Recap zum Real E-Commerce Day 2018

Das erwartet euch in diesem Artikel

  • Wie war es auf dem E-Commerce Day?
  • Wie kann sich Real.de zu einem Top-Marktplatz entwickeln?
  • Was hatten die Speaker zu sagen?

Am 25. Mai lud der Veranstalter Real.de zum Treff der deutschen E-Commerce-Szene und machte dabei deutlich, welche Ziele die Branche verfolgen sollte und welche Herausforderungen sie in Zukunft meistern muss.

Zum wiederholten Mal suchte sich Real.de das RheinEnergieStadion als Veranstaltungsort aus. War so mancher Besucher dieses Stadions im vergangenen Jahr keine Sensation mehr gewohnt, bot der E-Commerce Day 2018 seinen rund 1.500 Besuchern ein erstklassiges Event – sogar auf Champions League Niveau.

Durch die knapp 100 Aussteller ergaben sich zahlreiche Möglichkeiten, um zu verschiedenen Trends und Themen ins Gespräch zu kommen und neue Denkansätze aufzuschnappen. Auf der großen Ausstellerfläche, die sich im Logenbereich um das Fußballfeld zog, präsentierten darüber hinaus 30 Speaker die neuesten Insights zu Kundenbindung, Shop-Systemen und allen weiteren E-Commerce-relevanten Themen.

“Wir haben unsere Datenschutzerklärung aktualisiert!”

Natürlich war auch auf diesem Event die DSGVO allgegenwärtig. Es scheint schon fast ironisch, dass der E-Commerce Day genau auf den 25. Mai 2018 und damit auf den Tag des vollständigen Inkrafttretens der DSGVO fiel.

Dies war unter anderem der Grund dafür, weshalb beim Vortrag des Händlerbund-Rechtsanwalts Martin Hahn zum Thema Datenschutz kein einziger Platz leer blieb. Seinen Vortrag, der noch einmal die grundlegenden Änderungen durch die DSGVO behandelte und einen Ausblick auf mögliche Anpassungen gab, eröffnete Martin Hahn durchweg positiv, frei nach dem Motto: Die Sonne scheint noch, der Himmel ist noch blau, so schlimm kann die DSGVO also nicht sein.

Grafik: Datenschutz beim E-Comemrce Day

Abb. 1: Der Vortrag von Martin Hahn beruhigte viele Zuhörer (© @eCommerce_Day via Twitter).

3, 2, 1 – Real.de!

Der Veranstalter des E-Commerce Days wagte einen Ausblick auf die kommenden Jahre und kündigte Umstellungen zugunsten des Wachstums an. So fasst Real.de nach dem Zusammenschluss mit Hitmeister das nächste große Ziel ins Auge: Ab dem 02. Juli 2018 soll die Plattform als klassischer Marktplatz auftreten und damit analog sowie in direkter Konkurrenz zu Amazon und eBay fungieren.

Eine der größeren Änderungen im Zuge dieser Umstellung ist sicherlich die Möglichkeit für Händler, Verträge direkt mit dem jeweiligen Käufer zu schließen und sich so den Umweg über Real zu sparen. CEO Patrick Müller-Sarmiento betonte hierbei explizit, dass sich durch die Umstellung keinerlei Änderungen der Services ergeben werden.

Foto: Real.de beim E-Commerce Day

Abb. 2: Patrick Müller-Sarmiento, Jan-Philipp Blome und Gerald Schönbucher (v.l.n.r.) (© @Tradebyte via Twitter).

Große Änderungen erhofft man sich dagegen in Form eines noch schnelleren Wachstums. Momentan zählt Real.de 5.000 Händler auf ihrer Plattform, die damit hinter Amazon und eBay die drittgrößte Deutschlands darstellt. Es seien stetig neue Funktionen hinzugekommen, wie unter anderem eine von künstlicher Intelligenz gesteuerte Varianz in der Produktdarstellung.

Doch scheinen auch die durchaus hohen Investitionen in TV-Werbung zum schnellen Aufstieg der Plattform beigetragen haben. Durch die stetig wachsende Reichweite hoffen natürlich auch die Online-Händler auf Umsatzsteigerungen. Ein weiterer Grund, weshalb Real.de aktuell auch den Schritt hin zur Internationalisierung testet.

Der Fokus liegt auch hierbei auf der Qualität der Produkte, im E-Commerce wie auch im stationären Handel. Den USP von Real.de sieht Patrick Müller-Sarmiento dabei zusätzlich in der Vielfalt der Produkte und der offenen Kommunikation: “Real.de soll der Händler des Vertrauens werden” und dabei “[…] das Produkt zum Helden machen.” [Gedächtniszitat d. Red.].

TV-Löwen und Amazon als Fundament

Der E-Commerce Day bot zweifelsfrei ein sehr starkes Aufgebot an Speaker. So fiel es teils schwer, sich für einen der drei Vortragsräume zu entscheiden.

Zum Pflichtprogramm gehörte allerdings Freigeist Gründer und CEO, Frank Thelen, auch bekannt als technikaffiner Investor aus der TV-Gründershow “Die Höhle der Löwen”. In seinem Vortrag “Disruption, DHDL und was mich sonst noch bewegt” erklärte Frank Thelen, wie seine Investments aus der Höhle der Löwen und seine Risikokapitalfirma Freigeist, die sich auf Deep-Tech-Startups und Food-Investments spezialisiert hat, zusammen passen.

Foto: Frank Thelen beim E-Commerce Day

Abb. 3: Frank Thelen über alles, was nach DHDL kam (© @eCommerce_Day via Twitter).

Als Testimonial für eine funktionierende Händler-Marktplatz-Beziehung wurde Michael Atug eingeladen, der in seinem Vortrag “Der Zwiespalt zwischen Amazon-Wachstum und einem ruhigen Schlaf” der Frage auf den Grund ging, ob es verantwortungsvoll ist, das Wohl seiner Firma, Mitarbeiter und sogar seiner Familie in die Hände und damit Abhängigkeit eines “gnadenlos erfolgsorientierten” Unternehmens wie Amazon zu geben. Das schlussendlich positive Resümee von Michael Atug  beantwortete dann doch die Frage, weshalb der drittgrößte Marktplatz Deutschlands einen Vortrag mit solchem Inhalt präsentiert.

Foto: Michael Atug beim E-Commerce Day

Abb. 4: Michael Atug über seine persönlichen Erfahrungen mit dem Verkauf via Amazon (© @eCommerce_Day via Twitter).

Eine außergewöhnliche Location, eine nahezu perfekte Organisation, sowohl für Besucher als auch Aussteller sowie eine Vielfalt an Vorträgen, die einem die Entscheidung alles andere als leicht macht – das war der Real.de E-Commerce Day 2018.

Wir freuen uns auf die 10. Ausgabe im kommenden Jahr, dann gern wieder im Stadion eines Bundesligisten.

Über den Autor

Hendrik Schlosser

Redakteur
Ich bin seit 2016 für das Marketing der Agentur LEAP/ zuständig. Ich organisiere zum Beispiel unsere Auftritte auf Messen und Konferenzen und kümmere mich um die Schärfung unseres öffentlichen Profils.
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