Link Decay: Wie ihr per Linkbuilding dem „natürlichen“ Zerfall von Backlinks entgegenwirkt

Das erwartet euch in diesem Beitrag

  • Was bedeutet Link Decay bzw. Linkzerfall?
  • Wie bewertet Google das Backlinkprofil?
  • Welche Maßnahmen gegen Link Decay sind sinnvoll?

Linkbuilding ist ein kontinuierlicher Prozess. Denn ohne ständigen Ausbau und sorgfältige Pflege lässt die Wirkung des Backlinkprofils eurer Website auf das Suchmaschinen-Ranking in der Regel irgendwann nach. Folge: Eure Seite rutscht in den SERPs allmählich immer weiter ab.

Einer der Gründe dafür ist der sogenannte Link Decay. Von Link Decay („Linkzerfall“) spricht man, wenn ein gesetzter Backlink in einem Contentstück im Laufe der Zeit entweder komplett verschwindet, also zum Beispiel gelöscht wird, oder auf einer Website immer tiefer ins Archiv oder auf eine Unterseite wandert. Und ein Link, der nicht mehr existiert, kann von Google nicht mehr beachtet werden und fließt nicht mit in die Bewertung eures Backlinkprofils ein.

Aber auch wenn der Link bestehen bleibt, verfügt er nach einer gewissen Zeit über weniger Power als zu Beginn. Dies hat damit zu tun, dass er nicht mehr die nötige Aktualität hat und im Archiv einer Website nicht mehr seine volle Wirkung entfaltet. Er liefert keine relevanten User-Signale mehr an Google, wie zum Beispiel Traffic.

In diesem Beitrag zeige ich euch, mit welchen SEO-Maßnahmen ihr dem für das Ranking schädlichen Link Decay entgegenwirken könnt. Und da auch Link Decay gewissermaßen ein kontinuierlicher Prozess ist, sollten diese Maßnahmen immer Teil eurer Linkbuilding-Strategie sein. Denn klar ist: Auch 2020 geht nichts ohne Backlinks.

Wie Google das Backlinkprofil bewertet

Grundsätzlich gilt, dass ein immer „kraftloserer“ Link keinesfalls ein schlechter Link ist. Zumal es stets um das gesamte Backlinkprofil geht: Google bewertet dieses nicht nur anhand eines einzelnen Links, sondern insgesamt, und dazu gehören natürlich starke und themenrelevante Links, die bereits seit langer Zeit existieren. Diese bilden aus Google-Sicht eine Art Grundlage für den Nachweis der Autorität bzw. Kompetenz einer Domain oder eines Autors in einem bestimmten Fachgebiet. Das Alter eines Links lässt sich nun einmal nicht fälschen. Heißt hier: Wenn Google einen Link findet, dann fließt er in die Bewertung mit ein.

Google braucht aber auch aktuelle Links für die Bewertung der Relevanz einer Website. Sonst hätten neue Domains über Jahre keine Chance, in den SERPs auf Seite 1 zu kommen. Letztlich ist also die Mischung aus alten und neuen Backlinks ausschlaggebend dafür, ob Google eine Seite in einem bestimmten Bereich als Autorität einstuft und mit entsprechend guten Rankings belohnt.

Besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang Googles Core-Update im August 2018 zu. Dieses belohnt Websites, die auf Expertise, Autorität und Trustworthiness (E-A-T) setzen. Google nannte diese drei Aspekte als Hauptfaktoren, die Qualität einer Website zu beurteilen. Es ist zu vermuten, dass Google in diesem Update das Feedback ihrer Quality Rater und Google-Usersignale einfließen lässt.

Aus all diesen Gründen und nicht zuletzt, weil Link Decay unablässig an eurem Backlinkprofil knabbert, ist es zielführend, wenn ihr von starken und vor allem themenrelevanten Domains mehr als nur einen Backlink erhaltet. Denn diese Seiten genießen einen gewissen Status beim Suchmaschinenriesen und haben sich durch gute Inhalte eine Expertise aufgebaut. Kurz: Sie gelten als vertrauenswürdig.

Wichtig ist hier: Aufgrund ihrer Bekanntheit als Autorität erhalten diese Websites selbst ebenfalls viele eingehende Links von starken Seiten und somit viel Kraft, die sie weitervererben können. Von ihnen einen Backlink zu bekommen, ist also Gold wert, da sie viele eigene Rankings aufweisen, die auch für eure Seite relevant sind.

Welche Rolle spielt die Aktualität des Backlinkprofils?

Vor allem bei umkämpften Themen, bei denen zum Beispiel QDF („Query Deserves Freshness“) eine große Rolle spielt, ist ein weiterer frischer Link von einer entsprechenden Domain ein zusätzliches positives Signal an Google. Hier werden die Suchergebnisse regelmäßig neu geordnet – vor dem Hintergrund, dass es sich um Themen handelt, bei denen Nutzer vor allem die aktuellsten Ergebnisse angezeigt bekommen wollen. Selbstverständlich sollte jeder Link auch immer aus einem eigenen uniquen Beitrag stammen und kein zusätzlicher Link nachträglich in bereits bestehende Inhalte eingebaut werden.

Wenn nun eine andere Website in einem Contentstück einen Backlink auf eure Seite setzt, dann muss der betreffende Inhalt dem Leser unbedingt einen Mehrwert bieten und seine Fragen bestmöglich beantworten. Fragt euch also immer, ob ihr für euer Projekt von genau dieser Seite einen Backlink erhalten möchtet.

Wichtig ist zudem, dass nur Inhalte von euch verlinkt werden, die dem User ihrerseits einen Mehrwert bieten beziehungsweise seine Suchintention erfüllen. Gebt Google diesen neuen Link als Bestätigung der Autorität eurer Seite an die Hand und wirkt auf diese Weise dem „natürlichen“ Link Decay entgegen.

Jeder veröffentlichte Beitrag bekommt auf der fremden Domain selbst unterschiedlich viel Traffic. Doch je interessanter er geschrieben wurde und je besser er Fragen von Usern beantwortet, desto wahrscheinlicher ist es, dass ihr Traffic über den darin gesetzten Backlink bekommt und so neben dem Signal an Google am Ende auch Conversions für eure Produkte etc. erzielen könnt.

Zwei Beispiele aus der Praxis – und eine Warnung

Nehmen wir einmal die Baumarkt-Branche. Hier wäre es denkbar, im Winter auf Kamine zu verlinken, während im Sommer eher ein Beitrag zu Pools Sinn macht. Man kann die Liste noch für viele weitere Branchen fortführen, und jedes Mal wird man zu dem Ergebnis kommen, dass man gerne einen weiteren Link von einer Autorität bekommen möchte. Denn jeder neue Link auf einer starken Website, den Google findet, bestätigt indirekt den Mehrwert früher gesetzter Links und damit der verlinkten Website insgesamt. Dies wirkt sich zum einen positiv auf euer historisches Backlinkprofil aus, und zum anderen gleicht ihr idealerweise den fortschreitenden Link Decay aus.

Ähnlich verhält es sich im Modebereich mit seiner starken Saisonalität. Hier ist es sinnvoll, von ein und derselben Domain sowohl einen Link auf Sommermode als auch einen Link zur Wintermode zu erhalten.

Allerdings ist eine zu häufige Nutzung ein und derselben Domain zu vermeiden! Denn wenn ihr es übertreibt und 100 oder mehr Links von einer Seite bekommt, kann das schnell gefährlich werden, da Google dies als Spam bewertet könnte. Beachtet daher die Größe der Domain und baut nur dann weitere Links auf, wenn diese, wie bereits erwähnt, tatsächlich einen Mehrwert für den User bieten.

Zusammenfassung

Um Google für die Bewertung des eigenen Backlinkprofils starke und positive Signale zu senden, solltet ihr von Seiten, die in eurer Nische oder eurem Themenbereich eine Autorität sind und viele relevante Rankings besitzen, möglichst häufig Backlinks bekommen. Vorteile sind die Aktualität, Usersignale (Traffic) und die Power, die ein solcher Backlink mit sich bringt. In Themengebieten, bei denen QDF eine große Rolle spielt und die Suchergebnisse häufig rotieren, kann ein weiterer neuer Link ein zusätzliches positives Signal sein, um dem Zerfall bereits vorhandener Backlinks entgegenzuwirken. Somit könnt ihr den Link-Decay-Effekt aufhalten oder zumindest verzögern.

Aber bitte nicht übertreiben, um keine Muster zu erzeugen! Vielmehr gilt es im Hinterkopf zu behalten, dass jeder Link einen Einfluss auf das Ranking hat. Jede Domain hat in ihrer Nische einen eigenen Impact, und jede Branche funktioniert anders. Daher muss die Wiederverwendung von Domains als Teil der Linkbuilding-Strategie gut geplant und stets behutsam eingesetzt werden. So kann sie einen Vorteil im Wettbewerb um die vorderen Plätze in den SERPs bringen. Trotz Link Decay.

Auch interne Links sind wichtig fürs Ranking. Mehr dazu in unserem Beitrag “Signale für die Suchmaschine: Fünf wichtige Regeln der internen Verlinkung“.
Über den Autor

Peter Herzer

Redakteur
Nach meinem Studium bin ich ins Online-Marketing gekommen und seit 2013 bei LEAP/ (ehemals Barketing). Angefangen habe ich als Trainee und wurde dann zum Account Manager im Offpage-SEO. Dort helfe ich Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Offpage-Strategien.