Metasuche – Eine Einführung

Das erwartet euch in diesem Artikel

  • Was sind Metasuchmaschinen?
  • Was können sie?
  • Was können sie nicht?

Fast drei Viertel aller Kunden beginnen ihre Customer Journey, indem sie eine Suchmaschine betätigen. Und wer dabei nur an Google denkt, hat schon verloren. In vielen Bereichen sind es vielmehr die branchenspezifischen Metasuchmaschinen, die wirklich erfolgreich arbeiten.

Doch was sind Metasuchmaschinen eigentlich, was zeichnet sie aus und wo liegen ihre Limitierungen? Das erfahrt ihr in diesem Artikel.

Ein Sammelplatz der Ergebnisse

Laut Wikipedia ist eine Metasuchmaschine eine Suchmaschine, „deren wesentliches Merkmal darin besteht, dass sie eine Suchanfrage an mehrere andere Suchmaschinen gleichzeitig weiterleitet, die Ergebnisse sammelt und aufbereitet.“

Es gibt Vertreter, wie zum Beispiel MetaGer, die das gesamte Web nach Informationen zu Suchanfragen durchsuchen und sich über Werbeanzeigen finanzieren. Die SERPs sehen dann folgendermaßen aus.

Screenshot: Die Suchmaschine MetaGer

Abb. 1: Die Suchergebnisseite von MetaGer zum Suchbegriff „Alice Cooper“.

Diese Metasuchmaschinen fristen allerdings ein Schattendasein und haben eigentlich keine Chance, jemals an die Marktanteile von Google, Bing oder auch nur Yahoo heranzukommen. Fraglos sind die Ergebnisse der großen Player deutlich näher an dem, was die Nutzer wirklich finden möchten. Lassen wie diese Art der Metasuchmaschinen also beiseite.

Viel spannender sind nämlich die Suchmaschinen, die sich auf eine bestimmte Branche konzentrieren. Diese kuratieren Inhalte zu einer bestimmten Nische und werden so, wenn sie es wirklich gut machen, oft zur ersten Anlaufstelle für Nutzer, die etwas in dem entsprechenden Bereich suchen.

Da gibt es zum Beispiel indeed für Jobsuchen. Oder Kayak für Flüge, Hotels und Mietwagen. Oder ladenzeile.de für Mode. Oder HomeToGo für Ferienhäuser. Die Auswahl ist schier endlos und es gibt für fast alle spannenden Märkte eine eigene Metasuchmaschine.

Grafik: Viele Metasuchmaschinen

Abb. 2: Eine kleine Auswahl an Metasuchmaschinen.

Funktionalität von Metasuchmaschinen

Wie funktionieren diese Suchmaschinen denn nun genau? Nun, vor allem kuratieren und aggregieren sie das Angebot der jeweiligen Nische.

Wer zum Beispiel ein Ferienhaus buchen möchte, der muss sich normalerweise durch viele verschiedene Websites klicken, Preise und Verfügbarkeiten vergleichen und vielleicht sogar mehrere Anfragen losschicken.

Begibt er ich jedoch stattdessen zu einer Metasuchmaschine, so erhält er das gesamte Angebot der vielen einzelnen Seiten übersichtlich sortiert auf einen Blick – und kann es direkt nach seinen Vorlieben und Wünschen filtern.

Um diese Informationen zu erhalten, ziehen sich die Metasuchmaschinen strukturierte Daten von den Anbietern. Dies geschieht in der Regel per API.

Im Bestfall ist dann jedes Angebot nur einmal zu sehen. Duplikate kann es natürlich trotzdem geben, da das gleiche Haus unter Umständen bei mehreren Anbietern zu unterschiedlichen Preisen gelistet ist. Aber auch hier sorgt eine gute Metasuchmaschine dafür, dass der Nutzer das direkt transparent zu sehen bekommt.

Screenshot: Duplikate mit unterschiedlichen Preisen

Abb. 3: Die unterschiedlichen Preise werden übersichtlich in einem Ergebnis dargestellt.

So kann der Nutzer direkt entscheiden, welcher Reiseveranstalter ihm lieber ist. Denn eines ist ganz wichtig: Auch, wenn man teilweise auf den Webseite von Metasuchmaschinen direkt buchen oder kaufen kann, sind sie doch immer nur der Mittler. Wenn ihr im Nachgang also Beschwerden oder Reklamationen habt, wird euch nur der Kontakt zu dem eigentlichen Vertragspartner weiterhelfen.

Wie finanzieren sich Metasuchmaschinen?

Es gibt einige Wege, um Metasuchmaschinen (sehr) profitabel zu machen. Die Grundvoraussetzung dafür ist natürlich vor allem der Traffic.

Dann geht es an die Monetarisierung. Zunächst einmal können auf solch reichweitenstarken Seiten einige Banner geschaltet werden:

Screenshot: Banner in der Metasuche

Abb. 4: Bannerwerbung bei KAYAK.

Kern der Monetarisierung von Metasuchen ist aber in der Regel der „Klickout“: Ein User klickt auf eines der Suchergebnisse, wofür der Anbieter der Metasuchmaschine in Form von CPC oder CPO bezahlt:

Screenshot: Sponsored in der Metasuche

Abb. 5: Ein Klick führt zum Abieter.

Aber Moment, war es nicht so, dass Metasuchmaschinen eh nur zu anderen Anbietern weiterleiten? Nun, wie oben angedeutet bieten immer mehr Metasuchen die Möglichkeit, die Buchung direkt bei ihnen durchzuführen. Das liegt daran, dass die Conversion-Rate leidet, wenn der Nutzer im Funnel auf einmal auf eine andere Website mit einer anderen User Experience weitergeleitet wird.

Da Metasuchmaschinen sich oft auch dadurch finanzieren, dass sie einen Anteil an jeder Conversion erhalten, liegt ihnen eine möglichst hohe Conversion-Rate selbstverständlich am Herzen. Wenn Sie nun den gesamten Bestell- oder Buchungsprozess auf ihrer Seite anbieten, dann werden dank der einheitlichen UX weniger Nutzer abspringen. Wichtig ist aber wie gesagt, dass ihr trotzdem Kunde des Anbieters seid – und nicht Kunde der Metasuchmaschine.

Screenshot: Buchung in der Metasuche

Abb. 6: Hier könnt ihr direkt bei KAYAK einen Flug buchen.

Wenn alles gut läuft, ist dieses „Whitelabel Booking“ eine der besten Möglichkeiten bei der Monetarisierung von Metasuchmaschinen. Denn es führt nicht nur zu einer maximalen Conversion-Rate, sondern gibt den Betreibern auch die Hoheit über den gesamten Buchungsprozess.

In welchem Umfeld sind sie erfolgreich?

Daher sind aktuell zahlreiche Metasuchmaschinen extrem erfolgreich. Neben den spannenden Monetarisierungsoptionen liegt das vor allem an folgenden Faktoren:

  • Sie benötigen kein eigenes Inventar.
  • Sie benötigen keine Logistik und keine Einkaufs-Infrastruktur.
  • Sie brauchen dank APIs keine eigene Crawl-Technologie.
  • Schon mit wenigen Partnern können sie oft einen großen Teil des Marktes abdecken.

Sie lohnen sich also vor allem auf Märkten, die sehr fragmentiert sind und einer hohen Preisvolatilität unterliegen. Dort können sie als Preisvergleich fungieren, die vorhandenen Angebote sichtbar machen und zugleich das Recherchebedürfnis der Nutzer befriedigen.

Große (SEO-)Herausforderungen

Trotz all dieser Vorteile haben Metasuchmaschinen jedoch auch einige Herausforderungen zu meistern. Neben dem enorm hohen IT-Aufwand und den hohen Marketing-Kosten geht es dabei vor allem um SEO-Fragen.

Denn Metasuchmaschinen haben keinen eigenen Content und auch keine Hoheit über die Fremdinhalte. Außerdem haben sie in der Regel keine indexierbare Seitenstruktur.

Viele von ihnen behelfen sich daher mit SEO-Layern über der eigentlichen Suche und mit ausführlichen Blog-Sektionen. Die perfekte Lösung „Einheitslösung“ die für alle funktioniert gibt es hier allerdings nicht.

Doch wer diese Herausforderungen meistern kann, der kann mit einer Metasuchmaschine nicht nur große SEO-Erfolge feiern und viel Geld verdienen, sondern auch den Nutzern das Leben deutlich leichter machen.

Dieser Artikel basiert auf einem Vortrag von Dominik Schwarz, gehalten im Rahmen einer internen LEAP/-Weiterbildungsveranstaltung. Dominik ist Inhouse-SEO und spezialisiert auf die Themen SEO-Ausbildung, Internationale SEO und Relaunches und lebt und arbeitet in Berlin.

Über den Autor

Oliver Engelbrecht

Chefredakteur
Nach meinem Studium der Politikwissenschaft (mit dem Schwerpunkt Diplomatie) habe ich zunächst das SEO-Portal aufgebaut und zuletzt als Chefredakteur geleitet. Nun bin ich bei der Agentur LEAP/ für das Marketing verantwortlich und koordiniere unser Magazin GrowthUp - wiederum als Chefredakteur.
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