Google-Ads-Konto pflegen: Mit diesen fünf Tipps behaltet ihr den Überblick

Das erwartet euch in diesem Beitrag

  • Wie lassen sich Kosten sparen und Potenziale aufdecken?
  • Welche Arbeitserleichterung bieten Skripte?
  • Was ist für eine strukturierte Ordnung alles zu tun?

Mit der Zeit wachsen Google-Ads-Konten. Neue Kampagnen, Anzeigengruppen und Keywords kommen hinzu. Wir testen diverse Anzeigen und Erweiterungen und entwickeln das Konto in eine Richtung, die wir so am Anfang vielleicht noch nicht für möglich gehalten haben. Auch Google trägt zu den stetigen Veränderungen bei, indem immer neue Features und Produkte bereitgestellt werden, die dazu auch häufig alte Formate ablösen.

Hier den Überblick zu behalten und immer ganz konkret zu wissen, was sich aktuell im Konto befindet und bei Google ausgespielt wird, scheint da fast unmöglich. In diesem Beitrag verraten wir euch daher, wie ihr von Anfang an alles im Griff behaltet.

Tipp 1: Suchbegriffe checken

Keywords als unsere kleinsten Bausteine im Google-Ads-Konto sollten bei der Kontopflege unbedingt einen wichtigen Stellenwert haben. In den wenigsten Fällen werden in einem Konto Keywords lediglich als Exact-Match eingebucht. Das bedeutet, dass unsere Keywords nicht nur Anzeigen auslösen, die genau mit unserem hinterlegten Keyword übereinstimmen, sondern in aller Regel auch Variationen und Kombinationen mit anderen Suchbegriffen zu Klicks führen.

Eine regelmäßige Kontrolle der Suchbegriffe ist deshalb unerlässlich, um Kosten zu sparen, denn wir möchten verhindern, für Suchanfragen zu bezahlen, die uns keinen Mehrwert bieten. Im Bereich „Suchbegriffe“ können wir unpassende Keywords ausschließen, um zukünftig eine Anzeigenauslösung durch bestimmte Suchanfragen zu unterbinden.

Suchanfragen, die eine Anzeigenschaltung ausgelöst haben zum Keyword „+zahnarzt“. Der Suchbegriff „hunde“ sollte hier ausgeschlossen werden (Screenshot Google Ads).

Wenn im Vorhinein bereits klar ist, dass bestimmte Begriffe wie beispielsweise „gebraucht“, „umsonst“, „2nd hand“ oder Ähnliches nicht zu einem Shop passen, können direkt zu Beginn ganze Listen, die auszuschließende Keywords enthalten, ins Konto geladen werden.

Tipp 2: Das Skript Negative Keywords Conflict einbauen

Häufiger als man denkt, kann es durch auszuschließende Keyword-Listen unwillentlich zur Blockade von Keywords kommen, die eigentlich beworben werden sollten. Insbesondere wenn auszuschließende Keyword-Listen einmal zu Beginn hinterlegt wurden, das Konto daraufhin aber über die Jahre weitergewachsen ist, und man nicht mehr alle auszuschließenden Keywords der Liste im Kopf hat, ist dies wahrscheinlich.

Nehmen wir einmal an, dass wir Keywords wie „video“, „clip“, „anleitung“ etc. ausgeschlossen haben, um zu verhindern, dass unsere Anzeigen ausgespielt werden, wenn Nutzer nach Informationen zu bestimmten Produkten suchen, allerdings keine Kaufintention haben. Monate später gibt es ein neues Produkt in unserem Shop für Lederwaren und Taschen – den I-Clip (der intelligente Geldbeutel). Unsere auszuschließende Keyword-Liste würde in diesem Fall die Ausspielung des Keywords „+i +clip“ blockieren.

Zum Glück gibt es hier ein Skript, das schnell und einfach im Konto hinterlegt werden kann und uns über auszuschließende Keywords informiert, die eingebuchte Keywords blockieren. Das Skript kann bei Google Developers kopiert werden.

Notwendige Anpassungen, die im Skript vorgenommen werden müssen, sind auf der Landingpage zum Skript beschrieben. Im Google-Ads-Konto muss dann noch die Häufigkeit, mit der das Skript automatisiert durchlaufen soll, eingetragen werden. Werden bei einem Durchlauf blockierte Keywords entdeckt, erhaltet ihr eine Mail mit einem Spreadsheet-Link und könnt überlegen, ob es weiterhin sinnvoll ist, das negative Keyword im Konto zu behalten:

Ergebnisse des Skriptdurchlaufs werden in einem Spreadsheet dargestellt (Screenshot AdWords).

Tipp 3: Doppelte Keywords entfernen

Es gibt zudem die Möglichkeit, dass neue Keywords nach Durchsicht der Suchbegriffe bzw. nach Produktupdates hinzugefügt werden. Bei großen Konten, bei denen schnell die Übersicht verloren gehen kann, ist es so möglich, dass Keywords doppelt eingebucht werden. Damit sich doppelte Keywords nicht kannibalisieren, lassen sich die doppelten Keywords über eine Funktion im Google-Ads-Editor leicht ausmachen. (Der Google-Ads-Editor ist ein kostenloses Tool von Google, mit dem Anpassungen am Konto auch offline durchgeführt werden können.)

Dazu wählt man im Editor unter Tools die Option „Identische Keywords suchen“. Daraufhin öffnet sich ein Fenster, in dem man auswählen kann, in welchen Kampagnen nach doppelten Keywords gesucht werden soll. Außerdem lassen sich verschiedene Einstellungen zu den Eigenschaften machen, die die Keywords haben sollen.

Ansicht der Option „Identische Keywords suchen“ im Google-Ads-Editor (Screenshot).

Nach Ausführung der Suche erhaltet ihr im Bearbeitungsfeld des Editors eine tabellenartige Übersicht, die euch zeigt, welche Keywords doppelt sind, in welcher Kampagne und Anzeigengruppe sie jeweils auftreten, ob sie aktiv sind und mit welcher Keyword-Option sie eingebucht sind. Kommt es zu ungewünschten Doppelungen, sollten diese entsprechend bereinigt werden, indem die überschüssigen Keywords entfernt werden.

Tipp 4: Das Skript Link Checker nutzen

Ein geniales Skript, das in keinem Google-Ads-Konto fehlen sollte, macht euch darauf aufmerksam, wenn die Ziel-URLs eurer Anzeigen nicht funktionieren. Dabei ist es häufig sogar genauer als der Google-Algorithmus selbst, so dass ihr abgelehnten Anzeigen vorbeugen könnt. Das Link-Checker-Skript ist schnell hinterlegt. Auch hier bedarf es weniger Anpassungen, um es einzurichten.

Je nachdem, mit welcher Häufigkeit der Durchlauf-Rhythmus eingerichtet wurde, erhaltet ihr beispielsweise einmal pro Woche eine Mail, falls es Anzeigen gibt, die auf 404-Fehler leiten. Dies könnet ihr dann direkt bearbeiten, um zu vermeiden, dass unnötige Kosten durch Anzeigenklicks anfallen, die ins „Leere“ führen. Alle wichtigen Infos zum Skript findet ihr ebenfalls auf Google Developers.

Tipp 5: Labels strukturiert nutzen

Zwei Anmerkungen zu Google-Ads-Labels: Wer diese bereits nutzt – prima. Aber bitte nicht vergessen, regelmäßig auszumisten, wenn Labels veraltet sind oder nicht mehr benötigt werden. Wer Labels noch nicht kennt bzw. nicht nutzt: Jetzt wird es Zeit.

Mit Labels lassen sich Kampagnen, Anzeigengruppen, Keywords und Anzeigen kennzeichnen, um es bei der Filterung nach bestimmten Merkmalen leichter zu haben. Angenommen, man fügt heute 50 neue Keywords zu seinem Konto hinzu, die aber keine Gemeinsamkeit aufweisen, nach der sich der Keyword-Text filtern lässt, dann hat man danach das Problem, dass die Keywords nicht wiederzufinden sind. Ihr möchtet aber die Möglichkeit haben festzustellen, wie gut oder schlecht diese neuen Keywords performen – und das möglichst auf einen Blick. Ein Label „Neue Keywords 02/20“ kann da Abhilfe schaffen. So fügt man seinen neuen Keywords das gewünschte Label hinzu und beobachtet die Performance im Konto, indem man seine Keywords nach eben diesem Label filtert. Labels sollten dabei am besten sprechend benannt werden bzw. auf jeden Fall so, dass jeder, der mit dem Konto arbeitet, sofort weiß, worum es bei dem Label geht.

Erstellung eines neuen Labels in der Google-Ads-Oberfläche (Screenshot).

Fazit

Genauso wie ihr bei euren Labels regelmäßig ausmisten sollten, gilt dies auch für alle anderen Komponenten eures Kontos. Wenn ein Keyword seit über einem Jahr nicht mehr ausgespielt wurde und es nicht an euren Geboten liegt, kann man sich in der Regel getrost von solchen Keywords verabschieden. Auch zuhauf pausierte Anzeigen sollten früher oder später gelöscht werden, um mehr Übersichtlichkeit im Konto zu schaffen. Wer viel mit automatisierten Regeln arbeitet, kann auch hier von Zeit zu Zeit großzügig Regeln löschen, die schon längst durchgeführt wurden.

Neben dem Ausmisten nicht mehr relevanter Inhalte, bieten jedoch Skripte wie die oben vorgestellten einen deutlichen Mehrwert, da man durch sie nicht nur Kosten sparen, sondern auch ungenutzte Potentiale aufdecken kann.

Noch mehr Tipps zum Thema gibt’s in unserem Beitrag “Aus Google Analytics für Google Ads lernen – 5 Strategien für nachhaltigen Erfolg“.
Über den Autor

Stefanie Frühauf

Ich arbeite im SEA-Team der Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Neben Google Ads befasse ich mich schwerpunktmäßig mit der Datenanalyse in Google Analytics. Über diese Themen schreibe ich auch regelmäßig im Bloofusion-Blog sowie im Magazin suchradar.