • Welche Ziele lassen sich mit Amazon-SEO erreichen?
  • Was ist bei Titeln und Bildern besonders wichtig?
  • Wie geht man mit den Limits für Bytes und Zeichen um?

Man kann von Amazon halten, was man möchte. Doch wirtschaftlich betrachtet rockt der Online-Versandhändler seit Jahren ohne Ende und greift mehr und mehr Marktanteile ab.

Angeschlossene Anbieter profitieren immens davon. Umso stärker wächst das Leistungs- und Produktangebot bei Amazon – und damit die Konkurrenz untereinander. Daher wird Amazon-SEO jetzt immer wichtiger. Hierbei geht es darum, die Bewerbung eurer Produkte so zu optimieren, dass sie im Amazon-Ranking weit oben landen. Also bei passenden Suchanfragen die vorderen Plätzen besetzen und idealerweise häufiger gekauft werden.

Entsprechend sind die Ziele von Amazon-SEO:

  • Steigerung der Conversion Rate (CR)
  • Steigerung der Click Through Rate (CTR)
  • Steigerung des Absatzes

Doch wie erreicht ihr, dass sich die oben genannten Metriken verbessern und ihr volles Potenzial entfalten?

Auf diese Frage gehe ich im ersten Teil unserer zweiteiligen Serie über Amazon-SEO ein und erkläre euch, wie ihr bei Suchanfragen auf Amazon einen zusätzlichen Boost für eure Sales hinbekommt.  

Hinweis: Ich unterscheide bewusst zwischen Bytes und Zeichen und berücksichtige damit die Vorgaben von Amazon. Denn wesentlich für diese Metriken ist, dass normale Zeichen (a, b, c, d …) als ein Byte zählen und Sonderzeichen (ä, ö, ü, & …) als zwei oder mehr Bytes. Die Anzahl der Bytes und Zeichen kann bei manchen Wörtern also voneinander abweichen. Das ist bei der Fein-Optimierung wichtig, da die Keywords ab einer bestimmten Länge nicht mehr beachtet und indexiert werden.

Eure sieben ersten Schritte bei Amazon-SEO

Größtenteils spielt sich Amazon-SEO im Amazon-Listing ab, also auf der Produktseite. Deshalb solltet ihr genau dort mit der Optimierung starten, um das Amazon-Ranking eurer Produkte zu pushen.

Für den A9-Ranking-Algorithmus von Amazon sind die nachfolgenden Ranking-Faktoren von zentraler Bedeutung:

Titel: Klare Ansage, USP & Userfreundlichkeit first

Der Titel sollte ca. 80 Zeichen lang sein. Zwar sind maximal 150 Zeichen möglich – zwecks Userfreundlichkeit sollte dies aber nicht komplett ausgenutzt werden.

In den Titel gehören:

Zwischen den Kategorien (Elektronik, Schmuck, Bekleidung etc.) hat Amazon noch kleinere Unterschiede definiert. Um das meiste aus euren Produkt-Listings herauszuholen, solltet ihr auch den betreffenden Style-Guide lesen.

Titelbild: Visitenkarte des Produkts und wichtig für die CTR

Es ist wichtig, aussagekräftige Bilder zu verwenden, die das angebotene Produkt deutlich erkennen lassen. Am besten lässt man das Produktbild professionell erstellen, da die CTR maßgeblich vom Titelbild abhängt und dieses sozusagen die Visitenkarte des Produkts ist. Auf dem Hauptbild darf zudem nur das angebotene Produkt zu sehen sein (ohne weitere Accessoires), und der Bildhintergrund muss weiß sein.

Habt ihr ein passendes Bild in guter Qualität herausgesucht, sollte es sequenziell A/B- getestet werden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Screenshot: Amazon-SEO

Ein ansehnliches Produktbild ist essenziell (Screenshot Amazon/Salomon).

Weitere Bilder: Möglichst viele Aspekte des Produkts beleuchten

Neben dem Titelbild sollten noch weitere Bilder vom Produkt verwendet werden. So kann es der Nutzer aus verschiedenen Perspektiven betrachten und erhält mehr Informationen. Um die besten Ergebnisse zu erzielen, sollten es fünf oder mehr Bilder mit einer Mindestgröße von 1.000 x 1.000 Pixel sein. Ab dieser Bildgröße kann der User die Zoom-Funktion nutzen, was sich erwiesenermaßen positiv auf die Kaufentscheidung (CVR) auswirkt. Ihr könnt maximal acht Bilder hochladen.

Die Bilder sollten verschiedene Aspekte und Vorzüge des Produkts hervorheben:

  • Lifestyle-Bilder
    • Produkt in der Hand einer Person oder Produkt bei der Benutzung etc.
Screenshot: Amazon-SEO

So kann es aussehen, wenn man ein Produkt in Aktion zeigt (Screenshot Amazon).

  • Produkt-Informationsbilder
    • Material
    • Beschaffenheit
Screenshot: Amazon-SEO

Wichtig: Viele Informationen auf einen Blick liefern (Screenshot Amazon).

  • Verwendungszweck/Einsatzmöglichkeiten
Screenshot: Amazon-SEO

Das Produkt und seine Einsatzmöglichkeiten (Screenshot Amazon).

  • Besonderheiten/Feinheiten
    • Um Beschwerden vorzubeugen, sollten eure Bilder etwaige Besonderheiten des Produkts im Detail zeigen. Beispiel: Hat ein Produkt statt Knöpfen einen Reißverschluss, muss der Käufer dies auf den Bildern deutlich sehen können. Andernfalls könnte er nach dem Kauf enttäuscht sein, da er sich das Produkt anders vorgestellt hat – und eine schlechte Bewertungen abgeben. Dies ist natürlich unbedingt zu vermeiden!

Backend: Optimierung auf dem sprichwörtlichen Bierdeckel

Das Backend ist bei Amazon-SEO eine der wichtigsten Optimierungsschrauben und gehört sorgfältig bearbeitet. Allerdings ist der verfügbare Platz begrenzt, weshalb ihr auf Kommas oder Wiederholungen verzichten solltet, um diesen optimal zu nutzen. Ein Leerzeichen zwischen den Keywords reicht völlig aus. Und wenn sich die für euer Produkt zutreffenden Suchbegriffe sowohl getrennt als auch zusammen schreiben lassen, sollten sie immer mit einem Bindestrich gekoppelt werden. Dann nämlich beachtet Amazon beide Schreibweisen.

Für die Optimierung stehen aktuell (nur noch) 249 Bytes zur Verfügung. Wird diese Grenze überschritten, werden die “überschüssigen” Keywords nicht indexiert. Hintergrund: Früher wurde das Backend mit Keywords nur so vollgestopft, und die Produkte konnten für alles Mögliche ranken. Mit dem reduzierten Limit möchte Amazon sicherstellen, dass die User mit ihren Suchanfragen bessere Ergebnisse erzielen.

Bulletpoints: Nur 1.000 Bytes für Produktattribute und Keywords

Für jeden Bulletpoint können 500 Zeichen verwendet werden. Davon ist jedoch abzuraten, da Amazon aus Gründen der Userfreundlichkeit bei der Suche nur die ersten 1.000 Bytes beachtet – und zwar bei allen Bulletpoints zusammengenommen. Mit anderen Worten: Alle Keywords, die nach diesen 1.000 Bytes kommen, werden nicht indexiert.

Wenn ihr trotzdem mit mehr Text arbeiten wollt, solltet ihr eure Keywords nach Relevanz priorisieren und die wichtigsten in den oberen Bulletpoints platzieren. Weitere Informationen bzw. Produktattribute mit weniger relevanten Keywords könnt ihr dann in die unteren Bulletpoints packen.

Produktbeschreibung: Viel Platz für Infos und Longtail-Keywords

Für die Produktbeschreibung stehen 2.000 Zeichen zur Verfügung. Hier habt ihr also ausreichend Platz, in vollständigen Sätzen zu schreiben und dabei auf unstrukturierte oder “abgehackte” Aufzählungen zu verzichten. Das ist insbesondere bei erklärungsbedürftigen Produkten von Vorteil, da sich der User somit ein besseres Bild davon machen kann. Zudem könnt ihr etwas genauer auf die Besonderheiten des Produkts eingehen.

Auch für Longtail-Keywords ist in der Produktbeschreibung genug Platz vorhanden. Hier haben unsere Tests gezeigt, was bei vielen Kategorien mit den in der Produktbeschreibung platzierten Keywords geschieht: Wird nach einem einzelnen Keyword aus der Beschreibung gesucht, ist dieses nicht auffindbar – das Keyword rankt nicht. Bei der Suche mit zwei in der Beschreibung nahe zusammenstehenden Keywords hingegen wird das Produkt gefunden. Platziert man also Keywords in der Produktbeschreibung, sollte immer überprüft werden, ob das Produkt auch wirklich für die verwendeten Keywords rankt, und der Fokus sollte speziell auf Longtail-Keywords gelegt werden.

Enhanced Brand Content: Zusätzliche Inhalte für Marken

Per Enhanced Brand Content (EBC), einer eingeschränkten Form von A+ Content, lassen sich eurer Produktdetailseite bei Amazon weitere Texte, Vergleichstabellen und Bilder hinzufügen. Dadurch erzielt ihr einen zusätzlichen Branding-Effekt und könnt eure Marke umso besser positionieren. Vorher müsst ihr diese aber bei Amazon registrieren. Innerhalb von 48 Stunden erfahrt ihr dann, ob eure Marke genehmigt wurde und ihr EBC verwenden könnt. Bevor der neue Content live geht, wird dieser von Amazon überprüft, um sicherzustellen, dass keine Amazon-Richtlinien verletzt werden.

Anders als bei den weiter oben genannten Punkten wird EBC für die Amazon-Suche nicht indexiert. Heißt: Eure Produkte können dabei nicht durch diejenigen Keywords gefunden werden, die ihr dort platziert habt. Das gilt auch für die verwendeten Image Tags.

Und was ist nun besser: die normale Produktbeschreibung oder EBC? Wir haben die Erfahrung gemacht, dass EBC oftmals mehr bringt, da schon eine kleine Verbesserung der CVR eine große Auswirkung auf den Umsatz haben kann und die Brand erlebbarer gemacht wird. Hinzu kommt, dass EBC “stattdessen” von Google indexiert wird. Am Ende hängt es aber vom Produkt ab, welcher Variante ihr den Vorzug gebt. Im Zweifelsfall solltet ihr beide testen und die Ergebnisse vergleichen. Übrigens: Falls ihr euch für EBC entscheidet, wird die Produktbeschreibung ausgeblendet. Die darin verwendeten Keywords bleiben jedoch weiterhin für die Amazon-Suche indexiert.

In der in Deutschland andauernden Testphase ist EBC derzeit noch kostenlos. Das kann sich aber bald schon ändern.

Fazit

Klar ist: Die Amazon-Suche wird von immer mehr Kunden genutzt, um sich über Produkte und Lösungen zu informieren. Deshalb führt an Amazon-SEO kein Weg mehr vorbei. Mit diesen ersten Schritten seid ihr aber schon mal auf der richtigen Spur. Nehmt euch also Zeit dafür! Schließlich wollt ihr auch in Zeiten immer härteren Wettbewerbs im Web, dass eure Produkte im Markt gut performen. Dafür müsst ihr bei Suchanfragen auf Amazon mit relevanten Keywords punkten und aussagekräftige Produktbeschreibungen bieten.

Im zweiten Teil unserer Serie vertiefe ich einige Aspekte von Amazon-SEO (Indexierung, Bewertung und Preis) und verrate euch, mit welchen Tools ihr möglichst effizient vorgeht.

Über den Autor

Wanja Ernst

Redakteur
Ich bin Performance Marketing Manager bei LEAP/ und kümmere mich um die Accounts, entwickle individuelle Strategien und teste neue Paid-Kanäle für unsere Kunden an. Zudem drehe ich Youtube-Tutorials für unsere Agentur, um mein Wissen zu teilen und selber noch zu wachsen.