SEO-Optimierung von Karriere-Websites

Das erwartet euch in diesem Artikel

  • Welche Rahmenbedingungen müssen auf Karriereseiten erfüllt sein?
  • Welche strukturierten Daten müsst ihr einbauen?
  • Warum ist die Usability so wichtig?

Eine gute Suchmaschinenoptimierung zielt darauf ab, von potenziellen Kandidaten gefunden zu werden und Seiteninhalte für Suchmaschinen auffindbar zu machen. Eine gute SEO allein reicht oft jedoch nicht aus, um erfolgreich im Recruiting zu sein.

Hier müsst ihr zunächst verstehen, wo eure Zielgruppe im Internet unterwegs ist. Das ist auch der Punkt, wo die organische Suchmaschinenoptimierung ins Spiel kommt. Die sogenannte „Online-Mund-zu-Mund-Propaganda“ über Social Media, sei es über Retweets, Likes, Kommentare oder Verlinkungen, nimmt hier einen zunehmend großen Einfluss auf den Traffic von Websites. Um geeignete und qualifizierte Bewerber zu erreichen, muss ein Unternehmen den Kontakt mit ihnen pflegen und ein gutes Arbeitgeberimage etablieren. Immer mehr Arbeitssuchende nutzen mobile Geräte und Apps, um nach Jobs zu suchen. Daher solltet ihr eure Karriere-Website für Mobilgeräte optimieren.

Bild: For Hire Schild

Abb 1: Gute Firmen sind eigentlich immer auf der Suche nach passenden Mitrbeitern (© Unsplash, Clem Onojeghuo).

Gerade junge Menschen sind häufiger mobil unterwegs und wollen in Zeiten des Fachkräftemangels über vielfältige Kanäle erreicht werden. Ebenso wie die User zudem eine hohe Sicherheit einer Seite begrüßen, gilt es die Ladegeschwindigkeit für mobile Endgeräte zu optimieren. Es sind zwei entscheidende Aspekte, die eine große Rolle in der Website-Optimierung spielen. Google begrüßt die Sicherheit, indem es HTTPS-Websites immer mehr hervorhebt. Lange Ladezeiten erzeugen laut einer Statistik von Google (Januar 2017) eine hohe Absprungsrate. 53 Prozent der Nutzer verlassen eine Seite, wenn eine mobile Seite länger als drei Sekunden zum Laden benötigt. Google reagiert hier mit der Einführung standardisierter, schneller mobil-gerechter AMP Seiten.

Die blitzschnellen mobilen Seiten

Accelerated Mobile Pages ist ein Framework, um Websites auf mobilen Endgeräten binnen Sekunden anzeigen zu lassen. Der Grund hierfür liegt im stark reduzierten Code, der nur eine eingeschränkte Nutzung von JavaScript, iFrames oder Einbettungen zulässt. Im AMP-Format kommt nur ein abgespecktes HTML und ein stark limitiertes CSS zum Einsatz. Für Bilder, Videos oder Werbebanner nutzt Google AMP-Platzhalter, die erst während des Seitenaufrufs durch die Inhalte ersetzt und nachgeladen werden. Diese neu entwickelte Technologie gibt es nun schon seit Februar 2016 und sie wurde vom Suchmaschinengigant Google und weiteren Marktführern als Open-Source Projekt ins Leben gerufen.

Eine Investition in Usability

Über 50 Prozent der Nutzer erwarten bei der mobilen Nutzung auf dem Smartphone, dass die Ladezeiten fast identisch oder nur geringfügig höher sind. So verwandeln sich zu lange Ladezeiten zu einem eindeutigen Wettbewerbsnachteil. Dem kommt die AMP-Technologie entgegen, denn sie versucht, die Ladezeiten mobiler Websites bedeutend zu verkürzen. Eine im AMP-Format angelegte Karriereseite lädt bis zu viermal schneller im Vergleich zu Standard-Websites und verbraucht bedeutend weniger Daten. Die Gestaltungsmöglichkeiten bei AMP bezüglich der Seitenstrukturierung und Benutzerfreundlichkeit sind in der Entwicklungsphase jedoch noch ein wenig eingeschränkt und sehr textbasiert.

Die AMP-Strategie dient vorwiegend dazu, die Nutzererfahrung auf mobilen Websites kontinuierlich zu verbessern. Da sie sich jedoch noch im Anfangsstadium befindet, lässt sich ihr Potenzial erst erahnen, zukünftig zu einem der wichtigsten Ranking-Faktoren im SEO-Bereich für Google zu werden. Google selbst präsentiert die schnellen AMP in den mobilen Suchergebnissen oberhalb der regulären SERPs  und markiert sie mit einem Blitzsymbol.

Google bietet eine eigene Suchmaschine für Jobs

In den USA hat Google bereits seine erste Jobsuchmaschine „Google for Jobs“ etabliert. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis es auch in Deutschland möglich ist, direkt über Google nach Stellenanzeigen zu suchen. Dies geschieht dann nicht mehr wie bisher über Jobbörsen und Stellenportale, sondern die Stellenanzeigen werden schnell und vor allem mobiloptimiert über Google selbst verbreitet.

Durch die prominente Platzierung in den Ergebnissen der Google-Suche finden auch unbekannte Unternehmen mehr Aufmerksamkeit in den Zielgruppen. In den Stellenanzeigen werden neben der Jobbeschreibung auch das Firmenlogo, Bewertungen und Rezensionen eingebunden. Google verspricht sich hiervon eine höhere Zahl an motivierten Bewerbern. Das neue Nutzererlebnis ermöglicht Bewerbern eine gefilterte Suche nach spezifischen Kriterien – z. B. dem Ort oder dem Jobtitel. So lassen sich geeignete Kandidaten ansprechen, die  bereits nach einem bestimmten Job suchen. Wer früh umsteigt, hat hier bereits einen großen Vorteil im Wettbewerb um die umworbene Zielgruppe vorwiegend junger Fach- und Führungskräfte.

Macht eure Karriere-Website fit

Eine Website sollte bestimmte Zugangsvoraussetzungen erfüllen, um von Google gefunden und indexiert werden zu können. Seit dem Jahr 2011 gibt es eine standardisierte Website-Strukturierung, die mittels einer Auszeichnungssprache auf schema.org definiert wurde, um den Qualitätsanspruch zu sichern. Zudem müssen dabei gewisse technische Richtlinien, sowie inhaltlich-redaktionelle Vorgaben für Stellenanzeigen eingehalten werden.

Mittels des jobPosting Objects könnt ihr somit eure Stellenausschreibungen suchmaschinengerecht optimieren und seid gerüstet, wenn „Google for Jobs“ auch demnächst in Deutschland online geht.

Strukturierte Daten

Auf schema.org findet ihr besagte Richtlinien – unter anderem die Tags wie z.B. jobLocation, hiringOrganization usw., die euer Code unbedingt enthalten muss. Zudem gibt es auch bestimmte Tags, die Google empfiehlt, in eure Stellenanzeige zu integrieren z.B. Angaben zum Gehalt oder Beschäftigungstyp (baseSalary, employmentType)

Zudem benötigt Google Informationen über den Status der Stellenanzeige. Diese müsst ihr über eine Sitemap in eure Seite integrieren. Über das Google Structured Data Testing Tool könnt ihr anschließend eure optimierte Website auf strukturierte Daten testen.

Screenshot: Das Structured Data Testing Tool

Abb. 2: Hier könnt ihr testen, ob ihr eure strukturierten Daten korrekt eingebaut habt.

Denkt bei der Strukturierung eurer Website auch immer an den Bewerber, der sich zurechtfinden muss. Die Website sollte zudem einfach und klar zu navigieren sein, aber sie muss auch einzelne Seiten enthalten, die den Kernbereichen des Unternehmens gewidmet sind. Der Grund hierfür ist, Google mit Seiten zu versorgen, die für jeden spezifischen Bereich eures Unternehmens genaue Erklärungen liefern. Wenn ihr zum Beispiel nur eine einzige Seite für alle Fachbereiche habt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass jeder Bereich nur einmal kurz erwähnt wird und möglicherweise andere Synonyme und Informationen nicht enthalten sind. Wenn dies der Fall ist, erzielt ihr möglicherweise nicht genügend Traffic – und potentielle Bewerber können sich nicht ausreichend über euch informieren.

Auf der Suche nach Keywords

Bevor ihr Content für eine Seite erstellt, solltet ihr außerdem ein bis zwei Keywords oder Wortgruppen wählen, von denen ihr glaubt, dass Nutzer mit hoher Wahrscheinlichkeit nach diesen suchen. Dann bearbeitet ihr Seitentitel, Beschreibung und Inhalte. Haltet euch an ein oder zwei Keywords pro Seite und versucht, eine enge Auswahl auf eurer Website zu verwenden, um somit eine größere Vielfalt an Suchvorgängen zu erfassen. Konzentriert euch auf Schlüsselbegriffe, die für eure Zielgruppe relevant sind.

Mittels des Google AdWords Keyword Planers könnt ihr relevante Keywords für euer Unternehmen ermitteln. Google AdWords gibt euch einen guten Einblick, wie oft Nutzer nach bestimmten Keywords gesucht haben. Außerdem könnt ihr mit dem Google Keyword Planer das monatliche Suchvolumen überprüfen und so eure Keywordliste optimieren. Keyword Zeitabläufe werden mit Hilfe von GoogleTrends verglichen. Sobald ihr eure relevanten Keywords gefunden habt, bindet ihr diese sorgfältig auf eurer Website ein. Die wichtigsten Schlüsselbegriffe müssen sich auf der Startseite wiederfinden. Zudem solltet ihr darauf achten, sie nicht nur in den Fließtexten aufzunehmen, sondern auch sicherzustellen, dass ihr sie in den Seitentiteln und den Überschriften integriert. Es bietet sich außerdem an, eine Konkurrenzanalyse durchzuführen. Checkt dafür einfach Webseiten und Keywords der Wettbewerber im selben Themenspektrum. Vielleicht gibt es hier noch Potenzial.

Content ist King – ein echter Mehrwert

Langfristig gesehen stellt sich die spannende Frage, wie man sich in den SERPs von der Konkurrenz differenziert. Es geht also heute nicht mehr vorwiegend darum, einfach nur eine Stellenanzeige zu schalten und auf geeignete Kandidaten zu hoffen. Es braucht ein wenig mehr, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Im Kampf um die besten Kandidaten kommt es vor allem darauf an, qualitativ hochwertigen Content und einen individuellen Mehrwert zu schaffen. Regelmäßig aktualisierte Inhalte erfordern den meisten Aufwand, spielen jedoch eine wichtige Rolle. Google mag vor allem Websites, die regelmäßig neuen Content produzieren. Zudem dreht es sich um Backlinks. Je höher die Qualität der Links auf der Seite ist, desto höher ist der Rang. Dies erklärt auch zum Teil, warum einige ältere Seiten ein höheres Google-Ranking haben. Der Grund liegt allein in ihrem langjährigen Bestehen und dem damit verbundenen Aufbau vieler Backlinks.

Bild: Ein leeres Notizheft

Abb. 3: Ein bisschen Content kann nicht schaden (© Unsplash, Mike Tinnion).

Eine Website sollte dahingehend entsprechend optimiert werden und Recruiter müssen die Zielgruppe in den entsprechenden Social Media Kanälen ansprechen, wo sie unterwegs ist. Gleichzeitig wird das Unternehmen – ganz im Sinne des Employer Brandings – als attraktiver Arbeitgeber präsentiert. Denn Employer Branding zieht vor allem auf die Schaffung eines Wettbewerbsvorteils der Arbeitgebermarke ab. Daneben soll es aber auch die Personalgewinnung effizienter gestalten, die Qualität eingehender Bewerbungen steigern und die Mitarbeiterbindung durch eine höhere Identifikation mit dem Unternehmen festigen. Eine aktive Social Media Präsenz zieht nicht nur Traffic auf eure Karriereseite, sondern wird zusätzlich von Google positiv wahrgenommen. Die visuellen Ansprüche der Nutzer im Internet steigen auch im Jahr 2018. Der Trend geht zur perfekten Website, die sich optimal an mobile Endgeräte anpasst und dem Benutzer ein wahrhaftiges Erlebnis präsentiert. Einfach, funktionell, interaktiv und zukunftsweisend.

Über den Autor

Jakob Osman

Gastautor
Ich leite die Strategieberatung Junges Herz mit den Standorten Berlin und Dresden. Wir betreuen Kunden im Employer Branding und Personalmarketing.
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