Blogger Relations – Die 6 wichtigsten Schritte für nachhaltige Linkkooperationen

Das erwartet euch in diesem Artikel

  • Wie sprecht ihr Blogger richtig an?
  • Was sind absolute No-Gos?
  • Warum ist ein fundiertes Briefing so wichtig?

Blogger sind ein wichtiges Zahnrad für Unternehmen im Online Marketing. Sie sind Multiplikatoren und Meinungsmacher, Traffic-Lieferanten und Werbe-Testimonials.

Unternehmen sollten deshalb beim Kontakt mit Bloggern nicht nur Inhouse-Ressourcen aufwenden, sondern auch auf bereits etablierte Kontakte von Agenturen zurückgreifen. Diese kennen den Markt meist deutlich länger und sind daher auch besser vernetzt.

Dabei gilt vor allem eine Regel: Blogger sind Menschen. Und damit auch Individuen. Eine Massen-Mail hilft keinem weiter, vielmehr muss jeder einzeln angesprochen und individuell behandelt werden.

Darüber hinaus gibt es sechs Schritte, die ihr beachten solltet, wenn ihr nachhaltige und für beide Seiten lohnenswerte Kooperationen anstrebt. Ob es dabei nun um Backlinks oder eine Kampagne in den sozialen Netzwerken geht, ist egal. Diese Regeln lassen sich auf beide Szenarien anwenden.

Foto: Briefkästen

1. Themenrelevanz

Schreibt Blogbetreiber nur an, wenn euer Produkt bzw. eure Dienstleistung wirklich zur Seite passt. Alles andere verschwendet nicht nur eure eigene Zeit, sondern auch die der Blogger.

Diese bekommen, wenn sie wirklich gut sind, täglich dutzende Nachrichten. Ist eure Anfrage unpassend, landet sie schnell im Papierkorb. Und wenn es schlecht läuft, seid ihr dann direkt auf der Blacklist. Dann könnt ihr sie auch nicht mehr erreichen, wenn es später einmal doch thematisch passt.

Recherchiert also, worum es in dem Blog wirklich geht. Es reicht oft nicht aus, wenn es nur grob die richtige Richtung ist. Was soll z.B. ein Scuba-Diver mit einem Schnorchel anfangen?

2. Persönliche und angemessene Ansprache

Wie eingangs erwähnt: Jeder Blogger ist anders!

Beschäftigt euch vorher mit der Seite und schaut genau darauf, wie der Blogger mit seinen Lesern interagiert. Gibt es zum Beispiel eine „About me Seite“, dann lest diese und sammelt möglichst viele Informationen.

Duzt er die Leser oder siezt er sie? Schreibt er neutral oder persönlich? Was gibt er über sich selbst preis? Mit all diesen Informationen könnt ihr Blogger deutlich zielgerichteter ansprechen. Diese werden sich freuen, wenn ihr nicht mit einer Massenmail auf sie zukommt und dazu noch alle Details richtig habt. Nutzt ihr die falsche Anrede oder den falschen Namen, ist die Mail schon nach der ersten Zeile wertlos.

3. Kontaktaufnahme – Weniger ist mehr

Zeit ist Geld. Dies gilt nicht nur für Unternehmen, sondern auch für die Person hinter einer Website. Reduziert deshalb die erste Anfrage auf das Wesentliche. Stellt euch kurz vor, sagt, worum es geht und erklärt die groben Rahmenbedingungen. Wenn diese passen, bleibt euch später immer noch mehr Zeit für einen tiefergehenden Austausch. Und wenn nicht, dann ist jede zusätzliche Information vergebene Liebesmüh.

Und doch: Blogger möchten umschmeichelt werden. Lobt also seine Arbeit und Mühe, die er in seine Seite investiert. Greift einen besonders gelungenen und im besten Fall thematisch zu euch passenden Artikel heraus und geht kurz auf den Inhalt ein. So zeigt ihr dem Blogger, dass ihr euch mit seinen Inhalten auseinandergesetzt habt.

Wenn nicht direkt eine Antwort vom Seitenbetreiber kommt, keine Angst. Wartet ein paar Tage mit einer Nachfassmail, denn Blogger arbeiten meist selbst und bloggen nur in ihrer Freizeit. Das heißt, sie sind nicht jederzeit für euch erreichbar, sondern nur dann, wenn sie selbst Zeit für und Lust auf ihr Projekt haben.

Bietet jedoch von eurer Seite gern die Möglichkeit des ständigen Austauschs an. So wirkt ihr professionell und offen.

4. Authentizität der Blogger bewahren

Hier gibt es immer die Zwickmühle zwischen Content Marketing zu PR-Zwecken und Unique Content. Ihr müsst dabei ein gesundes Mittelmaß finden. Jeder Blogger hat seinen eigenen Schreibstil und schreibt persönlich bzw. privat über die Themen, die ihn interessieren. Genau deshalb sind ihm seine Leser treu und lesen die Beiträge wegen seiner Authentizität.

Ein Blogartikel sollte deshalb nicht als verlängerte Unternehmenskommunikation angesehen werden. Niemals sollten Stil und kreative Aufbereitung geändert werden. Ein authentischer Artikel mit Unique Content sollte immer im Vordergrund stehen. Sonst beraubt ihr den Blogger seiner größten Stärke – ein Problem, das auch im Influencer-Marketing immer häufiger um sich greift.

5. Richtiges Briefing und Planung

Sind alle Rahmenbedingungen geklärt und ihr habt einen Kooperationspartner gefunden, dann müsst ihr ihm helfen, euch zu helfen. Ein ausführliches inhaltliches Briefing ist dabei unerlässlich. Hier gehören unbedingt folgende Punkte hinein:

  1. Wer ist der Auftraggeber?
  2. Worum geht es?
  3. Was sind die Ziele bzw. wer ist die Zielgruppe?
  4. Gibt es Ideen oder Vorschläge zum Thema?
  5. Was gehört überhaupt nicht in den Beitrag?

Es sollte genügend Zeit für die Content-Erstellung eingeplant werden, um keinen Druck aufzubauen und damit den Inhalt oder die Qualität zu beeinflussen. Behaltet immer im Hinterkopf: Der Blogger macht dies in seiner Freizeit.

Mit einem fundierten Briefing macht ihr nicht nur eurem neuen Partner das Leben einfach, ihr minimiert auch für euch selbst die Gefahr von negativen Überraschungen. Denn niemand hat Lust auf mehrere Feedback-Schleifen oder gar ein Ende der Arbeitsbeziehung, weil man einfach nicht auf einen Nenner kommt.

6. Nachfassen und Nachhaltigkeit

Nach der Zusammenarbeit ist vor der Zusammenarbeit. Bedankt euch nach dem erfolgreichen Abschluss Kooperation beim Blogger und bleibet mit ihm in Kontakt. So gewinnt ihr langfristig das Vertrauen. Ihr spart bei der nächsten Kampagne Zeit bei der Ansprache und Kommunikation, da der Blogger weiß, wer ihr seid und wie die Zusammenarbeit abläuft.

So kann man über die Jahre immer mehr zuverlässige Partner gewinnen. Diesen Vorteil bietet dann natürlich eine Agentur, die in dem Bereich bereits über große Netzwerke verfügt und für viele Themen auf passende Partner zurückgreifen kann.

Fazit: Der Ton macht die Musik

Es wird niemals klappen, dass sämtliche Anfragen erfolgreich sind. Aber mit der richtigen Ansprache könnt ihr die Chancen auf eine erfolgreiche Kooperation deutlich erhöhen. Nehmt eure (potentiellen) Partner ernst, kommuniziert gezielt und auf Augenhöhe – dann klappt es auch mit einer langfristigen Zusammenarbeit.

Über den Autor

Peter Herzer

Redakteur
Nach meinem Studium bin ich ins Online-Marketing gekommen und seit 2013 bei LEAP/ (ehemals Barketing). Angefangen habe ich als Trainee und wurde dann zum Account Manager im Offpage-SEO. Dort helfe ich Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Offpage-Strategien.
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