Searchterm-Analyse: Wie ihr mit Scripten schnell und einfach neue Keyword-Potenziale ermittelt

Das erwartet euch in diesem Beitrag

  • Was leistet das Search Query N-Gram-Script von Brainlabs?
  • Wie lassen sich die Ergebnisse mit dem Ad-jective Analysis Script kombinieren?
  • Welche Variablen müsst ihr beim Hineinkopieren der Scripte in AdWords ändern?

Ich gehe im Folgenden darauf ein, wie ihr anhand von zwei tollen Scripten ganz einfach neue Keyword-Potenziale ermitteln könnt. Außerdem zeige ich euch, wie ihr eure

Anzeigen-Texte attraktiver gestalten könnt und wie ihr in euren Account verschiedene Keywords über einen längeren Zeitraum vergleichen könnt.

Um die Scripte anwenden zu können, ist es vonnöten, dass euer Account eine ausreichend große Historie hat. Erst dann habt ihr genügend valide Daten zum Verarbeiten. Ist dies nicht der Fall, so ist es besser, den klassischen Weg zu gehen und verschiedene Keyword-Tools zu benutzen, um gute Potenziale aufzudecken.

Zu Beginn werde ich das Search Query N-Gram-Script von Brainlabs vorstellen und anschließend darauf eingehen, weshalb es sich anbietet, die Ergebnisse mit dem Ad-jective Analysis Script von Brainlabs zu kombinieren.

Wie funktioniert das Search Query N-Gram-Script?

Das N-Gram-Script analysiert die Searchterms in eurem Account und listet sie anschließend in einem Google Sheet auf. Hierbei unterteilt das Script zum einen die Searchterms nach Anzahl der Wörter, und zum anderen werden die Searchterms nach Account-Level, Kampagnen-Level und AdGroup-Level aufgesplittet.

Das heißt, dass das Script die Suchanfragen in mehrere n-Gramme aufteilt. Ein n-Gramm ist eine Phrase aus n Wörtern: Ein 1-Gramm ist ein einzelnes Wort, ein 2-Gramm ist eine aus zwei Wörtern bestehende Phrase und so weiter. Zum Beispiel enthält der Searchterm „rote Schuhe Damen“ zwei 2-Gramm-Sätze („rote Schuhe“ & „Schuhe Damen“) und einen 3-Gramm-Satz („rote Schuhe Damen“). Um die verschiedenen Searchterms bewerten zu können, stehen Metriken wie: Worthäufigkeit (im Account), Klicks, Kosten, CPO, Conversions, CPC, CTR etc. zur Verfügung.

Anhand der Metriken kann schnell gesehen werden, ob der Searchterm nützlich für den Account ist oder nicht. Auch die Unterteilung in die unterschiedlichen N-Gramme ist sehr hilfreich. Bei 1-Gramm-Searchterms lassen sich schnell gute Adjektive (z. B. „günstig“, „kostenlos“ o. ä.) identifizieren. Ist die Performance eines bestimmten Adjektivs gut, so kann es mit anderen Keywords verstärkt in Beziehung gesetzt werden, und zudem sollte das Adjektiv vermehrt in Ad-Texten einbezogen werden. Hat man beispielsweise „gratis“ und „kostenlos“ öfter im Account, kann durch das Script schnell identifiziert werden, welches Wort öfter gesucht, geklickt oder besser konvertiert hat.

Screenshot: Google Ads Script

Abb. 1: Die Wortanalyse des Accounts (Quelle: Screenshot N-Gram-Script von Brainlabs)

Bei Searchterms mit mehreren Wörtern (N-Gramme) sind schon mehr Zusammenhänge zu erkennen, und es können mehr Aussagen getroffen werden, ob eine Keyword-Kombination gut ist oder nicht.

Im letzten Tab gibt es noch einmal eine Zusammenfassung der unterschiedlichen N-Gramme.

Screenshot: Google Ads Script

Abb. 2: Viele wichtige Daten in einer Übresicht (Quelle: Screenshot  N-Gram-Script von Brainlabs)

Hier wird ersichtlich, wie gut die unterschiedlichen Searchterm-Längen gegenüber den anderen performen. Die Grafik zeigt zum Beispiel, dass 4-Gramm-Searchterms einen deutlich höheren CPO haben als 2-Gramm-Keywords. Aus diesen Resultaten könnte man nun eine Strategie ableiten oder versuchen, falls die Ergebnisse nicht ganz logisch erscheinen, den Grund für das Resultat zu ermitteln.

Das Script ist jedoch nicht nur geeignet, um Keyword-Potenziale aufzudecken, sondern es hilft auch ungemein bei der Identifizierung negativer Keywords. Die Tabelle (Bild 1) kann einfach nach Searchterms mit schlechter Performance sortiert werden, und anschließend könnte eine „negative Liste“ kostenverschlingender Keywords kreiert werden.

Wie funktioniert das Ad-jective Analysis Script?

Mit diesem Script könnt ihr analysieren, welche Searchterms in eurem Account am besten performen. Im Gegensatz zum N-Gram-Script wählt ihr die Wörter aus, welche ihr miteinander vergleichen wollt. Aus diesem Grund bietet es sich auch an, die beiden Scripte miteinander zu kombinieren.

Zuerst sollte man das N-Gram-Script (wie oben beschrieben) über den Account laufen lassen, um einen ersten Überblick über den Account zu erhalten und zu identifizieren, welche Searchterms beliebt sind. Im zweiten Schritt könnt ihr euch überlegen, welche Begriffe ihr genauer untersuchen bzw. miteinander vergleichen wollt. Dann müsst ihr nur noch die gewünschten Begriffe in das Script eintragen (wie unten beschrieben), und schon erhaltet ihr eine Analyse eurer Auswahl. In der Analyse könnt ihr sehen, durch welche Kampagnen und AdGroups die Anzeige getriggert wurde.

Wie beim N-Gram-Script gibt es auch hier viele unterschiedliche Metriken, um die gewählten Keywords aus unterschiedlichsten Blickwinkeln zu betrachten und in Beziehung miteinander zu setzen. Im letzten Tab werden euch Statistiken der einzelnen Keywords über die einzelnen Monate angezeigt. So könnt ihr Trends erkennen und Veränderungen im User-Verhalten feststellen.

Grafik: Google Ads Script

Abb. 3: Ein schöner monatlicher Vergleich (Quelle: Screenshot Ad-jective Analysis)

Habt ihr die Performance analysiert, könnt ihr die Insights nutzen, um beispielsweise eure Anzeigentexte umzuschreiben oder eurer Keyword-Set zu erweitern.

So werden die beiden Scripte in Google Ads verwendet

Um Scripte in Google Ads verwenden zu können, geht auf den Button „Tools“ oben rechts auf dem Bildschirm. Anschließend klickt ihr auf den Tap „Scripte“ unter dem Reiter „Bulk Actions“. Nun müsst ihr nur noch auf das blaue Pluszeichen klicken, um den Script-Text hineinkopieren zu können.

Nachdem ihr das Script in dem AdWords Account kopiert habt, könnt bzw. müsst ihr noch einige Variablen verändern. Die zu verändernden Variablen ähneln sich in den meisten Skripten.

  1. DateRanges: Zu Anfang legt ihr fest, welchen Zeitraum ihr für die Searchterm-Analyse betrachten wollt. Wichtig ist hierbei, dass der Zeitraum ausreichend groß ist, damit die Daten valide sind.
  2. CurrencySymbol: Bei der zweiten Variable entscheidet ihr, welches Währungssymbol verwendet werden soll.
  3. Bei den folgenden Variablen kann entschieden werden, ob die Daten aus einer speziellen Kampagne kommen und ob pausierte Kampagnen/AdGroups mit in die Statistik einbezogen werden sollen.
  4. SpreadsheetUrl: Hier muss die Spreadsheet URL eingetragen werden. Wichtig ist, dass das Sheet und der Account für den Google User freigegeben sind. Ihr könnt also keine Spreadsheet URL verwenden, wenn ihr keine Berechtigung dafür habt.
  5. NGramLength (nur N-Gram-Script): Hier legt ihr fest, wie viele N-Gramme dargestellt werden sollen (1-Gramm, 2-Gramm …).
  6. Adjektive (nur Ad-jective Analysis): Hier könnt ihr die Adjektive festlegen, welche ihr miteinander vergleichen wollt.
  7. LookAtCompletePhrases: Wird dieser Wert auf „true“ gesetzt, wird das Wort nur in die Statistik einbezogen, wenn es für sich steht.
  8.   ClearSpreadsheet: Wenn dieser Wert auf „true“ gesetzt wird, werden bereits vorhandene Daten im Spreadsheet überschrieben.

Wenn ihr noch weitere Scripte sucht, die euch die Arbeit erleichtern, dann schaut euch doch mal das Bidding Script und das Heatmap Script an.

Über den Autor

Wanja Ernst

Redakteur
Ich bin Performance Marketing Manager bei LEAP/ und kümmere mich um die Accounts, entwickle individuelle Strategien und teste neue Paid-Kanäle für unsere Kunden an. Zudem drehe ich Youtube-Tutorials für unsere Agentur, um mein Wissen zu teilen und selber noch zu wachsen.