Die häufigsten Fehlermeldungen in der neuen Google Search Console und ihre Lösung

Das erwartet euch in diesem Beitrag

  • Wie fixe ich Crawling-Anomalien, und was sind Soft 404-Fehler und 500-Serverfehler?
  • Wieso ist meine Seite nicht mehr im Google-Index und wie behebe ich manuelle Maßnahmen?
  • Wo sind meine Sterne in den Suchergebnissen? Falsche schema.org Auszeichnungen in Produkten beheben.

Dieser Beitrag richtet sich an SEO-Einsteiger, aber auch alte Hasen können hier vielleicht noch etwas lernen. Er hilft euch, die wichtigsten Fehler in der neuen Google Search Console zu verstehen, und zeigt euch, wie ihr sie behebt.

Außerdem findet ihr ganz unten noch eine kleine Liste mit weiterführenden Ratgebertexten.

Was ist die Google Search Console überhaupt?

Die Google Search Console ist ein kostenloses Tool von Google. Ihr könnt mit diesem Tool den Erfolg eurer Website in den Google-Suchergebnissen messen und Probleme bzw. Fehler finden.

Die Google Search Console (im Folgenden mit GSC abgekürzt) hieß früher Google Webmaster Tools und wurde Anfang 2019 komplett überarbeitet. Das Tool bekam dabei neue Funktionen. Deshalb möchte ich euch diese beiden aktuellen Beiträge für Einsteiger empfehlen.

Schulungen für die GSC bieten beispielsweise die Kolleginnen und Kollegen von get:traction an. 

Eine Funktion der Search Console ist die Diagnose von Fehlern, die eure Rankings verschlechtern. Dazu könnt ihr auf zwei Arten vorgehen:

  1. Workflow-orientiert: Ihr durchsucht Schritt für Schritt die einzelnen Abschnitte in der GSC und schaut, ob Fehler angezeigt werden.
  2. Problem-orientiert: Ihr habt ein bestehendes Problem erkannt (zum Beispiel durch ein SEO-Tool) und sucht nach der Ursache des Problems.

In der Praxis sucht ihr meistens die Fehlermeldungen in der Google Search Console auf, weil ihr ein Problem habt. Eure Seite hat Rankings verloren oder der Sistrix-Index ist abgestürzt.

Daher benutze ich im Folgenden den problemorientierten Ansatz.

Abdeckung: Wie fixe ich Crawling-Anomalien? Was sind Soft 404-Fehler und 500-Serverfehler?

Problem: Ihr fragt euch, wieso bestimmte Unterseiten nicht bei Google gefunden oder zu viele Seiten im Index angezeigt werden, oder ihr seht plötzlich viele „Fehler“ im Bereich Abdeckung.

Screenshot: Abdeckungsfehler in der Google Search Console

Fehlermeldungen unter Abdeckung in der Google Search Console (Screenshot).

Beschreibung: Einer der wichtigsten Menüpunkte in der neuen GSC ist der Bereich „Abdeckung“. Dort seht ihr, wie viele eurer Seiten bei Google indexiert sind und wieso bestimmte Seiten ausgeschlossen werden. In diesem Bericht seht ihr auch für jede einzelne Sitemap die Indexabdeckung.

Die Analyse dieses Bereichs hilft euch, eure Seite aufzuräumen. Schließlich sollen nur die wichtigen und guten Seiten bei Google erschienen. Das verbessert eure Rankings.

Unter „Fehler“ könnt ihr auf jede einzelne Fehler-Bezeichnung klicken, um die betroffenen Beispiel-URLs angezeigt zu bekommen. Dadurch werden euch Probleme bei der Indexierung angezeigt. Weitere Details findet ihr unter den einzelnen Seiten. Dazu überprüft ihr die URL mit dem Google Search Console-Inspect Tool.

Screenshot: Google Search Console URL prüfen

So überprüft ihr eine URL in den Fehlermeldungen (Screenshot).

Jetzt gehe ich auf die wichtigsten Fehlerbezeichnungen ein und stelle Lösungen vor:

Screenshot: Fehlercodes in der Google Search Console

Diese Fehlermeldungen können unter Abdeckung auftauchen (Screenshot).

Gesendete URL als “noindex” gekennzeichnet”

In dieser Liste stehen URLs, die einen robots-tag “noindex”-Eintrag haben, sich aber trotzdem in der Sitemap befinden. Das ist ein Widerspruch.

Ein “noindex”-Eintrag steht am Anfang eines Dokuments im sogenannten “<head>”. Der Eintrag sieht wie folgt aus:

meta name="robots" content="noindex"

Screenshot: Fehlerbehebung in der Google Search Console

Reicht die URL ein. Google crawlt die Seite und überprüft den Fehler (Screenshot).

Entweder entfernt ihr diese URLs aus der Sitemap oder ihr ändert den robots-tag auf index, wenn ihr wollt, dass die Seite im Google-Index angezeigt wird. Wenn ihr oft den Status “index” oder “noindex” ändert und ihr viele Seiten habt, kann dieser Bericht starke Verzögerungen aufweisen.

Google muss nämlich erst Dokumente-Seiten crawlen und die Angaben überprüfen. Ihr könnt diesen Prozess beschleunigen, indem ihr auf “Fehlerbehebung überprüfen” klickt.

Gesendete URL hat Crawling-Problem

Google meldet unter diesem Fehlercode URLs, die eigentlich gar nicht existieren dürften. Trotzdem hat sie der Googlebot im Quellcode gefunden und weiterverfolgt. Bei Aufrufen der URL wird dem Nutzer ein Fehlercode angezeigt, weil es die Seite nicht geben sollte.

Falls Google viele solcher URLs entdeckt, solltet ihr solchen Crawling-Anomalien nachgehen. Denn dadurch wird das Crawl-Budget verschwendet, und ihr füttert Google mit “Datenmüll”. Baut diese Seiten ab und löscht die interne Verlinkung.

Gesendete URL nicht gefunden (404)

Unter dieser Meldung findet ihr URLs, die einen regulären 404-Statuscode mit der entsprechenden Fehlerseite aufweisen. Oft sind das alte, inaktive URLs. Google checkt diese manchmal. Hier müsst ihr nichts machen. Diese Seiten verschwinden mit der Zeit.

Wenn ihr aber bemerkt, dass die URLs in dieser Fehlermeldung intern verlinkt sind oder in der Sitemap angezeigt werden, solltet ihr handeln. Löscht die interne Verlinkung und nehmt all solche Seite aus der Sitemap.

Wenn ihr merkt, dass diese alte 404-Seite externe Backlinks hat oder noch Google Traffic erzeugt, könnt ihr auch eine 301-Weiterleitung auf eine ähnliche Seite einrichten. Dadurch bleibt der Nutzer auf eurer Seite und auch der Trustflow für den Googlebot bleibt erhalten.

Gesendete URL ist ein Soft 404-Fehler

Bei einem Soft 404 gibt euch Google zu verstehen, dass die Suchmaschine die Seite anders einordnet als ihr. Der häufigste Fehler aus Googles Sicht ist, dass die Seite zu wenigen oder irrelevanten Inhalt hat. Dadurch wird die Seite trotz Status Code 200, wie eine 404-Seite behandelt. Die Seite wird als nicht existent betrachtet. Was könnt ihr dagegen machen?

  • Zuerst schaut ihr euch die URLs an und macht die Einzelseiten auf. Mit dem Chrome Plugin Redirect Path könnt ihr den Response-Code der Seite herausfinden.
  • Wenn die Seite den richtigen Inhalt anzeigt, sollte sie den Status Code 200 ausspielen.
  • Wenn die Seite leer ist oder nicht existiert, sollte der Statuscode 404 oder 410 ausgegeben werden.
  • Zusätzlich solltet ihr prüfen, ob eure Seite eine individuelle 404-Fehlerseite hat, die den Status Code 404 ausspielt und dem Nutzer Informationen liefert.

Gesendete URL durch robots.txt blockiert

In der robots.txt kann der Webmaster dem Googlebot verbieten, bestimmte URLs anzuschauen. Dadurch werden diese URLs nicht bei Google gefunden. Bei einigen Seiten mit Login oder Seiten mit Parametern ist das sinnvoll oder erwünscht.

Wenn in dieser Liste allerdings Seiten auftauchen, die Traffic erzeugen sollen, schaut in eurer robots.txt-Datei. Stehen solche Seiten auf “disallow”, dann löscht den Eintrag. Ihr solltet aber darauf achten, dass nicht zu viele Dokumente freigegeben werden.

Serverfehler (5xx)

Der Googlebot hat beim Aufrufen dieser Seiten einen Serverfehler erhalten. Wenn ihr nur vereinzelt Fehler bekommt, ist das kein Problem. Wenn das Problem aber öfter auftritt (Faustregel: mehr als zehn Fehler), stimmt etwas mit den technischen Einstellungen des Servers nicht.

Behebt diesen Fehler möglichst schnell, weil Google sonst die Seite schlechter rankt. Fragt euren Admin, ob der Hostserver Probleme hat oder ob der Server überlastet ist.

Und noch was …

Im Reiter “Ausgeschlossen” unter Abdeckung solltet ihr unbedingt nachschauen, wie viele und welche Seiten unter “durch noindex-Tag ausgeschlossen” stehen. Wollt ihr all diese Seiten wirklich von der Indexierung ausschließen?

Wenn ihr in der Liste einzigartige Seiten findet, die ihr Google zeigen wollt, dann stellt diese Seiten auf “robots: index” und fügt sie zur Sitemap hinzu.

Dazu müsst ihr checken, ob im <head> der meta-tag robots gesetzt wurde und ob dieser auf “noindex steht”: <meta name=“robots“ content=“noindex“ />. Ihr könnt den Tag komplett entfernen oder auf “index” stellen.

Manuelle Maßnahmen: Wieso ist meine Seite nicht mehr im Google-Index?

Screenshot: Manuelle Maßnahme Google Search Console

Manuelle Maßnahme in der Google Search Console (Screenshot).

Problem: Ihr habt eine E-Mail von Google mit einer manuellen Maßnahme erhalten. Ihr solltet eine solche Nachricht immer ernst nehmen, weil sie faktisch eine Google-Abstrafung ist. Durch eine Bestrafung kann eure Seite aus dem Google-Index genommen werden. Dadurch verschwinden eure Rankings, und ihr verliert den SEO-Traffic.

Beschreibung: Sicherheitsprobleme werden automatisch an euch geschickt, während manuelle Maßnahmen von dem Google-Quality-Team verschickt werden. Manuelle Maßnahmen werden dann ergriffen, wenn eure Website gegen die Google-Richtlinien verstößt und es spammige oder illegale Aktivitäten gibt.

Lösung: In der Nachricht zur manuellen Maßnahme oder Bestrafung wird das Problem beschrieben und eine Lösung mitgeliefert. Wenn ihr das Problem behoben habt, müsst ihr den Review-Button anklicken. Danach bewertet das Google-Quality-Team eure Änderung. Wenn ihr alles richtig gemacht habt, wird die Maßnahme aufgehoben, und die Rankings erholen sich. Diese Maßnahmen sind sehr heikel. Es ist daher ratsam sich an einen professionellen SEO-Experten oder eine Agentur zu wenden.

Ein Beispiel sind die früheren Abstrafungen für gekaufte Links im „Penguin-Zeitalter“ (2012-2016). Diese wurden früher als manuelle Maßnahme verschickt. Die Abstrafung gibt es heute noch, aber sie wird nicht mehr angezeigt und ist nun Teil des Kernalgorithmus.

Ein aktuelles Beispiel sind Schema.org-Auszeichnungen mit Spamstrukturen. Ihr dürft keine allgemeine Bewertung (z. B. Ekomi-Kundenbewertungen) seitenweit auszeichnen. Das kann zu einer Abstrafung führen, wenn ihr einzelne Serviceseiten habt. Stattdessen solltet ihr für jeden Service die konkrete Auszeichnung angeben.

Falsche Schema.org-Auszeichnungen in Produkten: Wo sind meine Sterne?

Problem: Eure Rich Snippets für Produkte werden nicht in den Suchergebnissen angezeigt. Beispiele sind die Produktpreise oder Bewertungssterne.

Beschreibung: Die Rich Snippets entstehen durch die Implementierung strukturierter Daten mithilfe der Auszeichnung von Schema.org. Google versteht dadurch eure Seiten besser. Ihr findet fehlerhafte Schema.org-Auszeichnungen links in der Sidebar unter “Verbesserungen”. In diesem Fall unter „Produkte“.

Screenshot: Fehlermeldungen zu schema.org in der Google Search Console

Anzeige und Anzahl der schema.org Markup-Fehlermeldungen (Screenshot).

Hier warden alle fehlerhaften Schema.org-Markups angezeigt. Wenn ihr auf eine Beschreibung klickt, werden euch alle Seiten angezeigt, auf denen das Problem bekannt ist.

Lösung: Ihr müsst herausfinden, ob für alle Seitentypen die Rich-Snippet-Auszeichnungen richtig implementiert sind. Dazu gebt ihr eine betroffene URL einfach in das Testing Tool für strukturierte Daten ein.

In dem Tool erhaltet ihr hilfreiche Fehlermeldungen und könnt den Code eurer Seite anschauen. Ihr solltet alle Fehlermeldungen beheben und das richtige Markup laut Schema.org einfügen.

Eine Option ist es auch, die fehlerhaften Auszeichnungen auszubauen, wenn ihr zum Beispiel keine Bewertungen habt. Manchmal ist weniger mehr.

Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten: Ist eure Website für Mobilgeräte optimiert?

Problem: Eure mobilen Rankings sind sehr schwach, oder ihr erhaltet Fehlermeldungen im Bericht: “Verbesserungen – Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten”.

Screenshot: Nutzerfreundlichkeit in der Google Search Console

Fehlermeldungen für Mobilgeräte in der Google Search Console (Screenshot).

Beschreibung: Seit 2018 sind die meisten Seiten auf den mobilen Google-Index umgezogen. Dadurch schaut sich Google alle Seiten zunächst in ihrer mobilen Variante an, weil mittlerweile mehr als 60 Prozent aller Suchanfragen vom Handy kommen. Eine gute mobile Seite ist daher unverzichtbar, um bei Google gefunden zu werden. Selbst bei Seiten, die mehr Desktop-Traffic (B2B-Webseiten) haben, wird seit neuestem die mobile Version als Rankinggrundlage verwendet.

Deshalb weist euch die GSC auf Probleme unter “Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten” hin.

Häufige Google Search Console-Fehler für Mobilgeräte

  • Anklickbare Elemente liegen zu dicht beieinander
  • Inhalte breiter als Bildschirm
  • Kleine Schriftgröße
  • Größe des Inhalts nicht an Darstellungsbereich angepasst

Lösung: Oft handelt es sich nur um einzelne Seiten. Wenn die Fehleranzahl also extrem gering ist, braucht ihr nicht handeln.

Wenn viele Seiten betroffen sind, solltet ihr eingreifen. Die Art des Fehlers wird euch unter “Typ” angezeigt. Klickt ihr auf den entsprechenden Fehler, findet ihr alle betroffenen Seiten. Durch einen weiteren Klick auf den Fehler (nicht auf “URL prüfen” klicken!) öffnet sich rechts ein Fenster mit dem Button “Live-Seite testen”.

Der Test kann ebenfalls über diese Seite gestartet werden.

Screenshot: Live Seite Testen in der Google Search Console

So testet ihr eine einzelne Seite in der Google Search Console (Screenshot).

In dem Testergebnis werden euch die Fehler angezeigt. Ihr erhaltet allerdings keine Information über die problematische Stelle im Quelltext.

Screenshot: Testergebnisse für Mobilgeräte

Die Testergebnisse in der Google Search Console mit Fehlermeldungen (Screenshot).

Für weitere Informationen könnt ihr mit der Chrome-Erweiterung Lighthouse noch einen Mobile-Test starten. In dem Lighthouse-Bericht werden euch unter “SEO” die problematischen Stellen im Quellcode angezeigt. Hier findet ihr einen detaillierten Bericht über den Vorgang.

Fazit: Die neue Google Search Console als Primärquelle für Fehlermeldungen

Die neue Google Search Console ist eine Primärquelle für jeden Webmaster und SEO-Experten. Ihr seht, wie Google eure Seite bewertet (Klicks, Impressions, Positionen) und wahrnimmt (Abdeckung, Sitemap, Verbesserungen). Google kommuniziert durch die Search Console direkt mit euch und weist auf Fehler und Probleme hin. Deshalb solltet ihr den täglichen Blick in die Console zur Routine machen.

Ich empfehle, dass ihr immer wieder in die entsprechenden Navigationspunkte der GSC “Sicherheit & manuelle Maßnahmen” und den Bereich “Abdeckung” reinschaut, denn diese Probleme haben oft eine direkte Auswirkung auf eure Rankings.

Weil eure Ressourcen begrenzt sind und einige der angezeigten “Fehler” keine allzu hohe Relevanz haben, könnt ihr natürlich nicht alle Probleme gleichzeitig beheben. Deshalb solltet ihr immer schauen, welche und wie viele Seiten von der jeweiligen Nachricht betroffen sind. Sind es unwichtige Seiten oder nur eine marginale Anzahl, müsst ihr das Problem nicht unbedingt angehen.

Bonusmaterial: Hilfreiche Beiträge zur GSC

Über den Autor

Patrick Deinzer

Redakteur
Nach meinem Studium der Geschichte war ich als In-House SEO bei BOOK A Tiger und anschließend bei Contorion tätig. In beiden Stationen habe ich verschiedene Bereiche der SEO-Landschaft kennengelernt. Nun berate ich die Kunden der Agentur LEAP/ als SEO Consultant und verbessere ihren organischen Traffic.