Ausblick auf das nächste Jahr: Die SEO-Trends 2018

Das erwartet euch in diesem Artikel

  • Was erwarten wir für das kommende Jahr?
  • Welche Themen müsst ihr im Auge behalten?
  • Wo könnte es Überraschungen geben?

Nachdem wir in der letzten Woche auf das vergangene Jahr zurückgeblickt haben, ist es nun an der Zeit, die Glaskugel anzuschmeißen. Heute stellen wir uns also der Frage, welche Themen in der Suchmaschinenoptmierung im Jahr 2018 am relevantesten sein werden. Wenn wir etwas vergessen haben, freuen wir uns natürlich über eure Ergänzungen.

Featured Snippets: Mit W-Fragen die Position 0 erobern

In den Google SERPs tauchen vermehrt die sogenannten Featured Snippets auf. Diese sind ein weiterer Schritt, mit dem Google die Evolution von der Suchmaschine zur Antwortmaschine vollzieht. Denn für viele Suchanfragen müsst ihr euch nun  nicht mehr auf eine Website durchklicken, sondern erhaltet die Antwort direkt in den Suchergebnissen.

Screenshot: SERPs mit Featured Snippet

Abb. 1: Da steht Wikipedia über 121Watt, obwohl die Kollegen eigentlich die Nummer 1 gepachtet haben.

Was das für den Traffic eurer Seiten bedeutet, müsst ihr selbst herausfinden. Vielleicht bringen euch die dazugehörenden Links etwas, vielleicht helfen die Snippet auch beim Branding – aber eins ist klar: Wenn ihr nicht in den Snippets landet, tut es eure Konkurrenz. Schaut also, dass ihr eure Inhalte mit der richtigen Verwendung von W-Fragen so optimiert, dass ihr die Position 0 erobern könnt. Dann überflügelt ihr selbst die, die organisch eigentlich ganz oben stehen.

Sprachsuche: Der Longtail wird immer wichtiger

Immer mehr Fragen werden nicht durch die Eingabe von Keywords in den Suchschlitz, sondern durch die sprachliche Interaktion mit dem Endgerät beantwortet. Hier gilt es, den Longtail zu beachten – denn ohne eine vernünftige Optimierung über die einzelnen Keywords hinaus könnt ihr sonst schnell auf der Strecke bleiben.

Spannend wird dann vor allem, ob das Endgerät die Fragen direkt im Dialog mit dem Nutzer beantwortet, oder ob die Frage zum Aufrufen einer SERP führt, von der der Nutzer sich dann auf eine Website durchklickt. Sicher wird es beides geben – und damit verbunden auch viele spannende Fragen hinsichtlich der Monetarisierung der Sprachsuche durch Webmaster.

Mobile First Index: Was passiert, wenn er kommt?

Google wird irgendwann im nächsten Jahr auf den mobile First Index umstellen – so viel ist bekannt. Doch was wird dann passieren? Glaubt man einigen SEO-Propheten, ist das Ende der Welt damit sehr nahe.

Doch vielmehr wird es so sein: Wer immer noch keine mobile Seite hat (ganz ehrlich: Warum zum Teufel sollte jemand im Dezember 2017 keine mobile Seite haben?), der landet weiterhin mit der Desktop-Variante im Index und wird vielleicht eine kleine und verdiente Abstufung erfahren. Und wer eine separate mobile Seite hat, sollte dafür sorgen, dass alle wichtigen Informationen auch dort zu finden sind. Aber ansonsten wird sich nicht viel ändern. Baut euch einfach eine schicke responsive Seite und alles ist ok. Und das gute ist: Ihr dürft dann sogar endlich Inhalte hinter Tabs verstecken, ohne eine Abstrafung zu erhalten.

UX: Der Nutzer muss erfolgreich sein

Ein Punkt, der für Suchmaschinen sicher noch wichtiger werden wird, ist die Zufriedenheit der Nutzer. Haben sie gefunden, wonach sie gesucht haben? Ging diese Suche einfach und ohne Hürden vonstatten? Wurden alle in den SERPs gemachten Versprechungen eingehalten? Ist die Seite barrierefrei und leicht zu bedienen?

Werden diese und weitere Fragen mit JA beantwortet, so wird die positive Nutzererfahrung euch auch beim Ranking helfen. Und je weiter Google und Co. beim Erkennen solcher Muster voranschreiten, desto größer wird das Gewicht der UX für das Ranking werden.

HTTPS: Ohne geht es wirklich nicht mehr

Wenn ihr eure Website noch immer nicht auf HTTPS umgestellt habt, kann es dafür eigentlich nur drei Gründe geben:

  1. Ihr habt noch gar nicht mitbekommen, dass es sowas überhaupt gibt (aber dann werdet ihr wohl eher nicht diesen Artikel lesen).
  2. Ihr misstraut prinzipiell jeder Empfehlung aus dem Hause Google und macht genau das Gegenteil.
  3. Ihr könnt eure Nutzer nicht besonders gut leiden.

Aber mal im Ernst. HTTPS ist nicht nur deshalb eine Grundvorausetzung, weil selbst der Chrome-Browser mittlerweile vor unsicheren Verbindungen warnt. Vielmehr solltet ihr euren Nutzern einen Gefallen tun und ihnen in einem nicht immer sicheren Internet so viel Schutz wie möglich bieten. Allerspätestens im Q1 2018!

Personalrochaden: Wer geht als nächstes?

Das letzte Jahr war geprägt von personellen Umbrüchen – Danny Sullivans Wechsel zu Google und Rand Fishkins Abschied von Moz stechen dabei aus der Masse hervor. Die Frage ist nun, was im nächsten Jahr passieren wird? Werden weitere Persönlichkeiten ihre liebgewonnenen Posten verlassen und neue Abenteuer starten?

Übernimmt John Mueller das Search Engine Journal? Geht Barry Schwartz zu Bing? Und eröffnet Gary Illyes eine Tauchschule? Das hört sich heute unrealistisch an, aber welche Gewissheiten gelten nach dem letzten Jahr schon noch?

Fazit: Es wird viel passieren

Allein diese Punkte zeigen, dass uns sicher auch im kommenden Jahr nicht langweilig werden wird. Und da haben wir noch nicht einmal über die steigende Relevanz von Apps, das Marketing-Potential von Chatbots und das steigende Interesse am Machine Learning gesprochen. 2018 kann also kommen, wir sind gespannt.

Über den Autor

Oliver Engelbrecht

Chefredakteur
Nach meinem Studium der Politikwissenschaft (mit dem Schwerpunkt Diplomatie) habe ich zunächst das SEO-Portal aufgebaut und zuletzt als Chefredakteur geleitet. Nun bin ich bei der Agentur LEAP/ für das Marketing verantwortlich und koordiniere unser Magazin GrowthUp - wiederum als Chefredakteur.
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