Local SEO: Mit diesen sechs Tipps klettert euer Business in der lokalen Suche

Das erwartet euch in diesem Beitrag

  • Was ist Local SEO und für wen ist es relevant?
  • Was könnt ihr tun, damit euer Business lokal gefunden wird?
  • Warum solltet ihr euch auch offline vernetzen?

Sei es die Adresse der nächsten Pizzeria, der Weg zum Friseur oder die Öffnungszeiten vom Buchladen um die Ecke – laut Google haben bereits 46 Prozent der Google-Suchen einen lokalen Bezug. Für Unternehmen birgt dies viel Potenzial, denn Nutzer, die von unterwegs eine lokale Suchanfrage tätigen, stehen oftmals kurz vor einer Kaufentscheidung.

Ihr wollt die lokale Suche mit eurem Business „dominieren“ und bessere Umsatzchancen generieren? Local SEO ist die Antwort. In diesem Beitrag haben wir für euch sechs Einsteiger-Tipps zusammengetragen.

Local SEO: Was ist das überhaupt?

Unter „Local SEO“ versteht man alle Hebel, die dazu dienen, in den lokalen Suchergebnissen gut abzuschneiden. Das Ziel der lokalen Suchmaschinenoptimierung besteht darin, Nutzern und Nutzerinnen Ergebnisse anzuzeigen, die im Zusammenhang mit einem bestimmten Standort relevant für sie sind. Entweder weil sie sich gerade dort aufhalten oder Ergebnisse für diesen Ort suchen.

Suchmaschinen wie Google legen einen eigenen Index für lokale Brancheneinträge an, aus denen die lokalen Suchergebnisse erstellt werden. Hierfür werden vor allem nutzerbezogene Daten wie etwa der Nutzerstandort ausgewertet. Die Rankingfaktoren sind für verschiedene Indexe durchaus unterschiedlich. Für die lokale Suche setzt Google insbesondere auf drei Faktoren:

  • Entfernung des Users zum gesuchten Standort
  • Relevanz des Suchergebnisses für das Suchinteresse
  • Bedeutung und Vertrauenswürdigkeit des Unternehmens anhand von Online-Bewertungen sowie Offline-Bekanntheit

Es gibt mehrere Arten von lokalen Suchanfragen in der Google-Suche. Weiß der User genau, welches Unternehmen an welchem Ort er sucht, ist es für Google einfach, das richtige Ergebnis auszuspielen. Gibt er jedoch nur den Begriff „Blumenladen“ ohne einen konkreten Ort ein, greift Google auf den Standort des Suchenden zurück, um ihm das passende Ergebnis anzubieten. Bei Suchanfragen mit Ortsangabe kommt es auch auf die richtigen Keywords an. Dazu später mehr. Wenn ihr testweise einen Standort simulieren wollt, könnt ihr dies beispielsweise im Chrome Developer Tool tun.

Lesetipp: In der Studie „2018 Local Search Ranking Factors“ hat MOZ die wichtigsten lokalen Rankingfaktoren ausgewertet.

Für wen ist die lokale Suche wichtig?

Local SEO ist für alle Unternehmen relevant, die regional tätig sind und über eine physische Adresse verfügen, an der sie Kundinnen und Kunden betreuen. Dazu gehören zum Beispiel Restaurants, Geschäfte und Dienstleister wie Friseure, Ärzte, Anwälte, Handwerker usw. Aber auch für Agenturen, Unternehmen mit lokaler Niederlassung, öffentliche Institutionen sowie soziale und kulturelle Einrichtungen spielt Local SEO eine Rolle.

Auf die Größe des Unternehmens kommt es dabei weniger an – vielmehr muss der lokale Bezug gegeben sein. Das gleiche trifft auf die Art des Produkts oder der Dienstleistung zu: Solange eine hiesige Verbindung besteht, ist lokale Suchmaschinenoptimierung ein Thema.

Okay, wenn das auch auf euer Business zutrifft, könnt ihr dieses mit unseren sechs Tipps für optimale lokale Suchergebnisse weiter nach vorne bringen. Aber eins noch vorweg: Macht euch unbedingt vorher klar, wer eure Zielgruppe ist und was sie sucht. Umso besser lassen sich die nun folgenden Tipps für Local SEO umsetzen.

Unsere sechs Local-SEO-Tipps

1. Legt ein Google-My-Business-Profil an

An erster Stelle jeder Local-SEO-Strategie steht das Anlegen und die Pflege des eigenen Profils bei Google My Business. Auf diese Weise kann Google euer Unternehmen bei Google Maps und in den Local Listings anzeigen sowie den My-Business-Eintrag im Knowledge Panel auf der rechten Seite der SERPs ausspielen.

Screenshot: Google My Business Startseite

Der eigene Google-My-Business-Eintrag – das A und O für Local SEO (Screenshot Google My Business).

In das Google-My-Business-Profil tragt ihr eure Daten wie Firmenname, Anschrift, Ort und Postleitzahl sowie Telefonnummer und Öffnungszeiten ein. Außerdem wird der Eintrag mit der Website verknüpft und diese somit verifiziert.

Der Vorteil: Ihr könnt viele Informationen selbst einpflegen und aktualisieren. Es ist sogar förderlich, wenn man sich regelmäßig einloggt und Infos updatet. Vor allem die Öffnungszeiten sollten immer auf dem neuesten Stand sein! Aber auch hochwertige Fotos, 3D-Straßenansichten und 360-Grad-Views innerhalb der Räumlichkeiten sind ein Plus beim Ranking. Die Beschäftigung mit den Google My Business Guidelines lohnt sich also.

Auch die Interaktion mit den Kundinnen und Kunden ist hierüber prima möglich: Besucher können Bewertungen hinterlassen, Fragen stellen und eigene Fotos beisteuern. Darüber hinaus bietet Google My Business immer mehr Funktionen wie etwa die Auslieferung von Veranstaltungen und Statistiken über das Besucherverhalten (Besuchszeiten, durchschnittliche Besuchsdauer etc.). Über die sehr gute App könnt ihr euren Eintrag praktisch von unterwegs verwalten.

Wenn ihr euer Unternehmen auch für Bing optimieren wollt, solltet ihr es bei Bing places for business eintragen. Außerdem kann eine Anmeldung bei Apple Maps Connect nützlich sein, denn so werden eure Infos auch auf Apple-Karten angezeigt.

2. Verwendet die richtigen Keywords

Bei Local SEO spielen Suchanfragen mit Ortsangabe eine große Rolle. Führt eine Keywordanalyse durch und optimiert eure Website auf Suchanfragen mit einem konkreten Standort (Beispiel: „Blumenladen Berlin“). So kann Google euer Angebot dem lokalen Suchinteresse genau zuordnen. Bei großen Städten sollten zusätzlich Stadtteile berücksichtigt werden (Beispiel: „Blumenladen Charlottenburg“).

Screenshot: Local Listings bei Google

Google-Suchergebnis mit Local Listings für “Blumenladen Charlottenburg” (Screenshot Google-Suche).

Ist euer Angebot stadtübergreifend verfügbar, dann ist eine Berücksichtigung der Region oder des Bundeslandes empfehlenswert. Betreibt ihr mehrere Standorte, können durchaus lokale Unterschiede bestehen, beispielsweise bei bestimmten Begriffen. Darauf solltet ihr bei eurer Keywordanalyse achten. Google Trends kann euch zum Beispiel Hinweise über regionale Unterschiede bei den Suchanfragen geben.

Optimiert auch auf einzelne Produkte oder Dienstleistungen und generische Keywords ohne Ortsbezug, die oft in Zusammenhang mit einem Ort gesucht werden. So erhöht ihr eure Chancen, dass euer Produkt genau von den richtigen Leuten gefunden wird.

Stellt sicher, dass der lokale Bezug überall auf eurer Seite gewährleistet ist. Unternehmen, Produkt und der Ortsbezug sollten jeweils hier erscheinen:

  • Im HTML-Code (z. B. Markup von org, Geo-Tags)
  • Meta-Daten: Title und Description
  • H1-Überschriften und weitere Überschriften
  • Texte auf eurer Seite
  • Alt-Tags von Bildern
  • URL (nur wenn neue angelegt werden)

Stellt auch Anfahrtsbeschreibung, Parksituation, Kartenausschnitte und ähnliche Informationen mit lokalem Bezug zur Verfügung. Bei mehreren Standorten empfiehlt es sich, Unterseiten für jeden einzelnen Ort zu erstellen.

Nicht nur eure Website solltet ihr auf diese Weise optimieren, sondern eure Keywords sollten auch in eurem Google-My-Business-Profil, in Einträgen in Branchenverzeichnissen und in euren Social-Media-Profilen auf Facebook, Xing, Twitter etc. verwendet werden.

3. Sorgt für Citations und Backlinks

Verweise von Online-Branchenbüchern und Verzeichnissen, sogenannte Local Citations, bescheren euch wichtige Referenzen. Sie stärken nicht nur eure Bekanntheit, sondern liefern Google auch hilfreiche Signale über die Bekanntheit und Autorität eures Unternehmens. Citations erwähnen euer Unternehmen inklusive aller relevanten Infos.

Es gibt viele verschiedene Branchenverzeichnisse, in denen Einträge kostenfrei oder kostenpflichtig veröffentlicht werden können. Je nach Business und Zielgruppe solltet ihr genau überlegen, welche für eure Marke und euer Produkt relevant sind.

Einige überregional bekannte Branchenverzeichnisse sind golocal.de, yelp.de, kennstdueinen.de, gelbeseiten.de, dasoertliche.de und meinestadt.de. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl spezifischer Portale für einzelne Städte, Regionen und Branchen. Recherchiert, welche für euer Produkt und eure Region wichtig sind.

Auch lokale Apps, Stadtportale, Vereinsseiten, Blogs und Nachrichtenseiten über regionale Themen, Veranstaltungskalender oder Unternehmenswebsites mit Ortsbezug können wertvolle Backlinks liefern und die Relevanz eures Unternehmens stärken.

Screenshot: Online-Branchenbuch GoLocal

Geschäftseintrag bei GoLocal erstellen (Screenshot GoLocal).

Noch ein Tipp: Achtet auf die konsistente Nutzung eurer Unternehmensdaten auf allen Kanälen, sei es in Branchenverzeichnissen, bei Google My Business, im Footer oder Header eurer Website oder auf euren Social-Media-Kanälen. Dies wird mit der NAP-Formel (NAP: Name, Address, Phone) beschrieben. Auch die Schreibweise selbst sollte sich an eine offizielle Norm (z. B. DIN 5008) halten. Warum das Ganze? Wenn Google mehrere gleiche Verweise auf Name, Anschrift und Telefonnummer eures Unternehmens findet, stärkt das Googles Vertrauen in die Gültigkeit dieser Daten. Euer Business gewinnt somit an Vertrauenswürdigkeit.

4. Nutzt Bewertungsportale

Ähnlich wie Brancheneinträge senden auch Bewertungen wichtige Signale an die Suchmaschine und nehmen Einfluss auf das Ranking der lokalen Suche. Darüber hinaus bestimmen sie ganz wesentlich, ob Nutzerinnen und Nutzer eure Ergebnisse anklicken, denn die Nutzerbewertungen erscheinen auch direkt mit entsprechenden Sternchen unter den Snippets in den SERPs.

Die meisten Online-Branchenverzeichnisse wie Yelp oder GoLocal bieten gleichzeitig auch Bewertungsmöglichkeiten an. Aber auch auf Amazon, Facebook und Etsy können Bewertungen vorgenommen werden. Diese werden direkt in den Snippets oder dem MyBusiness-Eintrag angezeigt. Neben allgemeinen Portalen gibt es zudem branchenspezifische Anbieter wie kununu, tripadvisor und jameda. Recherchiert ein bisschen und überlegt euch gut, welche Portale von eurer Zielgruppe genutzt werden.

Screenshot: Google-Bewertungen

Ausschnitt von Google-Bewertungen in den Google Local Listings (Screenshot Google-Suche).

Da Bewertungen so wichtig sind, solltet ihr eure Kunden darauf hinweisen um darum bitten, Bewertungen zu hinterlassen. Je mehr Bewertungen ihr sammelt, desto besser. Dabei müssen nicht alle Bewertungen immer die volle Punktzahl erfüllen, mittelmäßige und die eine oder andere negative Bewertung sorgen für mehr Vertrauen in die Echtheit der Beurteilungen. Ebenso zeugt ein konsistenter Zuwachs an Reviews und Fotos von Kunden von Natürlichkeit. Sollte eine Bewertung mal negativ ausfallen, dann nutzt diese, um daraus zu lernen und euer Angebot zu optimieren.

Tipp: Werdet Local Guide und hinterlasst auch selbst Bewertungen. Wenn ihr Kontakte aus eurem Netzwerk positiv bewertet, bekommt ihr oftmals gute Rezensionen zurück.

5. Achtet auf Mobilfreundlichkeit

Immer mehr Menschen gehen von unterwegs mit Smartphone oder Tablet ins Internet, und Suchanfragen mit lokalem Bezug spielen dabei natürlich eine enorme Rolle. Wenn ihr von unterwegs gefunden werden wollt, solltet ihr der mobilen Optimierung eurer Webpräsenz größte Priorität einräumen. Nicht nur Google bezieht dies als Kriterium für die Rankings ein. Auch auf die Conversion wirkt sich dies positiv aus.

Sorgt dafür, dass die mobile Version gut bedienbar ist und alle wichtigen Informationen bereit hält. Außerdem sollte sie schnell laden! Denn oftmals sind Ladezeiten von unterwegs nicht optimal.

Screenshot: Google Tool Mobile Optimierung

Google Tool: Test auf Optimierung für Mobilgeräte (Screenshot Google Tool).

Um zu prüfen, ob eure Seite für mobile Endgeräte optimiert ist, könnt ihr das Google Tool Test auf Optimierung für Mobilgeräte nutzen. Die Ladezeit eurer mobilen Seite kann mit Test My Site überprüft werden. Weiterführende Infos findet ihr auch unter Punkt 5 in unserem Beitrag „Technische SEO für Einsteiger: Mit diesen 10 Tipps könnt ihr euer Ranking verbessern

6. Vernetzt euch

Verknüpfungen mit den eigenen Social-Media-Kanälen sind auch für lokale Unternehmen wichtig und für Local SEO relevant. Shares, Likes und Posts auf Facebook, Twitter, Instagram & Co. sind wertvolle Social Signals, die das Ranking beeinflussen können. Je mehr Interaktion desto besser. Die Accounts sollten natürlich aktiv betreut werden und alle wichtigen Informationen der NAP-Formel (vgl. oben), Fotos und den Link zur Website enthalten. Doch auch wenn ihr keine eigene Facebook-Seite betreibt, können Nutzer eure Inhalte teilen, zum Beispiel mit Open Graph.

Screenshot: Open Graph bei Facebook

Webseiteninhalte auf Facebook teilen mit Open Graph (© Screenshot: Open Graph Facebook).

Auch in der Offline-Welt ist soziale Interaktion ein Plus: Vernetze dich zum Beispiel mit der Nachbarschaft und anderen in deiner Umgebung ansässigen Unternehmen. Verbindungen im realen Leben können dazu beitragen, auch online mehr Bekanntheit zu erlangen. Rege Kunden dazu an, deine Räumlichkeiten zu fotografieren und die Fotos online zu teilen, zum Beispiel indem du einen Hashtag, QR-Code oder ein tolles Fotomotiv anbietest. Viele Shops bieten zudem die Möglichkeit, Produkte online auszuwählen und offline direkt im Laden abholen zu lassen.

Auf einen Blick

Jetzt habt ihr ein paar Tipps für die lokale Auffindbarkeit eures lokalen Business erhalten. Wichtig ist:

  • Die Optimierung eurer Website für lokale Anfragen (Keywords und Art des Contents)
  • Brancheneinträge (Google-My-Business-Profil und weitere relevante Portale)
  • Backlinks von anderen Webseiten
  • Überwiegend positive Bewertungen von Kunden
  • Signale über soziale Medien und aus der Offline-Welt

Wichtig ist es außerdem, immer auch selbst kreativ zu werden und individuelle Ideen und Strategien zu entwickeln. Überlegt euch, wie ihr mehr Leute auf eure Seite und in euer Geschäft holen könnt. Inspiration dazu erhaltet ihr auch aus dem Growth Hacking, einer Marketing-Strategie, die mit einfachen Tipps Wachstum und Bekanntheit steigert.

Über den Autor

Wiebke Unger

Redakteurin
Seit Februar 2019 bin ich bei LEAP/ im SEO-Consulting Team tätig. Nach meinem geistes- und medienwissenschaftlichen Studium habe ich zunächst 3 Jahre in der Presse- und Öffentlichkeit gearbeitet. Jetzt wende ich mein Wissen in der Suchmaschinenoptimierung und im Online-Marketing an.