Was sind die wichtigsten Kriterien bei der Wahl einer Agentur?

Das erwartet euch in diesem Artikel

  • Was sind wichtigsten Kriterien?
  • Was sind die größten Hürden?
  • Was spielt keine große Rolle?

Vor einiger Zeit haben wir bei LEAP/ unsere Kunden zu einigen agenturrelevanten Themen befragt. Eines davon war: Auf Grundlage welcher Kriterien entscheidet ihr euch für (oder gegen) eine Agentur. Die spannendsten Findings dieser Fragerunde haben wir hier für euch zusammengefasst.

Fachwissen, Transparenz und Empfehlungen ganz oben

Ganz oben auf der Liste steht, wenig überraschend, das Fachwissen der Agentur und ihrer Mitarbeiter. Das umfasst sowohl das allgemeine Wissen als auch das technische und strategische Know-How.

Da es für Außenstehende aber oft schwer ist, das einzuschätzen, sind Empfehlungen extrem wichtig. Diese können im Bestfall durch Kollegen und Bekannte kommen – aber auch starke Referenzen sind nicht zu verachten.

Agenturen sollten also nicht nur wirklich gute Arbeit leisten, sondern ihre Kunden auch dazu bringen, darüber zu sprechen. Doch zweiteres ist gerade in der SEO leichter gesagt als getan – denn viele Kunden möchten aus Wettbewerbsgründen (verständlicherweise) nicht als Referenz genannt werden.

Hier liegt es dann an euch, einen Anreiz zu schaffen, um die Kunden umzustimmen. Dinge wie Rabatte, zusätzliche Leistungen oder gemeinsame Stände auf Messen sind dabei nur einige Wege, auf denen ihr an positive Referenzen kommen könnt.

Grafik: Gründe für Agenturen

Abb.1: Das sagen unsere Kunden zu ihren wichtigsten Auswahlkriterien.

Abrechnungsmodelle und Exklusivität weniger wichtig

Etwas überraschend stehen weder das Preis-Leistungs-Verhältnis noch die angebotenen Abrechnungsmodelle (wie beispielsweise erfolgsbasierte Zahlungen) ganz oben auf der Liste. Es scheint zumindest im Premium-Sektor wichtiger zu sein, dass die Agentur gute Arbeit leistet, als dass sie richtig günstig ist. Leistung lohnt sich also.

Ebenso ist es den wenigsten Kunden wichtig, dass die Agentur eine Exklusivität in ihrer Branche anbietet. Nichtsdestotrotz ist es hier immer sinnvoll, sich auf Agenturseite zu überlegen, wie man mit mehreren Kunden in einer Nische umgeht. Das reicht von unterschiedlichen Ansprechpartnern über eine Regel, wie nah sich mehrere Kunden in Angebot und Zielgruppe sein dürfen. Es kommt dabei aber sehr auf die Agentur, ihre Ausrichtung und ihr Kundensegment an.

Verbände, Website Internationalisierung am unwichtigsten

Es scheint, als würden wir den Wert der Zugehörigkeit zu Verbänden überschätzen. In unserer Umfrage war es mit einigem Abstand der unwichtigste Punkt und wurde nur einmal genannt. Es ist also schön, ein Trust-Siegel (z.B. vom BVDW) auf der Website zu haben, es scheint aber keinen großen Einfluss auf potentielle Kunden zu haben.

Gleiches gilt interessanterweise auch für die Website an sich. Das eine ansprechende Website Vertrauen schafft und die Kaufentscheidung begünstigt, gilt eigentlich als ausgemacht. In unserer Branche scheint es aber eher so zu sein, dass man eine gute Website haben sollte, um nicht negativ aufzufallen. Denn auch wenn nur wenige unserer Kunden die Website als wichtiges Entscheidungskriterium nennen, so dürfte sie trotzdem abschreckend wirken, wenn sie nicht gut gemacht ist.

Vergleichsweise unwichtig ist für die meisten Kunden auch, ob eine Agentur ihre Dienstleistungen international anbietet. Logischerweise ist das nur für Unternehmen interessant, die selbst auch eine internationale Zielgruppe haben.

Was spricht gegen eine Agentur?

Neben diesen Einblicken haben uns die Befragten auch mitgeteilt, was für sie die größten Hürden sind, um eine Online-Marketing-Agentur zu beauftragen. Das Ergebnis sag dabei folgendermaßen aus:

Grafik: Hürden für Agenturen

Abb. 2: Warum Unternehmen keine Agentur beauftragen.

Wenig überraschend haben viele große Unternehmen bereits ein Inhouse-Team und benötigen daher höchstens projektbezogen einmal Hilfe. Viele sagen auch klipp und klar, dass sie kein Budget für so etwas haben.

Der zweite Punkt steht in direkter Verbindung zum dritten: Einige Firmens sehen einen schlechten Return-On-Investment durch Online-Marketing-Maßnahmen. Hier liegt es an den Agenturen, dafür zu sorgen, dass ihre Partner einen wirklichen Anstieg ihrer Umsätze und Gewinne merken. Dann hat sich auch die Aussage „kein Budget“ schnell erledigt.

Immer wieder passiert es auch, dass ein Unternehmen schlechte Erfahrungen mit einer Agentur gemacht hat – und dann allen anderen Agenturen ebenfalls misstraut. Während das vielleicht im ersten Moment verständlich ist, hilft in diesem Fall vor allem Transparenz im Hinblick auf die Maßnahmen, das Reporting und die Abrechnungsmethoden, um auch skeptische Unternehmensvertreter zu überzeugen. Hier können dann auch starke Referenzen nicht schaden.

Es gibt darüber hinaus auch eine kleine Gruppe an Unternehmen, die Online-Marketing als irrelevant oder nutzlos ansehen. Hier hilft dann nur langfristige Aufklärungsarbeit, um die Verantwortlichen vom Gegenteil zu überzeugen.

Am Ende entscheiden eure Arbeit und euer Ruf

Am Ende entscheiden also vor allem zwei Dinge über euren Erfolg: eure Arbeit und euer Ruf. Um langfristig oben mitzuspielen, müsst ihr also in erster Linie das wichtigste Kapital eurer Firma hegen und pflegen: eure Mitarbeiter. Alles andere kommt dann fast von selbst.

Über den Autor

Oliver Engelbrecht

Chefredakteur
Nach meinem Studium der Politikwissenschaft (mit dem Schwerpunkt Diplomatie) habe ich zunächst das SEO-Portal aufgebaut und zuletzt als Chefredakteur geleitet. Nun bin ich bei der Agentur LEAP/ für das Marketing verantwortlich und koordiniere unser Magazin GrowthUp - wiederum als Chefredakteur.
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