hallo.digital 2019: Unser Recap

Das erwartet euch in diesem Artikel

  • Wie war es auf der hallo.digital?
  • Was haben wir in Karlsruhe gelernt?
  • Wie hat uns die Organisation gefallen?

Ring Ring … „Hier ist Oliver von GrowthUp. Hast du Lust, nach Karlsruhe auf die hallo.digital zu fahren? Leider ist der Verantwortliche bei uns krank, und Karlsruhe ist doch gleich um die Ecke!“

Ihr könnt euch denken, was ich geantwortet habe. Mein Name ist Tobias Nagel von impulsQ. Bereits um sieben Uhr ging es am nächsten Tag auf direktem Weg nach Karlsruhe. Ohne Stau und ohne Hektik schlug ich pünktlich um neun Uhr „im alten Schlachthof“ auf. Ihr werdet nicht glauben, wie inspirierend die Veranstaltung war. Kein Wunder, bei diesem grandiosen Line-up.

Hammer Auftakt – Podiumsdiskussion stimmt auf den Tag ein

Nach der Begrüßung durch André Hellmann (Netzstrategen) gab es eine Podiumsdiskussion zum Thema „New Work“ – agile Organisation und was dies für ein Unternehmen bedeutet. Die Speaker Frederike Probert, Sven O. Rimmelspacher, Jelka Seitz und Nico Lumma gaben uns hierbei viel theoretischen Input. Fast noch wichtiger waren die gemachten Erfahrungen. Darum bin ich so gerne auf Konferenzen: Ich kann von Menschen lernen.

Durch die Digitalisierung, Globalisierung und Automatisierung muss ein Umdenken in Unternehmen stattfinden. Deshalb wird in Zukunft „New Work“ der Megatrend in der Arbeitswelt sein.

Vorteile:

  • Durch New Work rückt der Mensch immer mehr in den Mittelpunkt. Das führt zu mehr Selbstbestimmung und mehr Freude bei der Arbeit.
  • Mitarbeiter bringen selbst ihre Ideen ein und bestimmen, wann und zu welchem Projekt sie ihre Fähigkeiten einsetzen (mehr Motivation).
  • Durch New Work ist ein dezentrales Arbeiten möglich. Um gemeinsam produktiv zu sein, ist die räumliche Nähe nicht mehr notwendig (Vorteil bei der Bewerbersuche).

Doch von heute auf morgen kann dies alles nicht geschehen. Es benötigt einen tiefgreifenden Wandel im Unternehmen. Zudem muss auch die jeweilige Führungskraft dieses Modell vorleben.

Foto: Experten-Panel zum Thema „New Work“ auf der Bühne

Abb. 1: Eine rege Diskussion gab es gleich am Anfang zum Thema „New Work“.

Disruptive Geschäftsmodelle: Warum wir trotz Negativpresse Unternehmen wie Amazon und Uber lieben

Foto: Prof. Dr. Jürgen Seitz und Stephan Sperling auf der Bühne

Abb. 2: Prof. Dr. Jürgen Seitz bei seinem Vortrag über Marketing-Innovation und disruptive Geschäftsmodelle.

Nach der Diskussion und einer kleinen Kaffeepause ging es weiter mit Prof. Dr. Jürgen Seitz von der Hochschule der Medien Stuttgart mit dem Thema „Innovation? Marketing? Marketing-Innovation!“

Dabei gab er uns interessante Einblicke in die Frage, wieso wir Amazon, Uber, AirBnB & Co. feiern, obwohl die großen Firmen Menschen zu Dumping-Preisen arbeiten lassen oder durch Weitervermieten der Räumlichkeiten tausende Menschen und Familien keine Wohnungen finden. Doch da wir mit den Unternehmen nur positive Erfahrungen sammeln, sind die negativen Schlagzeigen für uns nicht mehr so wichtig bzw. geraten in den Hintergrund. Da der Mensch faul und eitel ist, nutzen dies auch die Firmen aus und kommunizieren deren Wünsche. Zusätzlich bestärken sie deren Ansichten.

Beispiel: Du hast das Paket von Amazon nicht ordnungsgemäß für den Rückversand wiederverpackt? Kein Problem! Die Gutschrift kommt morgen bei dir an! Dadurch hat der Konsument mit dem Unternehmen positive Erfahrungen gemacht und bestellt natürlich wieder. Alle schlechten Dinge, die er über das Unternehmen gehört hat, sind nicht mehr von Belang.

KI gibt Antworten – Welcher Kunde wird künftig nicht mehr bei uns kaufen?

Foto: Frank Oechsle bei seinem Vortrag

Abb. 3: Das Thema KI und Machine Learning brachte uns Frank Oechsle näher.

Danach ging es weiter mit dem Vortrag von Frank Oechsle (Esentri Ag), der uns das spannende Thema „So kannst du Machine Learning und Künstliche Intelligenz im Marketing Deines Unternehmens sinnvoll einsetzen“ mitgebracht hat.

Was ich sehr interessant fand: Man kann durch KI die Wahrscheinlichkeit ermitteln, wer als Kunde das Unternehmen verlassen wird. Oder auch wer z. B. einen Vertrag bei einem Energieversorger oder Mobilanbieter verlängern wird. Doch all das geht nur, wenn genügend Daten vorhanden ist.

WDF*IDF-Programme analysieren nur einen Teil der Seiten! Was bedeutet das für die Optimierung?

Foto: Markus Hövener bei seinem Vortrag zum Thema „der perfekte Content“

Abb 4. Auch der Content sollte für Google und die Nutzer entsprechend aufbereitet werden.

Als nächstes habe ich mir den Vortrag von Markus Hövener zum Thema „Der perfekte Content – für Suchmaschinen und Nutzer“ angesehen.

Über eine Sache musste ich etwas genauer nachdenken, denn Markus wies in seinem Vortrag darauf hin, dass die WDF*IDF-Programme höchstens 15 Seiten analysieren. Das heißt, dass die vorgegebene Anzahl von Keywords nicht dem eigentlichen Durchschnitt entspricht. WDF*IDF lässt sich auch weiterhin nutzen, nur muss und sollte man sich nicht genau daran halten.

Weitere Fakten:

  • Über 90 Prozent der Seiten erhalten über Google keinen Traffic.
  • Google gibt bereits Ergebnisse selbst an. Dadurch sinkt der Traffic um weitere 4 Prozent.
  • Überschrift und Einleitung sollten dem Leser Anreize bieten, den Text zu lesen.
  • Lesbaren und übersichtlichen Content (Tabellen, Diagramme, Grafiken Bilder etc.) schaffen!

Das perfekte Snippet (mit Beispiel!)

Nach der Mittagspause ging es weiter mit dem Vortrag von Luisa Dziki (Seokratie GmbH) zum Thema „Unwiderstehliche Snippets für dein Content Marketing“.

Die Learnings:

  • Title max. 65 Zeichen (569 Pixel, Torben Leuschner Tool)
  • Description 100 bis 135 Zeichen
  • In den Snippets keine falschen Versprechungen einbauen à la Negative Nutzererfahrung, Short Clicks und schlechtere Rankings
  • Nutzt Klickreize
  • Schafft Vertrauen
  • Baut Symbole ein (abheben von der Masse)
  • Versetzt euch auch beim Snippet in eure Nutzer hinein (User-zentriert)

Beispiel-Snippet

Foto: Beispiel eines unwiderstehlichen Snippet

Abb. 5: Luisa Dziki hat uns Beispiele zum Thema Snippets mitgebracht.

Als nächstes hat uns Stephan Sperling (Netzstrategen) das Thema „Menschen & Wissen: Welche Rollen brauche ich im eCommerce“ mitgebracht.

Wenn der GF zum All-in-one-Mitarbeiter wird und Tätigkeiten unterschätzt

Foto: Stephan Sperling bei seinem Vortrag zum Thema „Rollen im E-Commerce“

Abb. 6: Die Tätigkeiten im E-Commerce werden von den Geschäftsführern oft unterschätzt.

Er hat uns seine Erfahrungen mitgeteilt, die er täglich mit anderen Unternehmen macht. Oft ist den Geschäftsführern nicht bewusst, wie viel Arbeit damit verbunden ist, einen Shop aufzubauen oder überhaupt Marketing zu betreiben.

Local Search: Weiterer Traffic und weniger Konkurrenz

Foto: Halide Ebcinoglu und Stephan Sperling auf der Bühne

Abb. 7: Halide Ebcinoglu bei ihrem Vortrag zum Thema Locale Suche und GMB.

Danach ging es weiter mit dem Vortrag von Halide Ebcinoglu (Kubix Digital GmbH) zum Thema „Lokal erreichbar sein mit Local Search“.

Die Takeaways:

  • Fast jede zweite Suchanfrage ist eine lokale Suche.
  • GMB-Webseiten-Traffic in Analytics mit UTM Parameter messen.
  • Direkte Nachrichten sind über GMB ab sofort möglich.
  • GMB-Posts können das Ranking verbessern, ziehen zusätzlichen Traffic auf die Website und helfen, sich von der Konkurrenz abzuheben.
  • Über GMB-Beiträge können Produkte angeboten werden (so steigt die Conversion).
  • Es empfiehlt sich, Bilder hinzufügen.
  • Reviews/Kundenbewertungen zählen zu den starken Ranking-Kriterien.
  • Bei mehreren Standorten sollten jeweils ein neues GMB-Konto erstellt werden.
  • Inhalte immer aktualisieren.

Einzelbüro oder offene Raumgestaltung?

Foto: Offene Raumgestaltung ist bei New Work zwingend erforderlich

Abb. 8: Offene Raumkonzepte fördern eine Kommunikative Zusammenarbeit.

Beim vorletzten Vortrag von Sven Kaun-Feederle (Feco-Feederle Gmbh) ging es nochmal um das Thema New Work: „The urban office: work wherever“.

Durch eine offenere Raumgestaltung ergeben sich folgende Vorteile:

  • Teamarbeit wird gefördert (Räume, die das Miteinander unterstützen).
  • Mehr Konzentration (Räume, die auch ein ungestörtes Arbeiten zulassen).
  • Kommunikation (Räume als Treffpunkt im Büro für informative Gespräche).
  • Entspannung (Räume, die je nach Stimmungslage beruhigen oder auch anregen).

Beispiele dazu findet ihr bei feco feederle.

Artikel 13: Vorsicht vor Monopolen und mehr Investments in KI!

Foto: Nico Lumma erwähnte die Folgen des Artikels 13 scharf

Abb. 9: Nico Lumma kritisierte den Artikel 13 und warnte vor der Machtstellung der vier großen Techfirmen.

Zu guter Letzt gab es noch einen Vortrag von Nico Lumma (Next Media Accelerator GmbH). Dabei erwähnte er, wie wir uns selbst mit dem Artikel 13 ins Abseits geschossen haben. Zudem müssen wir, wenn wir nicht nur dabei sein wollen, mehr in Künstliche Intelligenz investieren. China und die USA investieren bereits Milliarden von Dollar in KI. Zudem kritisierte er die gefährliche Dominanz der großen vier Techfirmen (Google, Apple, Facebook und Amazon), auch GAFA genannt, und deren Voranschreiten und Auswirkungen auf die ganze Wirtschaft.

Fazit – Mein Tag auf der hallo.digital

Die hallo.digital war überaus informativ und hat sich für mich sehr gelohnt. Die Vorträge waren sehr lehrreich, und die hochkarätigen Speaker beantworteten auch gerne nach dem Vortrag meine Fragen. Alles in allem war es eine interessante Convention mit vielen abwechslungsreichen Vorträgen und Begegnungen. Zudem gab es zwischendurch genügend Zeit, um sich mit anderen aus der Branche zu connecten und auszutauschen. Ich bedanke mich noch einmal bei den Netzstrategen für die Organisation der Convention und bei GrowthUp für die Eintrittskarte.

Über den Autor

Tobias Nagel

Als Gründer und CCO der Cinestock GmbH war ich zuständig für das Personal und den Aufbau unserer Datenbank (Cinemagraphs). Seit 2019 arbeite ich bei der Agentur ImpulsQ als Offpage-Manager und betreue unsere Kunden beim Linkaufbau.