Recap zur OMX

Das erwartet euch in diesem Artikel

  • Wie war es auf der OMX?
  • Welche Speaker haben uns am meisten beeindruckt?
  • Was haben wir gelernt?

Recap zur OMX

In der letzten Woche gab es für mich eine Premiere. Zum ersten Mal ging es zur OMX und SEOkomm nach Salzburg. Ich hatte bisher ausschließlich Gutes über beide Veranstaltungen gehört, war entsprechend gespannt – und wurde nicht enttäuscht.

Foto: OMX 2018

Abb. 1: Eine der Bühnen, hier ohne Speaker.

Los ging die OMX am Donnerstag mit einer Vorstellung der Veranstalter und des Fachbeirats. Besonders schön, dass dabei auch auf der Bühne Anrufe von Kindern entgegengenommen wurden. Danach ging es trotz einiger technischer Probleme direkt inhaltlich los, nämlich mit

Karl Kratz: Die Kunst digitaler … Berührung II

Karl war wie immer Herr der Bühne und zeigte deutlich den Unterschied zwischen banalen Inhalten und solchen, die einen wirklichen WOW-Effekt auslösen. Und genau den brauchen wir, wenn wir Menschen dazu bringen wollen, mit unseren Inhalten zu interagieren: Wir müssen sie berühren.

Ein schönes Beispiel ist MOO. Sie verschicken eigentlich nur Visitenkarten – aber bleiben im Gedächtnis, weil sie eine starke Website und eine besondere Kundenkommunikation haben. Man bekommt nämlich sämtliche Mails von Little Moo, einem Roboter, der die Bestellungen überwacht. Schön, dass ich nicht der Einzige bin, bei dem sich das im Hirn festgesetzt hat.

Foto: OMX 2018

Abb. 2: Karl Kratz eröffnet die Veranstaltung.

Insgesamt gibt es viele Marken, aber wir tendieren zu jenen, in denen wir uns wiedererkennen. Wir müssen also schauen, dass wir uns richtig branden. Und nein, das muss nicht teuer sein (siehe MOO).

Wie immer ein toller Vortrag von Karl. Allerdings waren doch einige Wiederholungen dabei, was ich mir bei einer angekündigten Premiere etwas anders vorgestellt hatte. Das schmälert aber nicht die Inhalte, denn die waren wie gewohnt top.

Natalie Kirkoroglu: Blockchain trifft auf Marketing: Ein Ausblick auf eine vielversprechende Zukunft

Das Internet hat uns miteinander verbunden, aber wir vertrauen einander nicht. Gerade im professionellen Umfeld wissen wir oft nicht mit wem wir da genau kommunizieren – und ob es vielleicht sogar ein Bot ist.

Hier kann die Blockchain-Technologie Abhilfe schaffen. Sie will die Mittelsmänner abschaffen, um die Effizienz zu erhöhen, die Kosten zu senken und wirkliche Transparenz zu schaffen.

Mittlerweile gibt es sogar bereits 250 Firmen, die sich dezidiert mit dem Thema Blockchain im Marketing beschäftigen. Ein aktueller Wachstumsmarkt, denn vor einem Jahr gab es gerade mal 20 solcher Unternehmen. Interessanterweise ist der Bereich SEO hier noch eine komplett weiße Fläche. Aber auch das wird sich sicher bald ändern.

Foto: OMX 2018

Abb. 3: Nicht nur für Vierbeiner ein Mysterium: die Blockchain.

Natalie zeigte auf, dass sowohl Agenturen als auch Kunden vom Einsatz der Blockchain profitieren können. Sie erhalten mehr Kontrolle über ihre Prozesse und auch über die Bezahlvorgänge.

Ein spannender Ausblick auf die Dinge, die da so kommen könnten. Wir dürfen gespannt sein, wie die Blockchain in den nächsten Jahren tatsächlich Einzug in das Marketing halten wird.

André Morys: Disruption im Kopf des Kunden: Fünf konkrete Handlungsfelder für mehr Wachstum

André hat sein Unternehmen 1996 gegründet. Danach ging es nur bergauf – bis 2002 auf einmal 60 % des Umsatzes wegbrachen. Die Folge: eine erste Krise und die ersten Entlassungen. Aber auch viele Learnings.

Denn André und sein Team haben gemerkt, dass sie gar nicht so gut waren, wie sie bis dahin dachten. Aufgrund des Schmerzes haben sie nun zum ersten Mal Hirnschmalz in eine echte Strategie investiert, viele neue Dinge gelernt und sind so insgesamt ein besseres Unternehmen mit besseren Unternehmern geworden. Das alles wäre jedoch nicht passiert, wenn sie nicht in eine Krise geschlittert wären.

Foto: OMX 2018

Abb. 4: Weise Worte aus dem hause Morys.

So geht es vielen Firmen. Sie doktern an Kleinigkeiten herum, „transformieren“ sich und kaufen bunte Besprechungsräume und Tischtennisplatten. Sie glauben, dass diese Dinge sie so erfolgreich machen wie Google, Uber oder Amazon. Doch diese Big Player wachsen, weil sie das Leben der Menschen wirklich einfacher machen. Wenn Unternehmen lange gesund leben wollen, muss also der Kunde in der Welt des Managements an übergeordneter Stelle bedacht werden – und genau daran hapert es aktuell.

André zeigt auf, woran die Führungsetagen vieler großer Konzerne kranken. Sein eindringlicher Appell an Entscheider und Entscheidungsvorbereiter, um den (potentiellen) Kunden in den Mittelpunkt zu stellen.

Sarah Weitnauer: Psychologie für deine Website

Wie haben ein Steinzeithirn, müssen damit aber die Herausforderungen der digitalen Welt meistern. Das führt dazu, dass wir in der Conversion-Optimierung mit einigen vermeintlich einfachen psychologischen Hebeln sehr weit kommen können.

Ein paar solcher Hebel hat uns Sarah mitgebracht und sie trägt diese in einer Mischung aus Vortrag und Selbstversuch genial vor. Als das Publikum mitmachen soll, merkt man selbst, wie sehr sich unsere Aufmerksamkeit durch leichte Trigger und Nudges in eine bestimmte Richtung treiben lässt.

Foto: OMX 2018

Abb. 5: Bei Sarah mussten wir auch mitmachen.

Ein wunderbarer Vortrag, der genau das abdeckt, was wir immer wieder predigen – und der damit ein Plädoyer für den Einsatz von Psychologen in der Conversion-Optimierung ist.

Robert Seeger & André Lampe: Wirksamer Content für schwierige Fälle

Es folgte einer der unterhaltsamsten Vorträge des Tages. Robert und André zeigten mit einer Mischung aus Wissenschaft und Entertainment, wie einfach es sein kann, Menschen auch für eher trockene Themen zu begeistern.

Das Credo lautet dabei: Gegen Idiotie und Ideologie in der Content-Erstellung – denn neun von zehn Inhalten sind ja schon dumm. Hier muss man gegen den Strom schwimmen und nicht auf die Reichweite, sondern auf die Qualität der Engagements schauen. Mit einem Micro-Impact erreicht man unter Umständen mehr als mit einer anonymen Masse.

Ein starker Vortrag, der nicht zuletzt dank der Live-Experimente wahrlich aus der Masse hervorstach. Und wir lernen: Auch komplexes kann einfach und genial kommuniziert werden.

Foto: OMX 2018

Abb. 6: Klasse statt Masse.

Stephanie Bauer: The Power of Online & Social Media @voestalpine

Komplexe Produkte hat auch Voestalpine zu bieten – es geht um Stahl und Ähnliches. Doch auch hier wird in den sozialen Netzwerken erfolgreich kommuniziert.

Hierbei kommt es laut Stephanie vor allem auf die richtigen Zielgruppen und eine Vielzahl von Kanälen an, die mit den jeweils passenden Inhalten bespielt werden. Dabei wird immer mehr Bewegtbildbild eingesetzt und Paid Media wird bei allen wichtigen Kampagnen an zentraler Stelle genutzt.

Der beste Tipp des Vortrages, den man immer beherzigen sollte: Man muss auch Nein sagen können und sollte nur das veröffentlichen, was es auch wirklich wert ist.

Timon Hartung: So findet man die Werbung und Traffic-Quellen der Konkurrenz

Ein wirklich großartiger Vortrag kam danach von Timon. Er will Entscheider dazu befähigen, Entscheidungen zu treffen. Das geht am besten mit vielen Daten über die Arbeit der Konkurrenz.

Und um diese Daten zu bekommen, hat er ein paar spannende Wege und Tools vorgestellt. Es waren einige Dinge dabei, von denen ich noch nie gehört habe – die aber sehr vielversprechend aussahen.

Foto: OMX 2018

Abb. 7: Viele schöne Ideen, die zum Nachmachen anregen.

Sicher der Vortrag, aus dem man mit am meisten direkt umsetzen kann. Sehr inspirierend für die tägliche Arbeit!

Felix Beilharz: 66(6) Quick and Dirty Tipps für besseres Social Media Marketing

Im nächsten Vortrag wurde total überzogen. Aber das war es wert, denn Felix ballerte 66 Social-Media-Tipps von der Main Stage. Es war für alle gängigen Plattformen und alle spannenden Kampagnenarten etwas dabei und sowohl Anfänger als auch Profis dürften viele Anregungen mitgenommen haben.

Foto: OMX 2018

Abb. 8: So ein Online-Marketing-Quartett ist schon eine tolle Idee.

Zum Glück bekommt man als Zuschauer bald die Slides, denn bei Felix‘ Tempo wurde das Mitschreiben irgendwann unmöglich.

Pascal Fantou: Wie du nächstes Jahr nicht gefeuert wirst oder es dir nichts ausmacht, gefeuert zu werden

Pascal ist aktuell vor allem mit dem Thema persönliche und fachliche Weiterbildung unterwegs und hatte ein paar interessante Punkte dabei:

  • Welche Begrifflichkeiten bedeuten was? Haben nicht alle Firmen andere Definitionen?
  • Was für übergreifende KPIs gibt es zwischen den verschiedenen Online-Marketing-Silos?
  • Wenn man etwas mehr als einmal macht, kann es dann nicht ein Roboter besser?
  • Die best-gevoteten Vorträge auf Konferenzen sind meist zu den Themen Blackhat, Hacking und ähnlichem – aber was hat das mit unserem Arbeitsalltag zu tun?
  • Was ist der Kontext, wie hängen die verschiedenen Disziplinen zusammen?
Foto: OMX 2018

Abb. 9: Wir haben einige Probleme in der Aus- und Weiterbildung.

Auf diese Fragen können wir nur eine passende Antwort geben, wenn wir uns weiterbilden. Pascal motiviert seine Zuhörer, auch außerhalb der Branche zu schauen, um neue Ansichten auf das große Ganze zu gewinnen. Ein wirklich starker Impulsvortrag zum Abschluss.

Fazit

Meine erste OMX war definitiv eine Reise wert. Richtig gute Speaker, eine gemütliche Location mit gutem Essen sowie eine Organisation, die auch an die kleinen Dinge gedacht hat. Von Auflademöglichkeiten für elektronische Geräte über einen Shuttlebus zur anschließenden Party bis hin zur genialen Progressive Web App, die neben dem Programm auch alle wichtigen Infos enthielt, wurde echt sehr viel richtig gemacht. Ich hoffe, ich schaffe es im nächsten Jahr wieder in Salzburg dabei zu sein.

Über den Autor

Oliver Engelbrecht

Chefredakteur
Nach meinem Studium der Politikwissenschaft (mit dem Schwerpunkt Diplomatie) habe ich zunächst das SEO-Portal aufgebaut und zuletzt als Chefredakteur geleitet. Nun bin ich bei der Agentur LEAP/ für das Marketing verantwortlich und koordiniere unser Magazin GrowthUp - wiederum als Chefredakteur.
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