Mit diesen Fragen findet ihr die richtige SEO-Agentur

Das erwartet euch in diesem Artikel

  • Wie trefft ihr die richtige Vorauswahl?
  • Welche Fragen müsst ihr im persönlichen Gespräch stellen?
  • Wie solltet ihr bei der Qualitätskontrolle vorgehen?

Die Suche nach „SEO-Agentur“ fördert bei Google ungefähr 3.470.000 Ergebnisse zutage. Zu den organischen Suchergebnissen gesellen sich zahlreiche Werbeanzeigen; und alle versprechen sie eines: Den schnellen Weg zur besten und erfolgreichsten Agentur, mit der eure Rankings durch die Decke gehen werden.

Doch SEO ist ein Thema, bei dem sich viele Entscheider nur wenig auskennen. Das liegt ganz einfach daran, dass sie damit beschäftigt sind, ein Unternehmen zu lenken – da ist dann wenig Zeit, auch noch die Feinheiten der Suchmaschinenoptimierung zu erlernen.  Damit ihr trotzdem einschätzen könnt, ob eine Agentur es ehrlich mit euch meint, haben wir die wichtigsten Grundregeln für die Suche nach einer SEO-Agentur für euch zusammengefasst.

In vier Schritten zum Erfolg

Die Suche nach einer guten SEO-Agentur ist nicht ganz einfach. Das Angebot ist riesig und zwischen all den durchschnittlichen Anbietern lauern auch schwarze Schafe. Es ist also nicht ganz einfach, in diesem Umfeld die wahren Künstler zu entdecken und zu erkennen. Im Gegenteil: Es ist ein langer Weg.

Foto: Viele verwirrende Richtungen

Abb. 1: Viele Wege führen zum Ziel – doch dafür müsst ihr euer Ziel erst einmal kennen (© Deanna Ritchie, Unsplash).

Zuallererst müsst ihr herausfinden, was ihr eigentlich genau sucht. Denn nur, wenn ihr eure Ziele kennt und benennt, könnt ihr auch jemanden finden, mit dem ihr diese erreichen könnt.

Bei eurer Suche nach dem passenden Dienstleister solltet ihr dann in mehreren Schritten vorgehen. Diese kann man grob in folgendes Raster einteilen:

  1. Durch ausführliche Recherche eine Vorauswahl treffen
  2. Den Anbieter und seine Arbeitsweise in persönlichen Gesprächen kennenlernen
  3. Das Angebot testen
  4. Den Anbieter neu bewerten und daraus die richtigen Schlüsse ziehen

Vorauswahl

Bevor ihr euch auf die Suche begebt, seid euch über folgende Dinge im Klaren:

  1. Günstig und gut schließt sich in der Regel aus
  2. Ohne klare Wünsche von eurer Seite wird die Zusammenarbeit schwierig
  3. Ihr braucht höchstwahrscheinlich mehr Zeit, als ihr denkt

Die Suchmaschinenoptimierung ist eine Leistung, die viel Erfahrung und Können erfordert. Ein guter SEO kann und wird sich daher nicht zum Dumpingpreis anbieten. Spart ihr an dieser Stelle, so ist der Weg zum Ranking-Abfall oder gar zur Abstrafung nicht weit. Und dann ist eine nachträgliche Korrektur deutlich teurer und aufwändiger, als wenn ihr gleich in einen vernünftigen Anbieter investiert hättet.

Stellt euch daher folgende Fragen:

  1. „Was möchte ich erreichen?“
  2. „Was ist es mir wert, das zu erreichen?“

Erst wenn ihr diese Fragen klar beantworten könnt, könnt ihr euch auf die Suche nach dem passenden Dienstleister machen.

Wo findet ihr den richtigen Dienstleister?

Die Google-Suche ist dann nur die erste Anlaufstelle, an der ihr euch einen Eindruck über die Agenturlandschaft verschaffen könnt. Bezieht unbedingt auch andere Informationsquellen mit ein. Im SEO und Online-Marketing gibt es davon einige.

Foto: Google-Suche am Laptop

Abb. 2: Nur der erste Schritt: Eine Suche bei Google (© Benjamin Dada, Unsplash).

Hier sind vor allem die Fachzeitschriften und Veranstaltungen hilfreich. SEO-Magazine und Fachbeiträge in Marketing-Magazinen geben euch wichtige Einblicke in die Kompetenzen einzelner Dienstleister. Auf Messen und Fachkonferenzen präsentieren sie sich oft noch detaillierter und sind immer für direkte Gespräche zu haben. So könnt ihr direkt einige Anbieter aussieben, mit denen es am Ende doch nicht passen wird.

Falls ihr euch in der Materie noch nicht auskennt, findet ihr hier eine Liste mit interessanten Blogs und Messen, auf die ihr euch im Zweifelsfall verlassen könnt. Einige von ihnen bieten auch Agenturverzeichnisse, in denen ihr kostenfrei stöbern könnt.

Blogs / Magazine

Messen / Konferenzen

Diese Informationsquellen lohnen sich vor allem aus einem Grund: Agenturen arbeiten oft mit Verschwiegenheitsklauseln und dürfen dann keine Referenzen (sei es Kunden oder Projekte) nennen. Und wenn doch, dann lasst euch nicht von großen Namen blenden. Prüft selbst, ob die Agentur tatsächlich mit dem Referenzkunden zusammengearbeitet hat – und wie zufrieden dieser im Endeffekt war.

Kennenlernen

Habt ihr einige Anbieter gefunden, mit denen es für euch passen könnte, dann wird es Zeit, diese näher kennenzulernen. Dafür solltet ihr kurz Kontakt aufnehmen und um einen persönlichen Termin bitten – ob dieser dann in einem Konferenzraum, via Skype oder am Telefon stattfindet, ist erst einmal zweitrangig.

Foto: Business Meeting

Abb. 3: Ein erstes Treffen muss nicht immer in einem Konferenzraum stattfinden (© rawpixel.com, Unsplash).

Denn nun geht es darum, dass ihr euch ein Bild über die Arbeitsweise des Dienstleisters verschafft. So muss sich die SEO-Agentur zunächst einmal im Rahmen der Google-Richtlinien bewegen und auf Nachfrage explizit von Verstößen abraten.

Ein positives Indiz ist auch, wenn euch nicht ein sofortiger Starttermin angeboten wird. Zum einen sind gute Anbieter oft für einige Zeit im Voraus ausgebucht. Zum anderen braucht das SEO-Team auch etwas Vorlaufzeit, um zielgerichtet starten zu können. Eine gute Agentur sollte ihre Arbeit nicht von heute auf morgen aufnehmen – schon gar nicht direkt nach dem ersten Gespräch, in dem man sich ja eigentlich nur beschnuppern wollte.

Kommunikation ist alles

Vielmehr solltet ihr zunächst die zentralen Leitplanken einer möglichen Zusammenarbeit ausführlich besprechen. Vor allem im Hinblick auf den Ablauf und die Bedingungen sollten alle Beteiligten einen Konsens finden. Und auch die Chancen und Risiken, die sich für beide Seiten ergeben, sollten hier klar umrissen werden.

Denn nicht nur ihr seid auf der Suche nach dem perfekten Partner. Auch der Dienstleister sollte nicht wahllos jeden Kunden annehmen, sondern sich auf die konzentrieren, denen er wirklich helfen kann. Hier muss er ehrlich kommunizieren, welche Angebote er machen kann – und wofür ihr euch vielleicht lieber an jemand anderen wenden solltet. In solchen Fällen könnt ihr auch nach entsprechenden Empfehlungen fragen.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass ihr euch Zeit nehmt. Wenn ihr schon in 14 Tagen einen Relaunch oder Live-Gang haben wollt, dann ist es jetzt eh schon zu spät. Keine seriöse Agentur könnte einen solchen Zeitplan so mit euch umsetzen, dass ihr davon etwas habt. Kümmert euch also frühzeitig darum, alle Dienstleister für die anstehenden Schritte an Bord zu holen.

Arbeitet der Anbieter seriös?

Sind diese grundlegenden Punkte geklärt, so ist eine der zentralen Fragen an die Agentur die nach der Arbeitsweise. Mit der Antwort auf diese Frage könnt ihr sehr schnell erkennen, ob es zwischen euch funken kann, oder ob es beim Flirt bleibt. Wer euch spezifische Rankings verspricht, ist kein seriöser Anbieter und sollte direkt aus der Vorauswahl fliegen. Wer nicht transparent kommuniziert ist nicht vertrauenswürdig. Und wer sagt: „Wir können alles!“ kann im Zweifelsfall nichts richtig. So wichtig fächerübergreifende Kompetenzen auch sind, so abschreckend sind die 360° Agenturen, die einfach alles irgendwie mitmachen.

Die Agentur sollte natürlich zuallererst bereit sein, ihre internen Abläufe und ihre Herangehensweisen an neue Problemstellungen offenzulegen. So könnt ihr beurteilen, ob die Arbeitsweise generell gut strukturiert und organisiert ist. Fragt die Agentur daher mit Nachdruck, wie sie sich eurem Projekt nähern wollen und wie sie die notwendigen Arbeitsschritte festlegen.

Hierbei spielt auch die Flexibilität eine wichtige Rolle. SEO-Maßnahmen müssen oft über einen längeren Zeitraum vorbereitet werden. Dabei kann es aber immer nötig sein, spontane Änderungen am Plan vorzunehmen (zum Beispiel auf Grund eines Google-Updates). Der Berater muss also die Zukunft gewissenhaft planen, darf aber nicht steif und fest auf diesen Plan beharren, wenn sich die Gegebenheiten ändern. SEO sollte in vielen einzelnen Schritten erfolgen, um so aus den vielen einzelnen Aspekten ein stimmiges Gesamtbild entstehen zu lassen.

Screenshot: Die Google-Updates der letzten Jahre

Abb. 4: Die bestätigten Google-Updates der letzten Jahre – und es gab noch viele weitere, die nicht bestätigt wurden (© https://www.sistrix.de/frag-sistrix/google-algorithmus-aenderungen/).

Der Anbieter darf daher nicht einfach nach Checklisten arbeiten oder euch das gleiche Angebot machen wie vielen anderen auch. Jede Website ist einzigartig und daher müssen Dienstleister auch dezidiert auf eure Situation eingehen. Das kann auch bedeuten, dass sie euch von Dingen abraten, die ihr gerne hättet, und stattdessen ein anderes Vorgehen empfehlen. Hier müsst ihr dann schauen, ob ihr den Anbietern schon so weit vertraut, dass ihr euch darauf einlasst – eine gute und verständliche Begründung der Vorschläge kann immer helfen.

Im Zuge dessen könnt ihr gleich einen weiteren wichtigen Punkt abklopfen: früher oder später geht es an die Umsetzung. Lasst euch erklären, wie die Agentur euch hier unterstützen kann. Dass eine Beratungs-Agentur nicht jedes Kundenprojekt mit eigenen Entwicklern und Projektmanagern ausstatten kann ist klar, mit ihnen kommunizieren sollte sie aber. Fragt daher, ob die Agentur auch mit den direkt an der Umsetzung beteiligten Entwicklern sprechen, ihnen gegebenenfalls Tickets schreiben und Aufgaben abnehmen wird.

Wer arbeitet an eurem Projekt?

Kein Berater kann und muss alles kennen, können und schon mal erlebt haben. Aber er muss wissen, wen er fragen kann. Macht euch daher schlau, inwiefern der interne und externe Austausch geregelt ist. Es ist wichtig, dass der Berater ein Netzwerk hat, auf das er im Zweifelsfall zurückgreifen kann.

Dazu gehört auch, dass das Setup ausfallsicher ist. Oft kommt es vor, dass Agenturen einen Mitarbeiter an ein Kundenprojekt setzen und mit diesem dann das Kundenprojekt steht und fällt. Sicher ist es für Agenturen nicht wirtschaftlich, jedem Kunden mehrere Berater zur Seite zu stellen. Aber ein Sicherungs- und Austausch-System muss vorhanden sein. Fällt der Berater aus, muss ein Stellvertreter zur Stelle sein. Fragt deshalb nach, wer für euch und eure Projekte zuständig sein wird und was passiert, wenn er einmal ausfällt.

Testen

Habt ihr all diese Punkte zu eurer Zufriedenheit geklärt, dann geht es ans Eingemachte: die Zusammenarbeit. Doch bevor ihr euch einem Anbieter komplett verschreibt, solltet ihr ihn bei einem kleineren Projekt testen. Das bedeutet, dass ihr euch nicht direkt für ewige Zeiten an eine Agentur binden solltet. Fragt nach einem kleinen Probeprojekt zum Start oder stellt sicher, dass die Verträge auch relativ kurzfristig gekündigt werden können, wenn es doch nicht so gut passt wie erhofft.

Achtet dann in der Testphase vor allem darauf, dass alle Versprechen aus den Vorgesprächen eingehalten werden. Außerdem sollten die Vorbereitungen akribisch durchgeführt werden. Es müssen alle Stakeholder mit im Boot sein (Marketing, IT, SEO, Produktentwicklung) und die Kommunikation sollte weiterhin – auch und gerade bei Problemen – offen und transparent ablaufen.

Neu bewerten

Wenn ihr diese Stufen durchlaufen habt, habt ihr hoffentlich eine Agentur gefunden, mit der die Zusammenarbeit erfolgreich und harmonisch abläuft. Doch ihr solltet nichtsdestotrotz weiterhin wachsam bleiben. Dazu gehört auch, dass ihr eure Auswahl immer wieder neu bewertet:

  • Liefert die Agentur weiterhin gute Arbeit ab?
  • Sind die Ansprechpartner immer noch die gleichen oder gibt es einen häufigen Wechsel?
  • Ist der Dienstleister kritikfähig und kann er seine Entscheidungen begründen?
  • Wird flexibel auf Probleme reagiert?
  • Werden die Arbeitsweisen immer wieder kritisch hinterfragt und an die aktuellen Herausforderungen angepasst (z.B. Desktop vs. Mobile)?
  • Gibt es ein verständliches und zielführendes Reporting?
  • Werden Termine eingehalten?

Nur, wenn ihr all diese Fragen positiv bewertet, solltet ihr euch für ein „Weiter so“ entscheiden. Andernfalls solltet ihr eure Kritik zur Sprache bringen und – wenn es nicht anders geht – den Suchprozess von neuem starten.

Fazit: Mit 10 Fragen zum Erfolg

Es ist möglich, die perfekte Agentur für eure Ansprüche zu finden. Doch der Erfolg hängt auch von euch ab – und von den Fragen, die ihr in der Kennenlernphase stellt. Die folgenden 10 Fragen sind essenziell, um euren Erfolg bei der Suche nicht zu gefährden:

  1. Was sind die Referenzen und sind sie belastbar?
  2. Hält sich die Agentur an die Google-Richtlinien?
  3. Wird offen und transparent kommuniziert?
  4. Wird genug Vorlaufzeit eingeplant?
  5. Wie sind die internen Abläufe?
  6. Wird flexibel auf Probleme und Neuerungen reagiert?
  7. Gibt es ein Netzwerk, das bei Problemen helfen kann?
  8. Sind immer mindestens zwei Berater über euer Projekt im Bilde?
  9. Kann erst einmal ein Probeprojekt durchgeführt werden bzw. was sind die Kündigungsfristen?
  10. Und ganz wichtig: Werden spezifische Rankings versprochen? Wenn ja, dann nehmt die Beine in die Hand und rennt weg.
Foto: Stellt mehr Fragen

Abb. 5: Stellt alle Fragen, die euch einfallen (© Jonathan Simcoe, Unsplash).

Doch auch diese 10 Fragen helfen euch nur weiter, wenn ihr

  • genau wisst was ihr wollt,
  • wisst, dass gut und günstig sich ausschließen,
  • euch in Fachkreisen über die Agentur informiert und
  • die laufende Arbeit immer wieder im Licht aktueller Entwicklungen bewertet.

Wenn ihr euch an diese Vorgaben haltet, werdet ihr am Ende auch zufrieden sein – oder zumindest schnell merken, dass ihr einen neuen Dienstleister braucht. Wir wünschen euch viel Erfolg bei der Suche.

Über den Autor

Sebastian Adler

Redakteur
Den Einstieg in die Online-Marketing-Welt fand ich 2011 bei Barketing im Offpage-Bereich. 2013 wechselte ich dann zu Searchmetrics in die SEO-Beratung, um dort den Kunden bei ihren SEO-Strategien mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Nach einem kurzen Ausflug ins Produktmanagement führte mich mein Weg im Sommer 2017 (zurück) zu LEAP/, wo ich nun wieder als SEO-Consultant tätig bin.
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