YouTube und SEO? Die vergessene Traffic-Quelle

Das erwartet euch in diesem Artikel

  • Warum lohnt sich YouTube?
  • Wie könnt ihr eure Videos optimieren?
  • Wie erhaltet ihr bei YouTube eine gute Reichweite?

Als Google die Online-Videoplattform YouTube im Oktober 2006 für rund 1,3 Milliarden Euro kaufte, war es für Google die bis dahin teuerste Akquisition der Firmengeschichte. Zu diesem Zeitpunkt war YouTube gerade einmal 18 Monate alt und hatte weniger als 75 Mitarbeiter.

Das erste hochgeladene Video “Me at the zoo“ ist immer noch auffindbar und zeigt den YouTube-Mitgründer Jawed Karim, wie er 19 Sekunden lang über Elefanten spricht:

Im August 2007 vollzog sich bei YouTube ein strategischer Wandel. Die Plattfom ließ ab sofort Werbeeinblendungen vor Videos ausgewählter Partner zu. Diese YouTube-Partner waren YouTube-Kanal-Betreiber, die anteilsmäßig an den Einnahmen der Werbeschaltungen in ihren Videos beteiligt wurden.

Nun ist YouTube in seinem zwölften Jahr und ist immernoch die Anlaufstelle für Video-Inhalte. Nach Google ist YouTube die zweitgrößte Suchmaschine der Welt. Mehr als eine Milliarde User nutzen jeden Monat diesen Service. Bei der Google-Übernahme 2006 wurden jeden Tag rund 100 Millionen Videos angeschaut, heute sind es täglich mehrere Milliarden.

Wie kann euch YouTube dabei behilflich sein, eure Video-Inhalte auffindbar zu machen?

YouTube funktioniert in seinen klassischen Grundzügen immer noch als Suchmaschine, die sich auf ihren Algorithmus stützt. Diesen Fakt könnt ihr euch zum Vorteil machen. YouTube bietet eine Vielzahlan Möglichkeiten zur organischen Suchmaschinenoptimierung. Das Hauptkriterium ist und bleibt aber immer noch der Inhalt. Content ist King.

Aber wie entscheidet YouTube, bei über einer Milliarde an monatlichen Usern, was ein guter Inhalt ist?

Es gibt eine Reihe von wichtigen Ranking-Faktoren, die YouTube für die Auffindbarkeit der Videos berücksichtigt. Das Fundament ist die Wiedergabezeit (auch Watch-Time genannt). In den frühen Tagen der Plattform war eine große Anzahl von Aufrufen eines Videos das Erfolgssymbol. Hatte ein Video in kurzer Zeit eine hohe Aufrufzahl, hat die Plattform diesen Inhalt ihrerseits gepusht. Allerdings wurde diese Methodik schnell durchschaut und viele Bots haben den View Count der Videos künstlich aufgeblasen, um Erfolg im YouTube-Algorithmus zu haben. 

Infolgedessen änderte YouTube seine Algorithmus-Kriterien, um Videos zu belohnen, die tatsächlich angesehen wurden und nicht nur angeklickt. Diese „Audience Retention“ ist jetzt von enormer Bedeutung. Entscheidend ist, dass Videos gesehen werden – und zwar während der gesamten Laufzeit. In der Tat ist es der Nummer eins Ranking-Faktor, der den Erfolg der Videos auf eurem Channel beeinflusst.

Wenn Videos nicht geschaut werden, verringern sich auch die Chancen, dass YouTube eure Inhalte mit Hilfe des Algorithmus anderen potentiellen Zuschauern darstellt. Die Plattform bietet euch konstanten Traffic, honoriert aber nur Videos, die die Zuschauer unterhalten und sie auf der Plattform halten.

Der wichtigste Gedanke, den ihr euch merken müsst, ist die Tatsache, dass sich YouTube primär gar nicht dafür interessiert, was die User schauen – hauptsache, der User verbringt möglichst viel Zeit auf der Seite.

YouTube ist da nicht allein, auch alle anderen großen Plattformen im Web wollen den Traffic auf ihrer Site bewahren und User nicht an andere Mitbewerber verlieren.

Somit unterstützt jeder Kanalbetreiber YouTube dabei, die Zuschauer möglichst lang auf der Plattform zu halten. YouTube honoriert diese Unterstützung im Gegenzug mit mehr Traffic. Vorstellen könnt ihr euch diese Methodik wie einen rollenden Schneeball, der auf seiner Strecke immer größer wird.

Da die Watch-Time ein so wichtiger Faktor ist, müsst ihr euch schon vor dem Erstellen des Contents überlegen, wie ihr die Watch-Time-Raten optimieren könnt.

Best Practices: Tipps für die Optimierung der Wiedergabezeit

  1. Erstellt Inhalte, die dem Betrachter einen Mehrwert bieten. Auf der Meta- und SEO-Ebene könnt ihr sehr viel optimieren, doch wenn der Inhalt nicht stimmt, wird kein Zuschauer lange auf dem Video verweilen.
  2. Schafft einen optimalen Videostart. Verzichtet auf exzessives Branding, langwierige Einführungen oder Inhalte, die für das Hauptthema irrelevant sind. Nicht nur sind diese Dinge unnötig, YouTube trackt auch die Abbruchraten genau. Diese wirkt sich zusätzlich negativ auf zukünftige Uploads aus. Bevor ein User auf das Video geklickt hat, müssen das Thumbnail (Vorschaubild) und der Titel zusammenarbeiten. Sie müssen ein Bild in den Köpfen der Zuschauer malen. Auf diese Weise wird die Geschichte bereits vor dem Beginn des Videos erzählt.

Ein gutes Bespiel für diese Herangehensweise ist folgendes Videos:

Dieses Video erzählt die Entstehungsgeschichte eines viralen Webstars, dem Backpack Kid. Schon vor dem Klick auf das Video wird durch die Dynamik von Titel und Vorschaubild ein Bild im Kopf des Zuschauers erzeugt.

Haltet die Spannung im Video hoch. Ein YouTube-Video sollte so lang sein, wie es interessant ist, und keine Sekunde länger. Es könnte eine Minute dauern, es könnte eine halbe Stunde dauern, solange es beim Thema bleibt und dem Publikum einen Mehrwert bringt. Alles, was zählt, ist, dass die Leute dranbleiben.

Aus Plattformbetreiber-Sicht sind längere Videoinhalte zu bevorzugen, da einem YouTube-User beim Schauen eines 10+Minuten Video erst nach potentiell 10+Minuten wieder neues Video vorgeschlagen werden muss. Währenddessen muss der YouTube-Algorithmus bei einem kurzen 2-minütigen Video bereits nach zwei Minuten wieder ein neues Video anbieten.
Nach jedem Video besteht stets die Gefahr, dass der Zuschauer die Plattform verlassen könnte, wenn er keine neuen, passenden Video-Vorschläge erhält.

Ein weiteres Indiz dafür, dass YouTube längere Videoinhalte honoriert, ist, dass Videolängen von über zehn Minuten mit der Schaltung von Mid-Roll Werbeanzeigen (individuell einstellbares Werbeplacement) belohnt werden. Dieser Indikator spricht dafür, dass es YouTube wichtig ist, längere Videoinhalte auf der Plattform zu haben.

Optimierung der Session-Time

Die Optimierung der Session-Time ist das am schwierigsten beeinflussbare Kriterium, da diese nur auf Seiten YouTubes messbar ist.

Wie die Watch-Time beeinflusst auch die Session-Time das Ranking und die Auffindbarkeit einzelner Videos. Hierbei handelt es sich um die Zeit, die ein einzelner YouTube-User auf der Plattform verbringt. Konsumiert ein Zuschauer überproportional viele Inhalte eines bestimmten Kanals oder kommt nur für diesen Content auf die Plattform, belohnt YouTube euch mit einer besseren Sichtbarkeit. Durch dieses Verhalten kann YouTube messen, wie gut ein Kanal als Pull-Medium funktioniert.

Netflix verwendet ein ähnliches Konzept der Session-Time zur Evaluierung der Beliebtheit ihres Contents. Der Konzern ist berühmt dafür, dass keine Quoten oder Zugriffszahlen ihrer Inhalte veröffentlicht werden.

Das Nutzungsverhalten jedes Abonnenten wird individuell analysiert und bewertet.

Ein Beispiel:

  • Abonnent A schaut nur temporär eine Handvoll Serien, z.B. „Narcos“ oder „Stranger Things“.  
  • Abonnent B schaut täglich Serien und Filme, „Narcos“ und „Stranger Things“ und über 30 weitere Serien.
  • Abonnent A und B zahlen dieselben monatlichen Gebühren.

Für Netflix ist Abonnent A wertvoller. Seine Session-Auswertung würde aufzeigen, dass Netflix weniger genutzt wird, er aber für bestimmte Inhalte direkt auf die Plattform kommt.

Würden die Serien von Abonnent A nicht mehr im Portfolio vertreten sein, verliert Netflix mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Kunden.

Abonnent B würde beim Wegfall von Content im Gegensatz zu Abonnent A mit höherer Wahrscheinlichkeit immer noch als Kunde erhalten bleiben. Der restliche Content würde weiter genügend Anreiz bieten, um ein Abonnement aufrecht zu erhalten.

Einen kuriosen Zugriffswert, den Netflix geteilt hat, findet ihr hier in diesem Business Insider Artikel. In einem Zeitraum von einem Jahr hat ein englischer Nutzer den Animations-Film Bee Movie 357 mal geschaut. Ein Wegfall dieses Films würde bestimmt in einem gekündigten Abonnement enden.

Eine Best-Practice zur Erhöhung der Session-Time ist, die Anzahl der YouTube Session-Starts zu erhöhen.

Je öfter ihr  das erste Video stellt, dass die Leute im Zuge ihrer YouTube-Experience besuchen, desto öfter wird euch YouTube als Türöffner mit einer besseren Sichtbarkeit und Reichweite belohnen.

Der einfachste Weg ist, sicherzustellen, dass ihr all eure Abonnenten dazu bringt, ihre YouTube Benachrichtigungen zu aktivieren.

Screenshot: YouTube Subscribe Button

Abb. 1: Es hilft immer, wenn Nutzer eure Inhalte abonnieren.

Die Aktivierung der Social Community hilft dabei, zusätzlichen Traffic auf den Video-Content zu ziehen. Facebook reduziert aber die organische Reichweite von Beiträgen eines reinen YouTube-Link-Posts. Nutzt in diesem Fall einen Teil des Videos als Teaser und hostet es direkt als natives Facebook-Video und bindet den YouTube-Link ein.

Jeder Video-Content sollte im besten Fall über YouTube gehostet werden. Dieser Schritt garantiert, dass die Inhalte auch außerhalb eurer eigenen Website auffindbar sind und Traffic generieren können.

YouTube-Titel Optimierung

Einen großen SEO-Boost könnt ihr über die Optimierung der Video-Titel erreichen.

Wer die Kunst der Titelfindung beherrscht, kann aus einem kleinen Kanal ein großes Media-Imperium erschaffen. Ein Beispiel dafür ist Buzzfeed.

Der über YouTube gehostet Video-Content war ein entscheidender Teil für das enorme Wachstum der Marke.

Screenshot: YouTube Kanal

Abb. 2: Das Bild zeigt die YouTube-Startseite von Buzzfeed.

Veröffentlicht jedes Video mit einem optimierten Titel, der es dem Zuschauer unmöglich macht, nicht auf das Video zu klicken. Durch das Erwecken von Neugier steigt automatisch die CTR (Click-Through-Rate). Eine Erhöhung dieses Wertes steigert die Erfolgsaussichten eures Videos, bei neuen Zuschauergruppierungen angezeigt zu werden.

YouTube-Titel haben einen weiteren entscheidenden Vorteil: sie ranken unter SEO-Gesichtspunkten auf YouTube.

Verfasst ihr einen Titel im Stil einer SEO-Suchanfrage, wird dieses optimierte Video wahrscheinlicher in den YouTube-Suchergebnissen angezeigt.

Ihr habt nur wenige Sekunden, um die Aufmerksamkeit des potentiellen Betrachters auf das Video zu lenken. Titel und Vorschaubild sollten zusammenarbeiten, damit dem Zuschauer suggeriert wird, dass das Video unwiderstehlich ist und sofort angeklickt werden muss.

Die Titellänge

Ein kurzer und bündiger Titel verbunden mit einem interessanten Aspekt aus dem Video funktioniert im YouTube Universum 2018 am besten. Wenn das Video einen sehr langen Titel hat, wird das Ranking nicht beeinträchtigt, doch ist es für den potentiellen Zuschauer weniger attraktiv, auf einen langen Video-Titel zu klicken. 

Wenn möglich solltet ihr auf Füll- bzw. Stop-Wörter, wie „der, die, das“ oder „und“ verzichteten.

Diese generischen Wörter sind für Suchmaschinen irrelevant . Die Botschaft sollte ohne diese Wörter rübergebracht werden können.

Zum sinnvollen Teilen von Titeln können beliebige Trennzeichen, wie „/, & |“ genutzt werden. Der YouTube-Algorithmus ignoriert diese Art der Schreibweise.  

Ist das Video an eine jüngere Zielgruppe gerichtet, können Emojis zusätzliche Aufmerksamkeit bringen. Für das Ranking im Suchalgorithmus sind Emojis aber eher von Nachteil, da der direkte Such-Traffic für Emojis sehr gering ist.  

Die Titelstruktur

Eine allgemeingültige Struktur, die für jedes Video passt, gibt es leider nicht. Folgende Struktur ist eine Best-Practice:

Ausspruch – Erklärung – Informationen durch Schlüsselwörter

Screenshot: Ein Snippet auf YouTube

Abb. 3: Screenshot YouTube Video Das Supertalent.

Das dargestellte Beispiel vom YouTube-Video des Kanals Das Supertalent zeigt auf anschauliche Weise, wie es möglich ist, TV-Inhalte sinnvoll für YouTube aufzubereiten. Der potentielle Zuschauer wird sofort mit dem Ausspruch: „Alexa gewinnt!“ konfrontiert. Gleich darauf wird diese Aussage durch eine Erklärung eingeordnet und durch zusätzliche Informationen, wie Finale und das Datum, unterstützt. Die Trennzeichen erlauben eine erleichterte Leseweise.

Die Grundlagen der Video-Beschreibung

Ein guter Video-Beschreibungstext kann die Inhalte SEO-Technisch auffindbar machen. Ein einladender Text hilft zusätzlich, um in den YouTube-Suchergebnissen Klicks auf das Video fördern. Die Videobeschreibung hat einen sehr mächtigen dritten Aspekt, den die anderen Eckpfeiler der Optimierung nicht haben. Die Fähigkeit, Off-Plattform zu verknüpfen.

Die Videobeschreibung wird meist nur gelesen, wenn der Zuschauer das Video zu Ende geschaut hat und mehr über das Thema erfahren möchte. Schätzungsweise 90% der User verzichten auf das Lesen des Beschreibungstextes. Mobil, über die native YouTube-App, ist das Erreichen der Beschreibung mit einem Klick-Mehraufwand verbunden. Trotzdem bietet es euch eine perfekte Möglichkeit, um Keyword-reiche Texte unterzubekommen. Auch wenn User diese Texte nicht unbedingt lesen, zieht der YouTube-Algorithmus sich hier sehr gern Informationen.

Wie könnt ihr eure YouTube-Beschreibung auffindbar machen?

Idealerweise solltet ihr euch schon bevor das Video erstellt wird Gedanken über passende Keywords für das künftige Ranking in den Suchergebnissen machen. 

Eine sehr gute Keyword-Recherche erlaubt euch YouTube über die Google Trends.  

Screenshot: Die Google Trends

Abb. 4: Hier seht ihr die Google-Trends Volumen für das Keyword „YouTube SEO“.

Sobald ihr die gewünschten Keywords habt, solltet ihr diese Suchbegriffe möglichst in den ersten 150 Zeichen der Videobeschreibung verwenden und im weiteren Text wiederholen.

Die Keywords müssen relevant sein und ehrlich den Inhalt des Videos beschreiben. Keyword-Stuffern (Kanäle die Keywords oft wiederholen oder in Reihe schreiben) drohen Strafen durch das  Verwarnungssystem von YouTube. Dieses System basiert auf einer drei Strike-Politik.

Erhält ein Kanal drei Community Guidelines Strikes oder drei Copyright Strikes, schließt YouTube euren Kanal.

Bevor ihr ein YouTube-Video hochladet, solltet ihr euch Gedanken machen, auf welche Keywords und Keyword-Phrasen ihr in den Suchergebnissen ranken wollt.

Spammy geschriebene Videobeschreibungen haben auf lange Sicht keinen Erfolg! Kurzfristig kann von der Platzierung von Spammy-Keywords profitiert werden, aber die langfristig negative Audience Retention schädigt den Kanal, weil die Zuschauer nicht das erhalten haben, wofür sie geklickt haben.

Bindet euren Abonnement-Link in die Videobeschreibung ein:
Es ist wirklich einfach, einen direkten Link zu eurem Abonnement Opt-in zu erhalten, fügt einfach das Folgende zu eurer Channel-URL hinzu: ?sub_confirmation=1

Für den Google YouTube-Kanal wäre es dieser Link: https://www.youtube.com/user/Google?sub_confirmation=1

Screenshot: Ein Abo bestätigen

Abb. 5: YouTube Kanalabo Opt-in

Ihr solltet nicht vergessen, „https://“ vor jedem Link, anzugeben. Dieser Zusatz erlaubt es dem User, den Link aktiv zu klicken.  Es ist möglich, auf jede beliebige Webseite zu verlinken.

YouTube ist eine Suchmaschine und verwendet es ausgehende Links als Ranking-Faktor. Das Hauptziel von YouTube und Google ist es, ihren Nutzern die wertvollsten Suchergebnisse zur Verfügung zu stellen.

Die Verknüpfung mit verwandten Inhalten hilft den Suchmaschinen dabei, eine bessere Vorstellung davon zu bekommen, worum es bei eurem Inhalt geht.

YouTube honoriert zusätzlich interne Verlinkungen von Videos. Eine solche Verlinkung signalisiert dem YouTube-Algorithmus, dass Zusammenhänge zwischen zwei Videos bestehen.

Ein weitere Best Practice ist das Aufzeigen von eigenen verwandten Videos, für die sich die Zuschauer interessieren würden. Dafür sollten Videos in Playlisten angeordnet werden. Diese Playlisten haben das Ziel, Zuschauer in einem Nutzerfluss zu halten und möglichst viel Wiedergabezeit und Session-Time zu generieren.

Playlisten-Links können sehr lang werden und werden oft durch Shortening Tools, wie beispielsweise bit.ly, abgekürzt.

Shortening-Tools haben allerdings zwei gravierende Nachteile. Der erste Nachteil ist, dass YouTube nicht hinter diese verkürzten Links schaut. Der positive Link-Juice verpufft dadurch. Darüber hinaus sind User wesentlich geringer motiviert, auf einen Link zu klicken, der ihnen nicht die konkrete Ziel-URL anzeigt.

Die Grundlagen der YouTube Tags

Die YouTube-Video-Tags sind ein weiterer wichtiger Baustein für das „OnPage“ Video-SEO und arbeiten eng mit den YouTube-Titeln und Video-Beschreibungen zusammen.

Vorstellen könnt ihr euch die YouTube-Tags als eine „schriftliche Verschlagwortung von Suchanfragen“.

Tags sollten Keyword-reich, konsistent und trendfreundlich sein. Mit optimalen Tags an der richtigen Stelle werden eure Videos in der Suche höher eingestuft und in den vorgeschlagenen Videos häufiger angezeigt. Darüber hinaus verknüpfen die korrekten Tags eure Videos untereinander. Diese Verknüpfung führt zu längeren Session-Zeiten.

Es gibt keine magische Anzahl an Tags, die ihr verwenden solltet. Nutzt  die Anzahl an Tags, die das Video benötigt, um die wichtigsten Keywords zu übermitteln. Meist reichen hierfür 8-10 Video-Tags.

Wenn bestimmte Keywords oder eine Keyword-Phrase gefunden wurden, auf die ihr ranken wollt, solltet ihr diese nicht nicht in einzelne Suchbegriffe aufteilen. Sinnverwandte Keywords lassen sich einfach über jede YouTube-Seite im Suchfenster herausfinden.

Screenshot: Die Suchleiste

Abb. 6: Die YouTube-Suche.

Im Suchschlitz werden nach Eingabe der Suchbegriffe automatisch sinnverwandte Wörter in einem Dropdown-Fenster angezeigt.

Screenshot: Autosuggest bei YouTube

Abb. 7: Die Auto-Suggest schlägt automatisch passende Suchbegriffe vor.

Die von YouTube vorgeschlagenen Suchbegriffe eigenen sich in diesem Fall hervorragend für ein Video über das Thema YouTube SEO.

Normalerweise zeigt YouTube das Ranking nach dem Keyword YouTube. Durch die Verwendung des Tastenbefehls „_ + Leerzeichen“ zeigt YouTube euch die Suchbegriffe vor dem gewünschten Schlagwort auf.

Screenshot: Autosuggest mal andersrum

Abb. 8: Auto-Suggest mal andersrum.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass kein kurzfristiger Gewinn den langfristigen Erfolg übertreffen kann, den optimierte und präzise Meta-Daten bringen können. Bei der Erstellung von Meta-Daten und anderen Optimierungen sollte die Qualität immer an erster Stelle stehen. Was bringt euch ein hervorragender Inhalt, den niemand sieht? YouTube ist eine Plattform, die sich dramatisch und schnell verändert. Jedes neue Feature wird stets ausführlich in der YouTube Creator Academy erläutert.

Oft kommt es vor, das neue Features nach Release einen kleinen bis großen Vorteil im Ranking haben.

Viel Spaß beim Optimieren euer Videos.

Über den Autor

Malte Thieme

Gastautor
Ich bin von YouTube als Experte für Audience Growth und Content Strategy zertifiziert. Ich habe mit hunderten YouTube Creators zusammengearbeitet, um ihre Ergebnisse auf YouTube zu verbessern, wobei ich mich auf YouTube-Optimierung und YouTube-Channel-Strategie spezialisiert habe. Neben meiner Erfahrung als Head of Online beim Berliner TV-und Radio-Sender ALEX Berlin, unterstütze ich nun, als freier Berater, das weltgrößte YouTube-Talent-Netzwerk BroadbandTV im Audience Development Bereich.
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